Ratgeber

Salat vor oder nach dem Hauptgang: Was ist besser?

Grünen oder gemischten Salat essen die einen täglich vor dem Hauptgang, andere aber erst danach. Ist die Reihenfolge für die Gesundheit von irgendwelcher Bedeutung? Welche Vor- oder Nachteile haben die beiden Varianten bezüglich der Verdauung und des Wohlbefindens?

Lucia Winzap*
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Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht macht es keinen Unterschied, ob Sie den Salat vor oder nach dem Hauptgang essen. Das liegt an der Funktionsweise des Magens: Dieser verarbeitet die aufgenommene Nahrung mit Schaukelbewegungen und unter Beimischung von Enzymen und Salzsäure, bis sie klein genug ist, um in den Darm weitergeführt zu werden. In welcher Reihenfolge die Lebensmittel in den Magen gelangen, ist zweitrangig.

Lucia Winzap.

Lucia Winzap.

Wichtiger ist die persönliche Vorliebe: Wer den Salat schon immer nach dem Essen zu sich genommen hat und sich damit wohl fühlt, soll das auch weiterhin so machen. Die Geschmäcker sind unterschiedlich, und die Vorlieben sind es auch.

Im Optimalfall ist der Salat Teil eines ausgewogenen Menus, zu dem auch Fette, Eiweisse und Kohlenhydrate gehören. Heutzutage beobachten wir zum Teil einen Trend hin zu extrem gesunder Ernährung, was aus verdauungstechnischer Sicht nicht immer sinnvoll ist. Viele Menschen reagieren mit Verdauungsproblemen, wenn sie reine, kalte Rohkostmahlzeiten zu sich nehmen. Deshalb ist der Salat als Menubegleiter in jedem Fall eine gute Sache – ob er nun zu Beginn der Mahlzeit oder an deren Ende aufgetischt wird.

Für den Salat als Vorspeise statt als «Dessert» spricht aus meiner Sicht einzig die Tatsache, dass wir gut daran tun, die besonders gesunden Bestandteile unserer Nahrung gleich zu Beginn der Mahlzeit aufzunehmen. Das Sättigungsgefühl macht sich erst mit Verzögerung bemerkbar, und es ist allemal besser, auf die Reste des Kartoffelstocks oder auf den süssen Nachtisch zu verzichten als auf den Salat.

Pflanzenbasierte Nahrung ist wichtig – egal wann

Denn dass es wichtig ist, aus­reichend pflanzenbasierte Nahrung zu konsumieren, daran besteht kein Zweifel. Als Richtgrösse gilt eine Menge von 400 Gramm, die wir täglich in Form von Gemüse, Salat und Früchten zu uns nehmen sollten. Diese Nahrungsmittel enthalten Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe, die viele gesundheitliche Vorteile für den menschlichen Organismus haben. Salate – ob grün oder gemischt – tragen dazu bei, dass wir auf eine ausreichende Menge an pflanzenbasierten Nahrungsmitteln kommen. Salate bieten zudem die schöne Gelegenheit, andere gesundheitsfördernde Lebensmittel gleich mit aufzunehmen, etwa gesunde Öle wie Raps- oder Olivenöl, Samen und Nüsse oder frische Kräuter.

Aus ernährungsphysiologischer Sicht kann man Salat aber auch falsch konsumieren. Der eingangs erwähnte Rohkostextremismus bildet das eine Ende des Spektrums, das berühmte «Salatbuffet» im Restaurant das andere: Wer nämlich unter einem gemischten Salat einen Mix aus Pasta, Paniertem und Wurstwaren versteht, und das Ganze obendrein noch mit viel Fertigsalatsauce toppt, macht eher dem Gemüt als der Gesundheit einen Gefallen. Auch das darf mal sein, sollte aber in der gesundheitsbewussten Ernährung die Ausnahme von der Regel bilden.

* Lucia Winzap ist Leiterin Ernährungstherapie und Diabetesfachberatung, Hirslanden-Klinik St. Anna Luzern, www.hirslanden.ch.

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