Ratgeber

Sex mit über 60: Ist dieser Zug für uns abgefahren?

Mein Mann (64) und ich (61) haben seit zwei Jahren keinen Sex mehr – irgendwie ist es eingeschlafen. Es gibt nur noch ein Küsschen zur Begrüssung und zum Abschied und ein bisschen Kuscheln beim Fernsehen. Neulich wurde uns aber im Gespräch klar, dass wir beide das bedauern. Lässt sich Sexualität wieder aufbauen?

Birgit Kollmeyer*
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Wenn Sie Sex haben wollen, ist das natürlich auch in etwas fortgeschrittenerem Alter möglich. Befragungen zeigen, dass Frauen und Männer, die in jüngeren Jahren Sex haben, es oft sogar bis ins hohe Alter tun. Was sich meist verändert, ist die Art der Sexualität: «Schneller, höher, weiter» entfällt bei vielen – das ist ja meistens schon aus physischen Gründen nicht mehr möglich.

Birgit Kollmeyer.

Birgit Kollmeyer.

Zum Glück spielt das Leistungsprinzip, das zu Erektions- und Orgasmusstörungen führen kann, mit der Zeit eine kleinere Rolle: Viele Paare nehmen sich wieder mehr Zeit für Zärtlichkeit und Sinnlichkeit, sie lassen sich aufeinander ein. Das kommt dem Geniessen entgegen. Manche Paare sagen, dass der Sex nie genussvoller war als jetzt.

Wenn man nach einer längeren Pause wieder mit Sex starten möchte, ist ein langsames Vorgehen empfehlenswert. Zum einen muss die Schleimhaut der Vagina erst wieder gut durchblutet werden. Hierbei hilft ein tägliches leichtes Einmassieren von Kokos- oder Mandelöl (in jedem Alter zur Pflege empfehlenswert!). Auch Selbstbefriedigung hält die Schleimhaut elastisch. Bei Trockenheit der Scheide, die nach den Wechseljahren sehr häufig ist, sollte man Gleitgel einsetzen.

Auf Ängste eingehen

Wenn man sich Zeit nimmt und die Bewegungen beim Sex langsam sind, ist ein intensiveres Wahrnehmen möglich. Das zeigt diese kleine Übung: Fahren Sie einmal schnell und einmal langsam mit den Fingerspitzen über ihren Unterarm. Was spüren die Fingerkuppen und die Haut des Unterarms bei der schnellen und bei der langsamen Berührung? Experimentieren Sie doch ein bisschen mit festen und leichten Berührungen, mit dem Einsatz von Fingerkuppen im Vergleich zu Fingernägeln ...

Nach einer längeren Pause hat vielleicht einer der Partner oder haben vielleicht beide Sorgen oder Ängste entwickelt: Wollen wir beide dasselbe, oder will der andere weitergehen, während es mir genug ist? Kann ich das noch? Bekomme ich eine Erektion? Komme ich zum Orgasmus?

Hier kann es helfen, Grenzen abzusprechen und diese nach und nach auszuweiten, wenn dies dann von beiden gewünscht ist: Sie können etwa beginnen, nackt zu kuscheln, dann beim nächsten Mal einander streicheln, ohne den Busen und Geschlechtsteile einzubeziehen, dann diese Zonen mit einbeziehen ... bis hin zum Geschlechtsverkehr.

Günstig ist es allerdings, wenn der Geschlechtsverkehr und der Orgasmus nicht zu fest angestrebt, sondern das Zusammensein und der Sex in allen seinen Variationen genossen werden. Auch Ausprobieren von Neuem kann im Alter aufgrund von körperlichen Einschränkungen nötig, aber auch spannend und schön sein. Wünsche zu äussern oder zu zeigen, ist im Bereich der Sexualität nicht einfach. Wagen Sie es, denn Wünsche sind erlaubt. Aber der Partner darf dann auch mal Nein sagen.

* Birgit Kollmeyer ist dipl. Psychologin, Paar- und Sexualtherapie.

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