Ratgeber

Sind meine Anstandsregeln noch gefragt?

Ich habe eine süsse Enkelin und bin immer wieder verunsichert, wie ich mich verhalten soll, wenn ich das Grosskind hüte. Ich sehe, dass meine Tochter ihr Kind bezüglich Anstandsregeln – wie etwa Danke sagen, grüssen und so weiter – viel freizügiger erzieht. Wie viel Knigge soll/darf ich meiner Enkelin vermitteln?

Doris Pfyl*
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Sie dürfen nicht nur, Sie müssen sogar Ihrer Enkelin Umgangsformen vermitteln und vor allem auch vorleben. Denn gutes Benehmen ist das Fundament eines glücklichen Zusammenlebens. Ein Kind soll das lernen. Nur so wird aus ihm ein rücksichtsvoller, höflicher und selbstbewusster Mensch.

Wir alle kennen die Situation, in der das süsse Kind vorübergehend zu einem schreienden, sich auf dem Boden wälzenden Teufelchen wird. Eltern sind dann gezwungen, diese oft unerwarteten Um­stände souverän zu bewältigen. Denn trötzelndes Verhalten des Nachwuchses erschöpft und geht nicht nur Erziehenden auf die Nerven. Nicht selten vernimmt man von Beobachtern der Situation gehässige Bemerkungen wie «Die hat das ja überhaupt nicht im Griff!». Mitzubekommen, dass die eigene Autorität in Frage gestellt wird, kann sehr verletzend sein.

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Ich nehme an, dass Ihre Enkelin «Tobsuchtsanfälle» – wenn überhaupt – nur sehr selten bei Ihnen auslebt. Das ist ein Vorteil hütender Grosseltern: Kinder benehmen sich in der Regel in einer ihnen nicht so gewohnten Umgebung recht angepasst. Auch merken sie sehr schnell, dass es unterschiedliche «Vorschriften» gibt. Beim Grossmami läuft einiges anders als beim Mami. Ich denke aber, dass Ihre Tochter die Erziehungsaufgabe gut bewältigt, nur eben nicht auf alle Knigge-Regeln gleich energisch pocht, wie Sie sie auch heute noch mit Überzeugung leben.

Wenn Sie Ihre Enkelin hüten, tragen Sie die Verantwortung. Es soll für Ihre Enkelin, aber auch für Sie eine gute Zeit sein. Dass es Sie stört, wenn Ihre Enkelin Zauberwörter wie «Danke» oder «Grüezi» nicht kennt, verstehe ich absolut. Einem Kind sollte erklärt werden, warum bestimmte Regeln einzuhalten sind. So begreift es die Forde­rungen der Erwachsenen.

Das Ausbleiben eines Dankes ist ein Zeichen, dass jemand nicht gelernt hat, Bemühungen anderer zu honorieren. Erklären Sie Ihrer Enkelin, dass Sie für die erbrachte Leistung ein Dankeschön erwarten. Ansonsten würden Sie sich nicht ernst genommen fühlen und die Lust verlieren, weiteres für sie zu tun. Zeigen Sie liebevoll auf, dass Unterstützungen jeglicher Art nicht selbstverständlich sind, Sie diese aber für ein «Kompliment» gerne erbringen.

Nicht blossstellen

Wenn Ihre Enkelin den Gruss der Nachbarn nicht erwidert, bleiben Sie erst einmal gelassen, rügen Sie sie nicht vor der ihr fremden Person. Mit Druck und Ungeduld wird oft das Gegenteilige erreicht. Kinder merken sehr schnell, wie sie Erwachsene provozieren oder gar «besiegen» können. Also macht es Sinn, erst danach zu erklären, warum ein Gruss wichtig ist: Jede Person freut sich, wenn ihr Gruss erwidert wird. Andernfalls fühlt sie sich wertlos. Und wer mag das?

Sie unterstützen Ihre Tochter bei der Erziehungsarbeit, indem Sie mit Feingefühl Grenzen setzen und die Ihnen wichtigen Werte vorleben. Ausserdem wird Ihre Enkelin damit auf die Tücken, die das Zusammenleben manchmal an uns stellt, vorbereitet.

* Doris Pfyl ist Knigge-Trainerin, Farb- und Modestilberaterin, Ausbildnerin des Schweizer Fachverbands FSFM. Weitere Infos: www.imagemodestil.ch

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