Ratgeber

Soll ich erhöhte Beiträge in die Pensionskasse leisten?

Ich (45, verheiratet) bin Angestellter und bei einer Pensionskasse versichert. Meine eigenen Sparbeiträge kann ich jeweils im Jahresrhythmus frei zwischen 6, 10 und 14% wählen. Aktuell werden 6% (eigene Beiträge) von meinem Lohn von 100 000 Fr. abgezogen. Was sind die Vor- und Nachteile einer Erhöhung der eigenen Sparbeiträge?

Stefan Grauwiler*
Drucken
Teilen
Stefan Grauwiler

Stefan Grauwiler

Die Pensionskasse Ihres Arbeitgebers nutzt den nach Gesetz zulässigen Spielraum zu Ihren Gunsten. Einerseits besteht die Möglichkeit, höhere Sparbeiträge als vorgeschrieben zu leisten, und andererseits kann innerhalb der Pensionskasse zwischen unterschiedlich hohen Sparbeiträgen gewählt werden. Die Arbeitgeberbeiträge müssen jedoch bei allen Plänen gleich hoch sein. Für einen Wechsel muss das von der Kasse vorgegebene Zeitfenster beachtet werden.

Kapital wächst schneller

Die Erhöhung der eigenen Sparbeiträge hat zur Folge, dass Ihr Alterskapital stärker wächst und Sie daraus höhere Altersleistungen erwarten können. Ihr persönliches Altersguthaben in der Pensionskasse steigt bei einem Wechsel in die mittlere Beitragsstufe zusätzlich um 4000 Franken pro Jahr. Bei einer Verzinsung von durchschnittlich 1,5% pro Jahr kommen so bis Alter 65 rund 92 500 Franken hinzu. Mit der Wahl der maximalen Beitragsstufe können gar 185 000 Franken zusätzlich angespart werden.

Neben dem Vorteil des höheren Alterskapitals in der Pensionskasse reduzieren die zusätzlichen Beiträge in die 2. Säule das aktuelle steuerbare Einkommen. Bei 10% eigenen Beiträgen ergibt sich – abhängig von der persönlichen Situation  – eine Steuerersparnis von rund 700 Franken, bei 14% von rund 1400 Franken pro Jahr. Bei der Pensionierung können Sie das Guthaben dann als Rente und/oder in Kapitalform beziehen. Die Details sind im Pensionskassenreglement festgehalten.

Aufwendiger Vergleich

Der Rentenbezug rechnet sich unter Berücksichtigung der Steuern erst nach rund 19 Jahren (bei einem Umwandlungssatz von 6% im Alter 65). Wird das zusätzlich in der Pensionskasse angesparte Vermögen in Kapitalform bezogen, resultiert eine jährliche Rendite von 3,3% – dies unter der Berücksichtigung von Steuern und 1,5% Zins. Die nach einem freiwilligen Einkauf in die Pensionskasse einzuhaltende 3-jährige Sperrfrist für Kapitalbezüge gilt für variabel wählbare Sparbeiträge nicht.

Da diese zusätzlichen Sparbeiträge das frei verfügbare Nettoeinkommen schmälern, gilt es vorab zu klären, ob Ihr Budget diese Sparmassnahme im Rahmen der beruflichen Vorsorge auch verkraften kann.

Bonität prüfen

Ebenfalls muss vor einem Wechsel des Sparplans auch die Bonität der Pensionskasse geprüft werden. Klären Sie unter anderem ab, wie hoch der aktuelle Deckungsgrad der Pensionskasse ist und was mit dem zusätzlichen Kapital im Risikofall (Tod oder Invalidität) passiert, d. h. ob das zusätzliche Kapital an die Erben ausbezahlt wird.

Fällt die Prüfung der Pensionskasse positiv aus und sind Sie bereit, zusätzliches Kapital in der beruflichen Vorsorge zu binden, stellt die Erhöhung der Sparbeiträge eine attraktive Lösung zur Verbesserung der eigenen Vorsorgesituation dar.

*Stefan Grauwiler ist Leiter Vorsorgezentrum der Schwyzer Kantonalbank (SZKB)