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STIL: Viel zu wertvolles Geschenk – wie lehne ich höflich ab?

Nun kommt die Zeit der Kundengeschenke wieder. Letztes Jahr habe ich von einem Lieferanten ein viel zu wertvolles Geschenk erhalten. Obwohl es mir unangenehm war, habe ich es dann doch behalten – ich wusste nicht, wie ich es zurückgeben sollte, ohne den Lieferanten zu beleidigen. Wie kann ich das künftig handhaben?
Doris Pfyl
Symbolbild (Bild: Pius Amrein (Wolhusen, 18. Dezember 2012))

Symbolbild (Bild: Pius Amrein (Wolhusen, 18. Dezember 2012))

Ich kann gut nachvollziehen, dass das wertvolle Geschenk Ihres Lieferanten bei Ihnen zwiespältige Gefühle ausgelöst hat. Unweigerlich beschleicht einen der Verdacht, dass sich der Schenkende daraus einen Vorteil in der künftigen Geschäftsbeziehung erhofft. Keine gute Voraussetzung, um sich mit freudiger Überzeugung für das Präsent zu bedanken.

Erscheint Ihnen ein Geschenk unangemessen und inadäquat, dürfen Sie es selbstverständlich ablehnen. Allerdings besteht die Gefahr, dass die Rückweisung als Ablehnung der Person verstanden wird. Das könnte weit reichende Folgen haben – eventuell würde die Geschäftsbeziehung danach mühsam und distanziert, eventuell gar unmöglich. Gehen Sie also vorsichtig vor und begründen Sie, wie es zu Ihrem Entscheid gekommen ist.

Bei schriftlicher Reaktion bedanken Sie sich erst für das grosszügige Präsent und erwähnen, wie sehr Sie die geschäftliche Beziehung schätzen. Dann teilen Sie mit, dass Sie nach sorgfältiger Überlegung zum Schluss gekommen seien, dass Sie ein solch wertvolles Geschenk nicht behalten könnten. Dabei dürfen Sie etwa auf die Firmenrichtlinien hinweisen, die lediglich Geschenke in einem bestimmten Maximalwert erlauben. Oder Sie gestehen offen, dass Sie sich dabei unwohl fühlen und Ihnen Ihre moralischen Werte in die Quere kommen.

Ein Anruf klärt vieles

Noch stilvoller ist sicher, den Geschäftspartner anzurufen, um ihm Ihre Beweggründe erklären zu können. Teilen Sie mit, wie sehr Sie die Grosszügigkeit und die damit ausgedrückte Anerkennung schätzten. Dann erwähnen Sie ganz selbstverständlich, dass Sie wüssten, dass das Präsent nicht an Erwartungen geknüpft sei. Die Reaktion darauf dürfte postwendend kommen. Ihr Gesprächspartner wird sich sofort erklären. Sie können dann noch einmal beschwichtigen und beruhigen.

Die telefonische Aussprache bietet die Chance, dass Klarheit geschaffen wird, keine unausgesprochenen Gedanken und unangenehmen Gefühle im Raum stehen bleiben, die eine weitere Geschäftsbeziehung möglicherweise belasten oder gar verunmöglichen würden.

Ich glaube an das Gute im Menschen – nicht zu verwechseln mit Naivität – und bin daher der Meinung, dass Ihr Lieferant Ihnen eine echte Freude bereiten wollte. Er war sich wohl nicht dessen bewusst, wie sehr er Sie damit in Bedrängnis bringt – ein Anruf könnte ihm die Augen öffnen.

Übrigens gibt es Firmen, die mit den eingehenden Geschenken eine Tombola organisieren, sodass jeder Mitarbeitende die Chance auf ein Kundengeschenk erhält. In anderen Firmen werden die Geschenke versteigert, und der Erlös wird einer wohltätigen Organisation gespendet. Die Kunden sollten informiert werden, dass ihre Präsente verlost oder versteigert werden. Sie werden damit keine Probleme haben, wenn sie erfahren, dass Mitarbeitende profitieren beziehungsweise bei der Überweisung des Spendenbetrags auch ihr Name erwähnt wird. Auch ist so die Gefahr der Vorteilsannahme definitiv eliminiert.

Doris Pfyl

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