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STIL: Wie bringe ich meine Gäste dazu, das Feld zu räumen?

Ich habe an sich sehr gerne Gäste. Doch nun ist es bereits mehrfach geschehen, dass Gäste unangemeldet bei mir hereinschneiten. Manchmal macht das Freude – manchmal nicht. Wie «wimmle» ich auf nette Weise ab? Dasselbe bei überhöckelnden Gästen: Wie bringe ich ihnen liebevoll bei, dass es nun langsam an der Zeit wäre?
Doris Pfyl
Freunde beim Fondue-Essen (Bild: Kristina Kruzicovâ)

Freunde beim Fondue-Essen (Bild: Kristina Kruzicovâ)

Wenn Gäste unangemeldet eintrudeln und nicht mehr gehen wollen, spricht das in erster Linie einmal für den Gastgeber. Der Gast fühlt sich bei ihm ganz offensichtlich wohl.

Selbstverständlich dürfen Sie es sagen, wenn der spontane Besuch nicht erwünscht ist. Halt einfach in netten Worten wie etwa: «Heute kann ich euch leider nicht hereinbitten, da ich andere Pläne habe und bereits auf dem Sprung bin. Entschuldigt bitte. Wann würde es euch für ein gemütliches Beisammensein in der nächsten Zeit passen?»

Blumig oder direkt

Um Überhöcklern mitzuteilen, dass nun Schluss ist mit Bewirtung, gibt es diverse Möglichkeiten. Sie können es durch die Blume oder auch ganz direkt tun:

Bieten Sie mit folgenden Worten ein letztes Getränk an: «Darf ich euch noch einen Kaffee anbieten, bevor wir uns verabschieden?» oder «Welchen letzten Drink darf ich euch noch servieren?» Oder Sie erkundigen sich bei den Gästen nach den Plänen des nächsten Tages. Dabei können Sie darauf hinweisen, dass für Sie morgen ein strenger Tag ansteht.

Oder Sie bedanken sich für den Besuch mit den Worten: «Nun haben wir wieder sehr schöne gemeinsame Stunden verbracht. Es ist immer toll, euch zu sehen.» Sie können sogar noch einen Schritt weiter gehen: «Ich freue mich bereits auf das nächste gemütliche Beisammensein. Wollen wir gleich einen Termin fixieren?»

Sollten diese Worte überhört werden und sich noch immer nicht die erhoffte Aufbruchstimmung breitmachen, müssen Sie eben wirklich deutlich werden. Stehen Sie einfach auf mit den Worten: «Es hat mich gefreut, dass ihr gekommen seid. Nun wünsche ich euch einen guten Heimweg. Ich begleite euch gerne noch zur Tür.» Erwähnen Sie, dass Sie nun reif fürs Bett sind und daher nicht mehr der aufmerksame Gastgeber sein können. Ehrlichkeit ist durchaus erlaubt, und dieser Hinweis stösst ziemlich sicher auf Verständnis. Denn fast jeder war schon einmal in der Situation, von nimmermüden Gästen belagert zu werden.

Ich bin dann mal weg

Eigentlich sollten solche Methoden gar nicht nötig sein. Die Gäste sollten wissen, dass sie sich rund eine Viertelstunde nach dem Servieren des Espressos oder des Digestifs auf den Heimweg begeben sollten. Übrigens zeigt sich der moderne Knigge diesbezüglich sehr unkompliziert und rät dem schlafbedürftigen Gastgeber, ins Bett zu gehen, selbst wenn noch Gäste anwesend sind. Diesen soll einfach der Weinvorrat gezeigt und die Kaffeemaschine erklärt werden.

Ich habe das noch nie gemacht und werde es auch künftig eher nicht tun. Ich kann mir nicht vorstellen, meine Gäste allein weiterdiskutieren oder gar -feiern zu lassen. Allerdings würde sich die Runde nach dem Verschwinden der Gastgeberin beziehungsweise des Gastgebers vermutlich schnell auflösen. Es könnte sich Peinlichkeit breitmachen – wer will sich denn schon als derart masslos präsentieren.

Doris Pfyl

Knigge-Trainerin, Farb- und Modestilberaterin, Ausbildnerin des Schweizer Fachverbands FSFM
www.imagemodestil.ch

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