Ratgeber

Trennung: Wie kann ich den Unterhalt sicherstellen?

Ich (40, w, 2 Kinder, 6 und 10) will mich von meinem Mann trennen und evtl. später scheiden lassen. Wie kann ich sicherstellen, dass mein Mann mich und meine Kinder während der Trennung finanziell unterstützt? Ich arbeite 40 Prozent und verdiene knapp 2000 Franken pro Monat, mein Mann rund 7000 Franken.

Corinne Willimann*
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Corinne Willimann.

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Für die Regelung der Trennungsfolgen gibt es zwei Möglichkeiten: Sofern Sie mit Ihrem Mann einig werden, können Sie eine Trennungsvereinbarung erstellen, in der geregelt ist, per welchem Datum Sie getrennt leben, wer von Ihnen in der ehelichen Wohnung bleibt, wie die Obhut der Kinder oder das Besuchsrecht geregelt ist (d. h., bei wem sich die Kinder zu welchen Zeiten befinden), wie viel Unterhalt Ihr Ehemann einerseits für die beiden Kinder und andererseits für Sie bezahlt.

Die Vereinbarung muss von beiden Ehepartnern unterschrieben werden. Es empfiehlt sich, sich bei einer Beratungsstelle oder einem Anwaltsbüro vorgängig zu informieren. Diese Regelung gilt so lange, bis einer von beiden Ehepartnern eine gerichtliche Regelung beantragt. Eine korrekt erstellte Trennungsvereinbarung kann nötigenfalls auch in einer Betreibung als provisorischer Rechtsöffnungstitel benutzt werden, d.h., die vereinbarten Unterhaltsbeiträge können grundsätzlich auch vollstreckt werden.

Die andere Möglichkeit besteht darin, für die Regelung der Trennungsfolgen beim Gericht ein sogenanntes Eheschutzverfahren einzuleiten und die vorgenannten Punkte gerichtlich regeln zu lassen. Hier ist aber darauf hinzuweisen, dass es in den meisten Kantonen einige Zeit braucht, bis ein gerichtlicher Entscheid vorliegt. Im Rahmen einer Betreibung stellt ein solcher Entscheid einen definitiven Rechtsöffnungstitel dar, er hat in einem Betreibungsverfahren entsprechend mehr Gewicht.

Zur Zusammensetzung der Unterhaltsbeiträge ist zu sagen, dass der Kindesunterhalt heute in Barunterhalt und Betreuungsunterhalt unterteilt wird. Der Barunterhalt dient zur Deckung des Grundbedarfs (Essen, Kleider, Körperpflege usw.), enthält einen Anteil an die Wohnkosten und soll die weiteren Auslagen wie Krankenkasse, Gesundheitskosten, spezielle Hobbys der Kinder, Fremdbetreuung wie Mittagstisch und Hort usw. decken. Der Betreuungsunterhalt soll die Einschränkung der Erwerbstätigkeit aufgrund der Kinderbetreuung bis zu einem gewissen Grad entschädigen. Er wird zwar auch dem Kind zugesprochen, kommt aber dem hauptbetreuenden Elternteil zugute.

Ehegattenunterhalt

Soweit der während der Ehe gelebte Standard mit dem zumutbaren eigenen Einkommen und dem Betreuungsunterhalt noch nicht gedeckt werden kann, haben Sie unter Umständen noch Anspruch auf Ehegattenunterhalt. Spätestens wenn die Scheidung eingeleitet wird, darf der sogenannte Vorsorgeunterhalt nicht vergessen werden.

Gemäss Ihren Angaben arbeiten Sie aktuell 40 Prozent. Sobald Ihre beiden Kinder obligatorisch eingeschult worden sind, wird Ihnen im Rahmen der Unterhalts­berechnung nach einer Übergangsphase rechnerisch ein 50-Prozent-Pensum aufgerechnet. Sie sollten sich also auf eine Erhöhung des Arbeitspensums um 10 Prozent einstellen.

* Lic iur. Corinne Willimann ist Rechtsanwältin, Brack & Partner AG, Rechtsanwälte und Notare  Luzern; www.brackpartner.ch

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