Ratgeber

Überhaupt keinen Zucker konsumieren – geht das?

Es scheint in Mode zu sein, sich möglichst ohne Zucker zu ernähren. Geht das? Worauf muss ich achten? Wie viel Zucker höchstens wird empfohlen? Und ist «Zuckerersatz» überhaupt eine Alternative?

Monika Neidhart*
Drucken
Teilen
Monika Neidhart

Monika Neidhart

Wir Schweizer essen im Durchschnitt 120 Gramm Zucker pro Tag. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt lediglich 50 Gramm pro Tag. Somit konsumiert also ein Schweizer 25 kg Zucker pro Jahr zu viel – ein Risikofaktor für nicht übertragbare Krankheiten wie Krebs, Diabetes, Übergewicht oder Herz-Kreislauferkrankungen.

Wer auf die Zufuhr von Zucker achten möchte, sei es, um ganz zu verzichten oder um die Menge zu reduzieren, muss ein paar Dinge beachten. Es wird zwischen natürlich vorhandenem und zugefügtem Zucker unterschieden: Früchte, Ge­müse, Milch- und Milchprodukte enthalten von Natur aus Zucker in Form von Einfach- und Doppelzucker. In Guetzli, Gebäcken oder Süssgetränken, aber auch in Ketchup, Pizzas, Wurstwaren, Salatsaucen und anderen Fertigprodukten können Zuckerarten zugefügt worden sein. Ob dies der Fall ist, kann man der Zutatenliste auf der Verpackung entnehmen. Alle Bestandteile, aus dem ein Getränk/Nahrungsmittel besteht, müssen auf der Zutatenliste mit ihrer Sachbezeichnung in mengenmässig ab- steigender Reihenfolge angegeben werden. Doch Zucker trägt nicht immer nur die Bezeichnung «Zucker». Er kann, je nach Herkunft, unterschiedliche Namen haben wie etwa Saccharose, Laktose, Glukose, Maltose, Fructose (Fruchtzucker), Maltodextrin, Malzextrakt, Caramelsirup, Honig. So kann Zucker auch mehrfach in der Zutatenliste auftauchen.

Die ebenfalls auf der Verpackung aufgedruckte Nährwerttabelle ist diesbezüglich weniger aussagekräftig. Zucker gehört wie Stärke (die in Teigwaren, Reis, Brot und allen Getreideprodukten vorkommt) zu der Gruppe Kohlenhydrate. Unter «Kohlenhydrate» ist die Gesamtmenge an Zucker aufgeführt, unabhängig davon, ob er im Nahrungsmittel natürlicherweise vorkommt oder zugesetzt wurde. So enthält reiner Apfelsaft pro Deziliter natürlicherweise 11 g Zucker – etwa gleich viel wie das klassische Coca-Cola, dem der Zucker jedoch zugefügt wurde. Enthält das Lebensmittel von Natur aus Zucker (Fruchtsäfte, Milchprodukte), steht manchmal der Zusatz «enthält von Natur aus Zucker/Zuckerarten» und/oder der Zusatz in der Nährwerttabelle «milcheigener/fruchteigener Zucker».

Natürlicher Zucker reicht

Unser Gehirn braucht Zucker in Form von Glukose als Energielieferant. Allerdings braucht man dafür keine Süssigkeiten zu essen. Unser Körper kann aus Kohlenhydraten in Form von Stärke, wie sie in Brot, Reis oder Kartoffeln natürlich vorhanden ist, Glucose gewinnen. Wir können ohne zugefügten Zucker leben.

Suchen Sie Rat?

Schreiben Sie an: Ratgeber, «Luzerner Zeitung», Maihofstrasse 76, 6002 Luzern  E-Mail: ratgeber@luzernerzeitung.ch. Bitte geben Sie bei Ihrer Anfrage Ihre Abopass-Nummer an.

Möchten Sie den zugefügten Zucker reduzieren, süssen Sie schrittweise weniger stark. So gewöhnen Sie sich langsam an eine geringere Süsse. Nature­joghurt mit Zimt oder Vanille­pulver aromatisieren, Hahnenwasser mit einem Schnitz Zitrone oder frischen Pfefferminz-/Melisseblättern ergänzen. Bei grosser Lust auf Süsses können Früchte oder eine kleine Handvoll ungesalzene Nüsse eine Alternative sein. Backen Sie selber, können Sie die Zuckermenge ohne zu starke Einbussen an optischen und sensorischen Qualitäten um bis zu 10 Prozent reduzieren. Einen Ersatz von Zucker durch Zuckerersatzprodukte empfiehlt die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung SGE im Normalfall nicht. Lieber normal süssen, dafür bewusst und mit Mass geniessen.

*Monika Neidhart, Goldau, ist Hauswirtschaftslehrerin und Fachjournalistin MAZ/FH, www.textwerke.ch

Ratgeber

Was führt zu Kopfschmerzen nach dem Krafttraining?

Unserem Sohn (25), gesund und vital, geht es nach dem Krafttraining tags darauf immer schlecht. Der Kopf fühlt sich an, als hätte er tags zuvor zu viel Alkohol getrunken. Seine Trainingszeit dauert etwa eine Stunde, er übertreibt nicht, Flüssigkeit nimmt er genügend zu sich. Woran könnte dieses Unwohlsein im Kopf liegen?
Dr. med. Daniel Wegmann*
Ratgeber

Schimmel: Habe ich ein Recht auf Schadenersatz?

In unserer Dreizimmerwohnung hat sich aufgrund der schlechten Isolierung Schimmel im Schlafzimmer gebildet. Das Zimmer war acht Tage nicht bewohnbar. Zudem mussten wir Möbel entsorgen, neue kaufen und Kleider wegen des Schimmelgestanks waschen. Steht uns nun eine Entschädigung zu?
Hannes Lehmann*
Ratgeber

Ist der 30-jährige Wein noch konsumierbar?

Ich habe im Keller zwei Flaschen eines bekannten Bordeaux mit Jahrgang 1989 gefunden. Da mein Göttibub Wein liebt, möchte ich ihm diese Flaschen zum 30. Geburtstag schenken. Doch ich frage mich, ob der Wein nach so langer Zeit noch konsumierbar ist und ich ihm damit wirklich ein schönes Geschenk mache.
Hugo Berchtold*