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Unser Sohn hat Hochprozentiges in seinem Zimmer

Kürzlich habe ich beim Aufräumen im Zimmer meines Sohnes (16) mehrere Flaschen alkoholische Getränke entdeckt. Das überraschte mich dann doch, da ich unseren Sohn so nicht kenne. Ich habe mit ihm noch nicht darüber gesprochen, auch noch nicht mit meinem Mann, da ich fürchte, dass er ausrastet. Was soll ich tun?
Dr. Phil. Josef Jung, Hitzkirch
In this May 23, 2005 photo, a bottle of Jack Daniel's whiskey, a Brown-Forman brand, sits on the bar at Nessun Dorma in Milwaukee. Liquor company Brown-Forman Corp. said its second quarter profit edged up 3 percent on strong sales of Jack Daniel's whiskey and boosted its guidance for the full year.(AP Photo/Morry Gash) (Bild: MORRY GASH (AP))

In this May 23, 2005 photo, a bottle of Jack Daniel's whiskey, a Brown-Forman brand, sits on the bar at Nessun Dorma in Milwaukee. Liquor company Brown-Forman Corp. said its second quarter profit edged up 3 percent on strong sales of Jack Daniel's whiskey and boosted its guidance for the full year.(AP Photo/Morry Gash) (Bild: MORRY GASH (AP))

Alkoholische Getränke sind in unserer Gesellschaft allgegenwärtig. Auf dem Weg zum Erwachsensein sind die Jugendlichen gefordert, einen Umgang damit zu finden. Der Konsum bei Jugendlichen ist in den letzten Jahren eher rückläufig. Gleichzeitig steigt das Alter für das erstmalige Konsumieren an. Dagegen ist riskantes Trinkverhalten weit verbreitet: In Untersuchungen geben etwa ein Viertel der 15-Jährigen an, im Vormonat ein- oder mehrmals mindestens fünf alkoholische Getränke konsumiert zu haben.

Die Menge, die Ihr Sohn in seinem Zimmer bunkert, könnte in diese Kategorie gehören, falls er nicht nur den «Getränkehändler» für die Kollegen spielt oder vorgibt, diesen zu spielen.

Sie sehen, um Gespräche kommen Sie nicht herum. Ich empfehle Ihnen zuerst ein Gespräch mit Ihrem Mann, der als Vater ja auch die Hälfte der Erziehungsverantwortung trägt.

Ihre eigenen Erfahrungen

Schaffen Sie zusammen einen ruhigen Moment, wo Sie sich ungestört unterhalten können. Sprechen Sie miteinander darüber, wie Ihre damaligen Erfahrungen waren, als Sie selbst im Alter Ihres Sohnes waren. Was hat Ihnen damals geholfen und was gar nicht, um einen Umgang mit dem Alkohol zu finden? Teilen Sie Ihrem Mann dann mit, was Sie bei Ihrem Sohn gefunden haben. Bitten Sie ihn, nicht gleich zu «handeln», sondern gemeinsam das Vorgehen zu bereden.

Sinnvoll ist dann ein gemeinsames Gespräch von Ihnen als Eltern mit Ihrem Sohn. Konfrontieren Sie ihn mit Ihren «Entdeckungen» und stellen Sie sich auf Abwehr und Ausreden ein. Niemand wird gerne auf Probleme angesprochen, erst recht nicht, wenn ein Geheimnis gelüftet wird. Wie es dann weitergehen soll, hängt vom Resultat dieses Gespräches ab. Wenn Sie in mehreren Versuchen nicht zu Ihrem Sohn durchdringen, obwohl Sie ihm Ihre Unterstützung anbieten, sollten Sie sich an eine Suchtberatungsstelle wenden.

Regeln aushandeln

Ich gehe mal von der günstigeren Variante aus, dass es zu einem Dialog kommt. Lassen Sie sich von Ihrem Sohn informieren, woher die Alkoholika kommen und wohin sie gehen sollen. Dann können Sie als Eltern mit Ihrem Sohn Regeln für einen genussvollen Umgang mit Alkohol aushandeln. Zu klärende Fragen sind etwa:

  • Wie viel wovon wird wie häufig getrunken?
  • Hat Ihr Sohn die Kontrolle über die getrunkene Menge, oder geht die Flasche reihum, und jeder kippt möglichst rasch möglichst viel in sich hinein?
  • Wie steht es mit der Sicherheit, etwa bezüglich Heimweg? Fährt Ihr Sohn bei Angetrunkenen im Auto mit? Gibt es für ihn ein Notfallszenario, falls er doch einmal in eine unkontrollierte Situation geraten sollte?

Sie sehen, es gibt eine Menge Fragen zu klären. Wenn Sie Ihren Sohn begleiten, können Sie sich gute Hoffnungen machen, dass er einen sicheren Umgang mit Alkohol findet.

Dr. phil. Josef Jung, Hitzkirch

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