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Ratgeber

Unsere Tochter leidet, weil ihr Ehemann Probleme hat

Unsere Tochter leidet sehr unter dem Verhalten ihres Mannes. Er verhält sich autoritär, auch gegenüber den Kindern. Gleichzeitig zieht er sich häufig in eigene Aktivitäten zurück und kümmert sich wenig um die Familie. Wir glauben, dass er psychische Probleme hat. Unsere Tochter hält an der Beziehung fest. Wie können wir helfen?
Eugen Bütler*
Eugen Bütler.

Eugen Bütler.

Sicher braucht Ihre Tochter sehr viel Energie, um die Beziehung und die Familiensituation einigermassen im Gleichgewicht zu halten. Kann das so weitergehen? Genügt es, darauf zu hoffen, dass die Situation sich eines Tages verändert? Dies kann dazu führen, dass unerträgliche Verhältnisse fortdauern.

Ich denke auch, dass Ihre Tochter etwas unternehmen muss. Das Verhalten ihres Mannes ist für eine Beziehung und für eine Familie schädlich. Sein autoritärer Erziehungsstil steht im Gegensatz zur Dialogkultur in der Familie, die Ihre Tochter wohl anstrebt. Dadurch fehlt den Kindern eine klare Orientierung. Auch seine Abwesenheiten sind schwierig auszuhalten. Möglicherweise steckt ein Burn-out oder eine ähnliche Erkrankung dahinter.

Wie Sie schreiben, will Ihre Tochter an der Beziehungssituation nichts verändern. Dies ist vielleicht deshalb so, weil sie grosses Verständnis für ihren Partner aufbringt und doch noch viel von ihrem Mann bekommt, was von aussen nicht wahrnehmbar ist. Es kann aber auch sein, dass sie eine Veränderung fürchtet und nach einer allfälligen Trennung nicht mit den Kindern allein bleiben will. Was immer Ihre Tochter dazu bewegt, mit ihrem Mann auf dem Weg zu bleiben, es ist letztlich ihre Entscheidung.

Helfen und entlasten

Es gilt, diese Entscheidung ernst zu nehmen. Sie können als Eltern nicht die Verantwortung für Ihre Tochter übernehmen. Dennoch verstehe ich sehr gut Ihren Wunsch, Ihre Tochter zu unterstützen und zu entlasten. So können Sie beispielsweise öfter ihre Kinder hüten.

Ebenso empfehle ich Ihnen, regelmässig das entspannte Gespräch mit der Tochter zu suchen. Dies vielleicht nicht gleich zu zweit. Sprechen Sie als Eltern ab, wer von Ihnen beiden das macht. Schlagen Sie Ihrer Tochter dabei nicht gleich Veränderungen vor. Ihre Tochter muss sich zuerst bei jemandem aussprechen können, um alles, was sie bewegt, zu verarbeiten.

Suchen Sie Rat?

Schreiben Sie an: Ratgeber, Luzerner Zeitung, Maihofstrasse 76, 6002 Luzern. E-Mail: ratgeber@luzernerzeitung.ch. Bitte Anfrage mit Abopass-Nummer versehen.

Eine Möglichkeit wäre auch, dass Sie Ihrer Tochter eine Beratung empfehlen, einen Ort, wo sie über alles reden kann und professionelle Hilfe erhält. Falls Sie die finanziellen Ressourcen haben, könnten Sie ihr bei der Bezahlung helfen. Auch die Kinderbetreuung könnte ab und zu jemand von ausserhalb übernehmen.

Eine weitere Möglichkeit wäre die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe. Der Sozialdienst der Gemeinde kann Ihnen eine Adresse angeben.

Vorschläge ohne Druck

All diese Vorschläge können Sie sorgfältig und ohne Druck Ihrer Tochter mitteilen. Sprechen Sie über eine Idee und warten Sie dann einige Zeit ab. Nehmen Sie diese wieder auf und sagen Sie Ihrer Tochter, dass Sie sie einfach unterstützen wollen. Das könnte gut bei ihr ankommen. Bei allem, was Sie tun und sagen, achten Sie stets darauf, die Verbundenheit zu Ihrer Tochter auf gute Weise aufrechtzuerhalten. Ich wünsche Ihnen die nötige Gelassenheit.

Von aussen in eine Beziehung einzugreifen, ist schwierig. Man kann aber konkrete Hilfe oder regelmässige Gespräche anbieten. Bei Letzteren gilt es primär zuzuhören, ohne sofort Massnahmen vorzuschlagen. Wichtig ist, dass man nicht Druck aufsetzt, sondern Gelassenheit zeigt, um eine gute Verbindung aufrechtzuerhalten. (red)

* Eugen Bütler, Luzern, Psychologischer Berater, Dipl. Ergotherapeut, Theologe, Einzel- und Paarberatung www.buetlercoaching.ch

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