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Ratgeber

Warum die blauen Flecken nach Stentimplantation?

Ich (m, 63) habe vor ein paar Wochen wegen einer Verengung einer Herzkranzarterie einen Stent ­implantiert bekommen. Seither kriege ich viele blaue Flecken, und zwar bereits dann, wenn ich mich irgendwo auch nur ein bisschen anschlage. Warum ist das so? Ist vielleicht etwas schiefgelaufen beim Eingriff?
Georg Fröhlich*

Stents sind kleine Maschengitter aus Metall, mit denen Verengungen der Herzgefässe wieder aufgeweitet werden. Die Stents bilden also eine Stütze, damit das Blutgefäss offen bleibt.

Stents werden unter Röntgenkontrolle durch einen kleinen Eingriff (sogenannte Herzkatheteruntersuchung) zumeist über einen Zugangsweg von der Armarterie am rechten Handgelenk zum Herzen vorgeschoben. Der Stent ist dabei auf einem Ballon zusammengefaltet. Befindet sich der Stent dann in der richtigen Position innerhalb einer Engstelle des Herzgefässes, so wird der Ballon mit hohem Druck (12 bis 25 atm) aufgeblasen. Der Stent wird in die Wand gedrückt und dort fest verankert. Der Ballon selbst wird wieder abgelassen und entfernt.

Der Stent bildet aber einen Fremdkörper, und ohne eine entsprechende Blutverdünnung würde sich unmittelbar nach der Stentimplantation ein Blutgerinnsel innerhalb des Stents bilden. Dies könnte zu einem Verschluss des Blutgefässes und damit zu einem Herzinfarkt führen.

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Um dies zu verhindern, muss jeder Patient nach Stentimplantation eine medikamentöse Blutverdünnung einnehmen. Die verabreichten Medikamente hemmen die Funktion der Blutplättchen, denen eine wesentliche Rolle bei der Blutgerinnung zukommt.

Nach zirka 6 Monaten ist ein Stent «eingewachsen». Das heisst, dass eine dünne Endothelzellschicht nun den Fremdkörper bedeckt. Der Stent ist nun nicht mehr direkt dem Blutstrom ausgesetzt, und die Gefahr, dass sich ein Blutgerinnsel bildet, ist nur noch sehr klein

Somit können Medikamente nach 6 Monaten zum Teil abgesetzt werden. Aspirin sollte aber bei allen Patienten mit Verengungen an den Herzgefässen (unabhängig vom Stent) eingenommen werden.

Patienten mit Herzinfarkt erhalten sogar für 12 Monate eine noch etwas stärkere Blutverdünnung mit anderen Medikamenten.

Diese Blutverdünnung ist aus den oben beschriebenen Gründen überlebensnotwendig und sollte vorzeitig nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Kardiologen geändert werden.

Die Kehrseite: Als Nebenwirkung einer Blutverdünnung kommt es möglicherweise wie bei Ihnen zu Blutungen. Die meisten der betroffenen Patienten bemerken dabei viele kleine Blutergüsse an der Haut. Bereits bei geringen Verletzungen (zum Beispiel leichtes Anschlagen des Unterarmes) bildet sich ein blauer Fleck. Auch beim Rasieren kann es zu kleinen Blutungen kommen, und es dauert dann etwas länger, bis die Blutung zum Stillstand kommt. Auch kann es zu vermehrtem Nasenbluten kommen. Aber ich kann Sie insofern beruhigen, weil solche kleinen Blutungen harmlos sind

Grössere Blutungen, insbesondere Magen-Darm-Blutungen, treten deutlich seltener auf. Dennoch sollten alle Patienten mit einer zweifachen Blutverdünnung einen prophylaktischen Magenschutz erhalten.

PD Dr. med. Georg Fröhlich, Kardiologe in der Herzclinic Luzern, Hirslanden-Klinik St. Anna. Infos www.hirslanden.ch

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