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Warum habe ich hartnäckigen Ausschlag im Gesicht?

Ich (w, 72) leide seit Monaten an einem Ausschlag, der immer wieder von neuem kommt. Die Rötung beginnt beim Haaransatz und zieht sich in der Gesichtsmitte bis zu Kinn und Hals, zudem gibt es seitlich mückenstichartige, beissende Ausschläge («Bibeli»). Salben und Ernährungsumstellung halfen nichts. Wissen Sie Rat?
Jörg-Ulrich Fechner

Die Beschreibung der 72-jährigen Dame deutet am ehesten auf eine Form des Nesselfiebers hin, eine sogenannte akute spontane Urtikaria. Diese kann in jedem Alter vorkommen und ist oft nicht allergisch bedingt. Dabei sind Frauen häufiger betroffen als Männer.

Die Urtikaria kann bei Infekten oder bei der Kombination verschiedener Schmerzmittel auftreten. Ursache ist eine Mastzellenaktivierung, die durch unterschiedliche Gründe hervorgerufen wird.

Verschiedene Formen

Es gibt eine allergische Form, die beispielsweise im Zusammenhang mit Nahrungsmitteln entstehen kann. Sie tritt verstärkt bei Patienten auf, die unter Heuschnupfen, Ekzemen oder Allergien auf Antibiotika leiden oder allergisch auf Bienen- oder Wespenstiche reagieren. Solche potenziellen Auslöser sollten also möglichst vermieden werden.

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Es gibt aber auch die Urtikaria als Form einer Autoimmunerkrankung. Um diese gezielt behandeln zu können, sollten zuvor eine allergische Ursache und eine Rheumaerkrankung ausgeschlossen sowie die Funktion der Schilddrüse abgeklärt werden.

Auch Belastungssituationen können zu solchen Hauterscheinungen führen, wobei die nesselfieberartigen Hautveränderungen überall und jederzeit auftreten können. Dabei zeigen sich Rötungen und Schwellungen in unterschiedlichster Art und Weise.

Im fortgeschrittenen Alter und bei längerem Bestehen kann eine Gewebeprobe hilfreich sein, um eine Arzneimittelreaktion oder eine andere blasenbildende Erkrankung auszuschliessen.

Tagebuch kann hilfreich sein

Das Führen eines Tagebuchs, in dem die Beschwerden festgehalten werden, kann für den Arzt bei der Anamnese eine grosse Hilfe sein. Das gilt insbesondere für unklare Formen, die schon seit mehreren Monaten bestehen.

Von einer akuten spontanen Urtikaria spricht man bei einem Beschwerdebild, das über einen Zeitraum von weniger als sechs Wochen besteht. Für die chronische Form der spontanen Urtikaria muss man durchschnittlich von 3 bis 5 Jahren ausgehen.

Therapieziel ist in beiden Fällen die komplette Beschwerdefreiheit. Dabei wird neben der Beseitigung und Vermeidung des Auslösers die Hemmung der Mastzellenfreisetzung mit Kortison oder Lichttherapie sowie nichtsteroidalen H1-Antiallergika angewandt.

Als weitere Massnahmen werden kühlende und juckreiz-stillende Lotionen sowie das Vermeiden von Hitze, Alkohol und Stress in Betracht gezogen. Allergenarme Diäten zeigen hingegen allenfalls eine verzögerte Verbesserung und sollten im höheren Alter nur mit Vorsicht angewandt werden.

Hartnäckige Formen der akuten spontanen Urtikaria können ausserdem mit einer Anti-IgE-Immuntherapie behandelt werden, jedoch kann hier eine regelmässige Weiterbehandlung erforderlich sein.

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