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Ratgeber

Was führt zu Kopfschmerzen nach dem Krafttraining?

Unserem Sohn (25), gesund und vital, geht es nach dem Krafttraining tags darauf immer schlecht. Der Kopf fühlt sich an, als hätte er tags zuvor zu viel Alkohol getrunken. Seine Trainingszeit dauert etwa eine Stunde, er übertreibt nicht, Flüssigkeit nimmt er genügend zu sich. Woran könnte dieses Unwohlsein im Kopf liegen?
Dr. med. Daniel Wegmann*

Was Ihr Sohn beschreibt, ist ein altbekanntes Phänomen. Schon die alten Griechen beschrieben einen Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und Kopfschmerzen.

Dr. med. Daniel Wegmann.

Dr. med. Daniel Wegmann.

Lassen Sie mich zunächst kurz den Begriff «Kopfschmerzen» definieren, bei dem die Unterschiede nicht immer trennscharf verlaufen. Heute werden Kopfschmerzen generell in primäre und sekundäre Formen eingeteilt. Zu den primären Kopfschmerzen zählen die Migräne, der Spannungskopfschmerz und die Kopfschmerzen ohne eine Schädigung der Hirnstrukturen, die zum Beispiel durch grosse Anstrengung oder Kälte ent­stehen können.

Frauen leiden häufiger unter Kopfschmerzen

Sekundäre Kopfschmerzen treten als Folge einer anderen Krankheit oder eines Unfalls auf. Beispiele dafür sind ein erhöhter Blutdruck, Alkoholkonsum oder eine Hirnerschütterung.

Von primären Kopfschmerzen sind rund 95 Prozent aller Menschen irgendwann im Leben einmal betroffen, bei rund der Hälfte der Bevölkerung treten sie regelmässig auf. Frauen leiden zudem häufiger an Kopfschmerzen als Männer.

Bei Kopfschmerzen nach dem Krafttraining handelt es sich in der Regel um Anstrengungs- oder Spannungskopfschmerzen. Diese sind von drückender, nicht pulsierender Natur und meist beidseitig am Kopf, an den Schläfen oder der Stirn lokalisiert. Übelkeit, Seh- oder Hörstörungen, wie sie bei anderen Formen des Kopfschmerzes vorkommen können, treten hier nicht auf. Auch verschlechtern sich die Schmerzen nicht zunehmend durch körperliche Aktivität, etwa das Hochsteigen von Treppen.

Flüssigkeitsverlust ausgleichen

Man vermutet, dass diese Art von Kopfschmerzen aus Spannungsveränderungen der Gefässe in der Schädelbasis resultieren. Gefördert wird dies durch hohe Umgebungstem­peraturen, die einen grösseren Flüssigkeits- und Salzverlust begünstigen. Ausserdem kann ein krankhaft erhöhter Bluthochdruck, der unter Belastung auftritt, ebenfalls zu starken Kopfschmerzen führen, was jedoch meist ältere Sportler betrifft. Auch ein einseitiges oder zu intensives Training mit lokaler Übersäuerung der Muskulatur oder die Ausbildung von muskulären Ungleich­gewichten können entsprechende Kopfschmerzen fördern. Das scheint bei Ihrem Sohn aber glücklicherweise nicht der Fall zu sein.

Falls die Beschwerden regelmässig auftreten, empfehle ich Ihrem Sohn eine weiterführende Abklärung bei Ihrem Arzt zur Ursachenklärung. Eine regelmässige Einnahme von Schmerzmitteln sollte vermieden werden. Vorbeugend ist auf eine regelmässige und ausreichende Flüssigkeitszufuhr in kleinen Portionen während des Trainings zu achten sowie auf die Einnahme von Eiweissen und Elektrolyten, zum Beispiel in Form von Magnesium (Bananen, Kerne, Mandeln …) und Salz (Bouillon). Auch Massagen und Muskelentspannungs­übungen wie Yoga oder Auto­genes Training können Spannungskopfschmerzen vor­beugen.

* Dr. med. Daniel Wegmann, Sportmedizin St. Anna im Bahnhof Luzern, www.hirslanden.ch/sportmedizin-stanna

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