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Ratgeber

Was geschieht beim Ablauf meiner Libor-Hypothek?

Ich habe auf meinem Haus eine 3-Monate-Libor-Hypothek von 500 000 Franken mit einer Rahmenlaufzeit von 3 Jahren. Ich habe nun gelesen, dass die Libor-Hypotheken abgeschafft werden sollen. Was geschieht in diesem Fall mit meiner Hypothek? Muss ich etwas unternehmen, oder regelt das die Bank automatisch für mich?
Shahram Shad*
Shahram Shad

Shahram Shad

In der Tat soll der Libor als Referenzzinssatz für Geldmarkt-Hypotheken bis Ende 2021 abgeschafft werden. Der Referenzzinssatz stand während der Finanzkrise vor 10 Jahren im Zentrum eines Manipulationsskandals. Dadurch hat er an Glaubwürdigkeit eingebüsst. Künftig will man daher auf vertrauenswürdigere Modelle setzen. Noch offen ist, ob sich Schweizer Kreditinstitute auf einen gemeinsamen Standard für kurzfristige Referenzzinssätze einigen.

Ungeklärte Fragen

Noch manche Fachfrage rund um die Libor-Abschaffung ist ungeklärt. Doch ist die Umstellung auf einen neuen Referenzzins schon jetzt spürbar. Den Abschluss einer neuen Libor-Hypothek offerieren aktuell nicht mehr alle Finanz-Institute.

Die zuständige Nationale Arbeitsgruppe für Referenz­zinsen in Franken (NAG) hat den Geldmarktzinssatz Saron (Swiss Average Rate Overnight) als neue Referenzgrösse empfohlen. Der Unterschied zum Libor: Diese Zinssätze beruhen auf tatsächlichen Markttransaktionen und nicht mehr auf Angaben von Banken. Die gute Nachricht: Für Schweizer Hypothekarnehmer, die ihre Immobilie über eine Libor-­Hypothek finanzieren, dürfte es vorerst mit dem Saron keine merklichen Änderungen geben. Denn im historischen Verlauf bewegen sich der Libor und der Saron auf ähnlichem Niveau.

Flexibilität beim Wechsel

Als Alternative bietet sich eine kurzfristige Festhypothek mit einer Laufzeit von 2 oder 3 Jahren an. Die Zinssätze für kurzfristige Festhypotheken und Libor-Hypotheken bewegen sich aktuell auf sehr vergleichbarem Niveau.

Ablaufdatum beachten

Ob die Kreditgeber die Libor-Hypotheken automatisch in Saron-Hypotheken umwandeln, ist offen. Denkbar aber ist auch, dass einige Anbieter die Libor-Hypotheken ihrer Kunden am Ende der Laufzeit allenfalls automatisch in teure variable Hypotheken umwandeln, sofern Sie sich als Hypothekarnehmer nicht rechtzeitig um die Kündigung oder Verlängerung kümmern. Beachten Sie daher die Kündigungsfristen im Hypothekarvertrag.

Einige Banken warten bis zur sprichwörtlichen letzten Minute. Ein Anbietervergleich oder gar ein -wechsel ist nach einem Wechsel in eine variable Hypothek häufig schon rein aus administrativen Gründen nicht mehr realisierbar.

Frühzeitig vergleichen

Grundsätzlich gilt: Machen Sie sich 12 bis 18 Monate vor Ablauf Ihrer Libor-Hypothek Gedanken darüber, ob und wie Sie die Hypothek ablösen bzw. verlängern möchten. Diese Frist gilt im Übrigen für Festhypotheken genauso wie für Libor-Hypo­theken. Fragen Sie Ihren Hypothekargeber nach den Modalitäten der Libor-Umstellung und dem Vorgehen während der Übergangszeit, und prüfen Sie die Regelungen.

*Shahram Shad ist Leiter Vertrieb Deutschschweiz Moneypark, www.moneypark.ch

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