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Ratgeber

Was ist ein «Überbein» – und ist es wirklich harmlos?

Ich (w, 59) habe am Unterarm in Handnähe schon länger ein sogenanntes Überbein, das mich optisch etwas stört. Mein Hausarzt sagt, aus medizinischer Sicht müsse man nichts dagegen machen. Stimmt das? Was, wenn man es trotzdem weghaben möchte? Und woher kommt überhaupt ein solches Überbein?
Dr. med. Stefan Wohlgemuth*

Beim «Überbein», wie es der Volksmund nennt, handelt es sich nicht etwa um Knorpel oder Knochen, wie der Name vermuten lässt. Vielmehr handelt es sich um eine Zyste, die mit Flüssigkeit gefüllt ist. In der Medizin spricht man von einem Ganglion. Dieses kann sich überall dort bilden, wo Gelenke oder Sehnenscheiden unter der Haut liegen.

Dr. med. Stefan Wohlgemuth.

Dr. med. Stefan Wohlgemuth.

Am häufigsten tritt es am Handrücken auf und hat seinen Ursprung im Bereich der Handwurzelknochen. Aber auch am Handgelenk, wie Sie es beschreiben, kann ein Ganglion entstehen, ausserdem an den Fingern, Ellenbogen oder Schultern, an den Kniegelenken und Füssen.

Ein Ganglion entsteht meist als Resultat einer Überbeanspruchung oder Überlastung der Gelenke oder Sehnenscheiden sowie als Begleiterscheinung einer alters- oder belastungsbedingten Abnützung. Sind Gelenke von Arthrose befallen, kommt es aufgrund der Reizung und der damit verbundenen Bildung von Flüssigkeit und der Schwellung der Schleimhäute häufiger zu Ganglien. Dies erklärt auch, weshalb Ganglien grösser und wieder kleiner werden können. Und warum sie, wenn absolut kein Reiz mehr vorhanden ist, auch von selbst verschwinden können.

Erneute Ganglionbildung kann vorkommen

Ein Ganglion kann mechanische Gelenkschmerzen verursachen. Für Betroffene ist es aber oft einfach optisch störend, gerade wenn es sich an einem gut sichtbaren Körperteil wie der Hand befindet.

Wie Ihr Hausarzt richtig sagt, ist eine Behandlung aus medizinischer Sicht nicht unbedingt notwendig. Je nach auftretenden Symptomen sind aber verschiedene Therapieformen möglich: Bei leichten Beschwerden hilft oft eine konservative Behandlung, also die Ruhestellung des entsprechenden Körperteils. Allerdings kann sich das Ganglion erneut bilden, wenn das Gelenk oder die Sehnenscheide erneut beansprucht wird. Weiter können Ganglien zerdrückt oder punktiert (aufgestochen) werden, wobei gleichzeitig ein Kortisonpräparat injiziert wird, um einer Entzündung und Neubildung vorzubeugen. Aber auch hier ist die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Ganglionbildung relativ gross.

Wenn die konservativen Massnahmen nicht helfen und das Ganglion schmerzt oder mechanisch bzw. optisch allzu sehr stört, kann jederzeit eine operative Entfernung der Zyste vorgenommen werden. Beim von Ihnen beschriebenen Handgelenk-Ganglion muss bei einer solchen Operation nicht nur der Zystensack, sondern auch der Stiel des Ganglions, welcher in die Tiefe reicht, entfernt werden. Damit wird die Wahrscheinlichkeit der Neubildung reduziert. Am besten sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt offen über ihre Überlegungen, das Ganglion aus kosmetischen Gründen entfernen zu lassen, und lassen sich über die verschiedenen Möglichkeiten im Detail aufklären.

* Dr. med. Stefan Wohlgemuth ist Facharzt für Chirurgie und Handchirurgie, orthopädische Klinik Luzern AG, www.okl.ch
Hirslanden-Klinik St. Anna, Luzern; www.hirslanden.ch

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