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Was ist unter «Zero Waste» zu verstehen?

  Kürzlich habe ich von einer Bewegung gehört, die sich «Zero Waste» nennt. Es scheint sich um eine Art neue «Lebensphilosophie» zu handeln. Was bedeutet der Ausdruck? Wofür steht diese Bewegung?

Monika Neidhart*
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Monika Neidhart

Monika Neidhart

Zero Waste heisst «Null Abfall» oder «Keine Verschwendung». Damit sind auch die Botschaften der Bewegung Zero Waste um- schrieben. Das Ziel ist, ein Leben zu führen, bei dem möglichst wenig Abfall produziert und keine Rohstoffe vergeudet werden. Als Vorreiterin der Bewegung gilt die in Kalifornien lebende Französin Bea Johnson. Seit 2008 lebt sie mit ihrer Familie, ohne überflüssigen Müll zu produzieren. Der gesamte Abfall eines Jahres hat gemäss ihren Angaben in einem einzigen Glas Platz.

In der Schweiz wurde 2015 der Verein Zero Waste Switzerland gegründet (aktuell rund 800 Mitglieder). Dazu entstanden in allen Teilen der Schweiz Unverpackt-Geschäfte. Wer in solchen Läden einkauft, bringt die Verpackung selber mit oder kauft Bienenwachstuch-, Stoffsack- oder Glasbehälter.

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Zero Waste basiert auf sechs Punkten, zusammengefasst in R: refuse, reduce, reuse, repair, recycle, rot (Deutsch: vermeiden, reduzieren, wiederverwerten, reparieren, recyceln, verrotten/kompostieren). Es geht also um viel mehr als «nur» um Verpackung, das sorgfältige Trennen von Abfall und das Recycling-Konzept. Es geht darum, erst gar keinen Abfall entstehen zu lassen. Nur so braucht es nicht unnötig Ressourcen und belastet von der Herstellung bis zur Entsorgung unsere Umwelt weniger. Die 6 R sind Hilfen, das eigene Konsumverhalten zu überdenken. Dabei muss nicht auf alles verzichtet werden. Dank überlegter Kauf- und Konsumentscheidungen kann jeder nachhaltiger handeln und damit einen kleineren ökologischen Fussabdruck hinterlassen. Bea Johnson spricht auch davon, wie leicht ihr Leben wurde, seit sie nach diesen Grundsätzen lebt.

Anwendung im Haushalt

Die 6 R, wie sie im Sinne der Zero-Waste-Bewegung im privaten Haushalt gemeint sind:

— Refuse steht dafür, dass das, was nicht gebraucht wird, weder gekauft noch angenommen wird. «Null Abfall» beginnt, wenn ich etwas einkaufe oder erhalte. Sobald ich etwas besitze, wird es irgendwann zum Abfall (ausser das, was gegessen wird). Also alle Einkäufe überdenken: Brauche ich das wirklich? Werbeprospekte, Modekataloge und Zusendungen, die direkt auf dem Altpapier landen, abbestellen. Was in der eigenen Tasche Platz hat, nicht einpacken lassen. Werbegeschenke, die zu Hause nur herumliegen würden, nicht annehmen.

— Reduce lädt dazu ein, Güter, Dinge, die nicht unbedingt gebraucht werden, zu reduzieren. Das alte Handy liegt in einer Schublade, Kleider passen vom Stil, von der Grösse her nicht mehr, Haushaltsgeräte haben sich angesammelt. Beispiele für Dinge, die man über eine Internetplattform, die Kleidersammelstelle oder an einer Börse an andere Leute abgeben kann, die sie sonst neu kaufen müssten.

— Reuse (re-use) heisst wiederverwenden für denselben oder einen anderen Zweck.

— Repair meint flicken, was möglich ist. Das setzt auch voraus, dass bereits beim Einkauf beachtet wird, ob der Gegenstand reparierbar ist – ­ansonsten: refuse!

— Recycling ist nicht das wichtigste Ziel des Zero-Waste-Life­Style. Beachtet man die erwähnten R, sollte nicht mehr viel übrig bleiben. Recycling funktioniert nur, wenn die Abfälle richtig getrennt und der entsprechenden Sammelstelle zugeführt werden. Nur so kann aus Abfall ein Ausgangsstoff für Neues entstehen.

— Rot steht für Rest kompostieren/der Grünabfuhr mitgeben.

*Monika Neidhart, Goldau, ist Hauswirtschaftslehrerin und Fachjournalistin MAZ/FH, www.textwerke.ch

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