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Was muss ich tun für eine straflose Selbstanzeige?

Vor einigen Jahren habe ich von meinem Vater 200000 Franken erhalten, die ich bis heute nicht deklariert habe. Was kann ich tun, um die Situation zu legalisieren? Soll ich das entsprechende Konto einfach in der nächsten Steuererklärung aufführen? Hat dies Auswirkungen für meinen Vater?

Daniel Disler*
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Daniel Disler

Daniel Disler

Die am 1. Januar 2010 in Kraft getretene sogenannte «kleine Steueramnestie» hat die Selbstanzeigen und die Nachbesteuerung in Erbfällen erheblich vereinfacht (Art. 175 Abs 3 DBG, Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, SR 642.11). Betroffen von diesem Bundesgesetz sind die direkten Steuern (Einkommens- und Vermögenssteuern; Gewinn- und Kapitalsteuern; Grundstückgewinnsteuern; Quellensteuern).

Mehrere Bedingungen

Seither kann jede steuerpflichtige Person die Steuerbehörden auf eigenes Einkommen oder Vermögen hinweisen, das sie bisher nicht oder nur teilweise deklariert hatte. Falls die Hinterziehung der Steuerverwaltung nicht bereits bekannt war, die steuerpflichtige Person die Steuerverwaltung bei der Feststellung der hinterzogenen Werte vorbehaltlos unterstützt und sich ernstlich um die Bezahlung der geschuldeten Nachsteuern und Verzugszinsen bemüht, bleibt die Hinterziehung bei der erstmaligen Selbstanzeige straflos. Allerdings müssen die Steuern für die letzten zehn Jahre inklusive Zins und Zinseszins bezahlt werden.

Entscheidend für die Straflosigkeit ist auch, dass die Selbstanzeige aus eigenem Antrieb, spontan und freiwillig erfolgt. Bei jeder weiteren Selbstanzeige beträgt die Busse ein Fünftel der zu entrichtenden Nachsteuer.

Keine Formvorschriften

Für eine Selbstanzeige gibt es keine Formvorschriften oder speziellen Formulare. Eine Selbstanzeige können Sie daher jederzeit mit einem Schreiben an die kantonale Steuerverwaltung oder auch als Beilage zu Ihrer aktuellen Steuererklärung einreichen. Es genügt jedoch nicht, einfach die bisher hinterzogenen Werte in der Steuererklärung zu ergänzen. Bei diesen Werten müssen Sie explizit einen Hinweis auf die bisher unvollständige Deklaration anbringen.

Suchen Sie Rat?

Schreiben Sie an: Ratgeber, «Luzerner Zeitung», Maihofstrasse 76, 6002 Luzern  E-Mail: ratgeber@luzernerzeitung.ch. Bitte geben Sie bei Ihrer Anfrage Ihre Abopass-Nummer an.

Im Rahmen einer straflosen Selbstanzeige müssen Sie alle bisher nicht deklarierten Einkommens- und Vermögenswerte für die letzten zehn Jahre vorbehaltlos offenlegen und mit der Steuerverwaltung kooperieren. Bei der Nachbesteuerung von Erben kann es zu einer vereinfachten Besteuerung kommen, die nur drei Jahre zurückreicht.

Frist abklären

Da ich in Ihrem konkreten Fall davon ausgehe, dass die nicht deklarierten Vermögenswerte bereits bei Ihrem Vater unversteuert waren und nicht aus einer Erbschaft stammen, ist es wichtig, dass Sie vorgängig den zeitlichen Rahmen abklären. Liegt die Schenkung Ihres Vaters innerhalb der letzten zehn Jahre, so ist auch für Ihren Vater eine Selbstanzeige für die verbleibenden Jahre einzureichen, um einer Busse zu entgehen. Ich empfehle Ihnen darum, für die korrekte Abwicklung Ihrer Selbstanzeige eine Fachperson beizuziehen.

*Daniel Disler ist Steuerfachmann bei der Luzerner Kantonalbank, Luzern, www.lukb.ch

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