Ratgeber

Was muss ich von Nachbars Katze alles hinnehmen?

In unserer Nachbarschaft gibt es mehrere Katzen, die unser Grundstück als ihr Revier betrachten. Sie koten auf Platten, Rasen und Beete, jagen Vögel, fressen Fische aus dem Teich und fügen unseren Autos Kratzer zu, wenn sie sich auf diesen sonnen... Was macht der harmoniebedürftige Nachbar in diesem Fall: Dulden oder reklamieren?

Doris Pfyl*
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Laut Zürcher Tierschutz sind in der Schweiz rund 1,4 Millionen Büsis auf ihren Samtpfoten unterwegs. Katzen sind eigenwillige Geschöpfe und lassen sich nur schwer erziehen. Sie zeigen ihren Haltern sehr genau, wann sie Streicheleinheiten wünschen und Verbote beeindrucken sie kaum. Dieses selbstbewusste Verhalten macht sie zu interessanten Geschöpfen. Der Schriftsteller Kurt Tucholsky brachte es mit seiner Aussage auf den Punkt: «Hunde haben Herrchen, Katzen haben Personal.»

Doris Pfyl

Doris Pfyl

Luzerner Zeitung

Viele Katzen bewegen sich in der freien Wildbahn. Sie beanspruchen oft ein recht grosses Revier, das sie leidenschaftlich verteidigen. Katzen sind Raubtiere. Dass sie jagen und fischen ist ein normales Verhalten, das ihnen nicht aberzogen werden kann. Das führt immer wieder zu nachbarschaftlichen Konflikten. Trotz dieser Tatsachen ist Ihr Ärger verständlich. Sie nerven sich ab den Tieren, und es muss etwas geändert werden.

Von Streit mit der Nachbarschaft rate ich aber unbedingt ab. Dieser kostet viel Energie und ob er zum Erfolg führt, ist sehr ungewiss. Denn auch wenn es unfair erscheinen mag: Es ist rechtlich anerkannt, dass Katzenhalter nicht für das geradestehen müssen, was ihre Vierbeiner in fremden Gärten anstellen.

Mit dem Nachbarn reden

Trotzdem: Wenn sich wie in Ihrem Fall das Nachbarsbüsi an den Zierfischen aus dem Teich bedient, Pflanzen aus den Beeten scharrt und Autos zerkratzt, muss der Katzenhalter davon in Kenntnis gesetzt werden. Schlucken Sie Ihren Frust nicht zu lange hinunter und besprechen Sie das Thema mit Ihrem Nachbarn, bevor Ihnen vollends der Kragen platzt. Erklären Sie in ruhigem und sachlichem Ton, was das Büsi alles anstellt in Ihrem Garten. Vermutlich hat Ihr Nachbar davon keine Ahnung, erhält so die Chance zu reagieren und für den entstandenen Schaden aufzukommen. Meines Wissens gibt es Haftpflichtversicherungen, die Katzenschäden übernehmen.

Sie schreiben von mehreren Nachbarskatzen, die sich um Ihr Haus tummeln. Bevor Sie einen Tierbesitzer angehen, ist es wichtig zu wissen, welcher Vierbeiner die Schäden verursacht. Lässt sich da ein Büsi dingfest machen? In Ihrem Fall macht es sicher Sinn, die Katzen zu beobachten, so dass sie auf frischer Tat ertappt werden können. Im besten Fall haben Sie noch einen «Zeugen» an Ihrer Seite.

Sie können auch versuchen, den Büsis den Aufenthalt in Ihrem Garten zu vergraulen. Katzen sind wasserscheu. Wenn Sie sie einige Male mit einer Wasserpistole bespritzen, werden sie dieses Revier vermutlich künftig meiden. Klären Sie aber die Katzenbesitzer über die Spritzaktion auf. Auch kann stark duftender Lavendel oder verstreuter Kaffeesatz oder Pfeffer Katzen abhalten, in einem Beet zu scharren. Katzen haben sehr feine Nasen und mögen diese Gerüche nicht.

* Doris Pfyl ist Knigge-Trainerin, Farb- und Modestilberaterin sowie Ausbildnerin des Schweizer Fachverbands FSFM. www.imagemodestil.ch

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