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Was soll ich mit den vielen Wachsresten anfangen?

Bitte sagen Sie mir doch mal, was mit den Kerzen los ist! Der Docht ist viel zu dünn im Verhältnis zu den kiloweisen Wachskörpern. Was soll man mit dem vielen restlichen Wachs tun, welches nicht abbrennt? Wohin damit? Einfach wegschmeissen?

Christian Frank*
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Christian Frank

Christian Frank

Ob eine Kerze schön abbrennt oder nicht, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Sowohl die Qualität der Kerze als auch der Standort beim Abbrennen spielen dabei eine Rolle.

Das Wachs der meisten im Handel angebotenen Kerzen besteht aus Paraffin, Bienenwachs, Stearin oder einer Mischung dieser Rohstoffe. Paraffin ist als Nebenprodukt der Erdölraffi­nation das meistverwendete Produkt. Stearin wird aus Palmöl oder aus Rinder- und Schweinetalg, einem Abfallprodukt der Fleischproduktion, gewonnen. Der Docht besteht seit Urzeiten aus Baumwolle.

Die meisten dieser Rohstoffe sind in der Produktion nicht ganz unproblematisch für die Umwelt. Während Erdöl nicht erneuerbar ist, wird Palmöl oft nicht umweltfreundlich produziert. Tierisches Fett ist für alle Veganer ein Tabu. Folglich gilt auch bei der Kerzenwahl dasselbe wie bei vielen anderen Produkten: Lieber weniger konsumieren, dafür in hoher Qualität.

Qualität der Kerzen

Ob eine Kerze schön abbrennt, hängt mit der Qualität der verwendeten Rohstoffe und der optimalen Abstimmung der Dochtdicke auf den Kerzendurchmesser zusammen. Leider kann die Qualität nicht anhand des Aussehens, des Duftes oder des Preises der Kerze beurteilt werden. Einen guten Anhaltspunkt gibt aber das RAL-Gütezeichen (www.kerzengüte.de). Dieses garantiert die Verwendung qualitativ hochstehender Rohstoffe und ein sauberes Abbrennen. Idealerweise werden Kerzen aus den zahlreichen Zentralschweizer Kerzenmanufakturen gekauft. Sie garantieren qualitativ hochstehende Schweizer Produkte.

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Schreiben Sie an: Ratgeber, «Luzerner Zeitung», Maihofstrasse 76, 6002 Luzern  E-Mail: ratgeber@luzernerzeitung.ch. Bitte geben Sie bei Ihrer Anfrage Ihre Abopass-Nummer an.

Doch leider nützt auch die beste Qualität nichts, wenn die Kerze im Durchzug steht. Ein vor Zugluft geschützter Standort ist also ebenfalls wichtig für ein sauberes Abbrennen ohne Tropfen und grosse Wachsreste.

Wachsrecycling

Spätestens wenn der Docht ganz abgebrannt ist, bleibt ein gewisser Wachsrest übrig. Obwohl gemäss Auskunft der Kerzenhersteller gerade in der Adventszeit die Nachfrage nach Recyclingwachs gross ist, nehmen die Kerzenhersteller in der Regel nur grössere Mengen Kerzenreste von Grosskunden zurück. Ein eigentliches Kerzenwachs-Recyclingsystem existiert nicht.

Der Privatkunde kann aber Kerzenreste auf verschiedene Arten selber recyceln. Die Reste können zusammengeschmolzen und in alten Gefässen oder Konfigläsern zu neuen Kerzen gegossen werden. Den dazu notwendigen Docht kann man im Bastelladen kaufen oder auch Baumwollgarn verwenden. Wer nicht gerne selber bastelt, kann auch ein Schmelzfeuer kaufen: ein Keramiktopf, worin Wachsreste mithilfe eines nicht brennenden Dauerdochts aus Glasfasern recycelt werden.

Zur Entsorgung gehört Kerzenwachs in den normalen Hauskehricht. Da der Kehricht in der Schweiz verbrannt wird, wird die im Abfall enthaltene Energie zumindest thermisch genutzt. Dies sorgt dafür, dass zahlreiche Haushalte mit Fernwärmeanschluss wohlig warme Wintertage verbringen können.

*Christian Frank ist Leiter des Öko-Forums, Umweltberatung Luzern, www.umweltberatungluzern.ch

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