Ratgeber

Was unterscheidet Schrittmacher und Defibrillator?

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Herzschrittmacher und einem implantierten ­Defibrillator (ICD)? Beide werden doch oberflächlich unterhalb des linken Schlüsselbeins unter die Haut eingesetzt. Wann kommt ein Herzschrittmacher zur Anwendung, wann ein Defibrillator?

Dr. med. Georg Fröhlich*
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Unser Herz besitzt einen natürlichen «Schrittmacher» – den Sinusknoten . Dieser gibt über die Herznerven (Fachbegriff: Herz-Reizleitungssystem) in Ruhe zirka 50- bis 80-mal pro Minute einen kleinen elektrischen Impuls an den Herzmuskel ab. So sorgt dieser Taktgeber für einen synchronen Kontraktionsablauf des Herzens. Faktoren wie Alter und Fitness haben einen Einfluss auf die natürliche Herzfrequenz. Ständig erfolgen auch Anpassungen an die jeweiligen ­Gegebenheiten wie etwa Stress oder Treppensteigen.

Dr. med. Georg Fröhlich.

Dr. med. Georg Fröhlich.

Besonders im Alter kann das natürliche Reizleitungssystems geschädigt sein. Dabei kann der Puls teils auf unter 30 Schläge pro Minute absinken. Schlägt das Herz für mehrere Sekunden nicht, so kann es zu Schwindel oder Bewusstlosigkeit kommen oder gar tödlich enden. Bei diesen Patienten kommt ein Schrittmacher zum Einsatz, welcher jeden Herzschlag nach programmierbaren Kriterien prüft. Wenn der Puls zu niedrig wird oder eine Pause entsteht, wird ein kleiner elektrischer Impuls abgegeben, um den Herzmuskel zu stimulieren.

Herzschrittmacher werden seit den 1950er-Jahren eingesetzt. Zumeist erfolgt die Implantation in lokaler Betäubung unter die Haut unter dem linken Schlüsselbein. Zwei dünne «Elektrokabel» (Elektroden) werden über die Schlüsselbeinvene einerseits in die rechte Vorkammer und andererseits in die rechte Hauptkammer vorgeschoben und dort mit einem Schraubgewinde fest im Herzmuskel verankert. Die Batterie des Schrittmacheraggregats hält etwa 7 bis 12 Jahre, je nachdem, wie viele elektrische Impulse der Schrittmacher abgeben muss. Dann muss die Batterie durch einen kleinen erneuten Eingriff ausgetauscht werden.

Bei einer ausgeprägten Herzschwäche (Herzinsuffizienz) kommt seltener ein Dreikammer-Schrittmacher zum Einsatz. Dabei wird eine dritte Elektrode für die linke Hauptkammer eingelegt. Ziel ist, ein aus dem Gleichgewicht geratenes Zusammenspiel der beiden Herzkammern wieder zu synchronisieren und so die Herzleistung zu verbessern.

Konventionelle Herzschrittmacher können nur eine zu tiefe Herzfrequenz regulieren. Es gibt aber auch Herzrhythmusstörungen der Herzkammer, welche eine zu schnelle Herzfrequenz verursachen. Steigt die Frequenz auf über 160 oder gar weit über 200 Schläge pro Minute, kommt es zu einem Blutdruckabfall, das Herz erschöpft und es droht ein Herzstillstand. Dies kommt vor allem bei Patienten mit ausgeprägter Herzschwäche (zum Beispiel nach Herzinfarkt oder genetisch bedingt) vor.

Ein Defibrillator (Fachbegriff: Implantierbarer Cardioverter Defibrillator – ICD) kann zu schnelle Herzrhythmusstörungen erkennen und durch die Abgabe von starken Elektroimpulsen («Schockabgabe») beenden. Das kann lebensrettend sein. Zusätzlich verfügt ein Defibrillator über sämtliche Funktionen eines konventionellen Herzschrittmachers. Es gibt aber klare Kriterien, für welche Patienten ein Herzschrittmacher geeignet ist und für welche ein Defibrillator.

* PD Dr. med. Georg Fröhlich ist Kardiologe in der Herz-Clinic, Hirslanden-Klinik St. Anna, Luzern, www.hirslanden.ch.

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