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Weihnachtsbeleuchtung: Bis wann darf sie bleiben?

Unser Nachbar hat sein Haus mit Hunderten von Lichtern festlich geschmückt. In der Weihnachtszeit ist das sehr hübsch. In den vergangenen Jahren brannte diese Festdeko jeweils von November bis in den März hinein. Wie kann ich dem Nachbarn einen Wink geben, dass die Zeit für die Weihnachtsbeleuchtung nun vorbei ist, ohne ihn zu verärgern?
Doris Pfyl
Beleuchtete Weihnachtsdekoration und der Schriftzug "Frohes Fest" erhellen am Abend des 05.12.2017 einen Garten mit Einfamilienhaus in Pillgram (Brandenburg). (zu dpa Ufo zwischen Wohnhäusern: Weihnachtsbeleuchtung extrem vom 11.12.2017) (KEYSTONE/DPA/Patrick Pleul) (Symbolbild: Patrick Pleul / Keystone / DPA)

Beleuchtete Weihnachtsdekoration und der Schriftzug "Frohes Fest" erhellen am Abend des 05.12.2017 einen Garten mit Einfamilienhaus in Pillgram (Brandenburg). (zu dpa Ufo zwischen Wohnhäusern: Weihnachtsbeleuchtung extrem vom 11.12.2017) (KEYSTONE/DPA/Patrick Pleul) (Symbolbild: Patrick Pleul / Keystone / DPA)

Immer wieder gibt der «kleine Grenzverkehr» Anlass zu wüsten Streitigkeiten zwischen Nachbarn, die bisweilen sogar vor Gericht ausgetragen werden. Das muss nicht unbedingt sein, wenn wir die Angelegenheit mit etwas Fingerspitzengefühl angehen.

Sie möchten Ärger verständlicherweise vermeiden, doch ist auch Ihre «Ungeduld» nachvollziehbar. Ich finde es völlig unpassend, dass die Weihnachtsbeleuchtung ihren Platz erst räumt, wenn sie vom Osterbaum abgelöst wird. Aber natürlich sind nicht alle dieser Meinung. Viele finden es «herzerwärmend», dass die künstlichen Lichter die dunkle Jahreszeit länger als nur gerade über die Weihnachtszeit erhellen.

Der November zählt zu den wirklich düsteren Monaten, und Sie gehen sicher mit mir einig, dass die Lichter dann auch schon brennen dürfen. Sie erzeugen eine friedvolle Atmosphäre und stimmen auf die besinnliche Adventszeit ein. Offizieller «Weihnachtsbeleuchtungsstart» wäre allerdings der 1. Advent – und die Lichter begleiten uns dann durch den ganzen Dezember.

Gewiss gehört auch der Januar noch zu den lichtarmen Monaten. Das fand auch der Bürgermeister einer deutschen Stadt, der veranlasste, dass die Weihnachtsbeleuchtung bis zum 2. Februar brennen soll. An diesem Tag ist Mariä Lichtmess, und in ländlicher, eher katholischer Umgebung galt dieses Datum lange als Ende der Weihnachtszeit. Im evangelischen Raum indes markiert diesen Zeitpunkt das Epi­phani­as­fest (6. Januar, Dreikönigstag). Aktuell wird das auch vielerorts so gehandhabt.

Tradition und Gesetz hin oder her, ob Mariä Lichtmess oder Dreikönigstag: Bis in den März hinein sollte die Festbeleuchtung auf keinen Fall in Betrieb sein. Das Lichtermeer stört Sie – und nicht von ungefähr existiert heute der Begriff «Lichtverschmutzung». Also besteht Handlungsbedarf.

Wie könnten Sie dieses delikate Thema bei Ihrem Nachbarn ansprechen? Ich bin der Überzeugung, dass uns offene, ruhig geführte Gespräche zwischenmenschlich viel weiter bringen als der dauernde Ärger über unliebsame Zustände, die schon lange hätten angesprochen werden können.

Humor bringt’s oft

Vermutlich ist es am besten, wenn Sie mit einem Augenzwinkern vorgehen. Das könnte etwa so ablaufen: Besorgen Sie sich einen Tulpenstrauss und klingeln Sie an Nachbars Tür. Erklären Sie, dass Sie bereits Frühlingsgefühle hätten und diese Stimmung an ihn weitergeben möchten. Ihnen sei aufgefallen, dass er sich offenbar noch nicht in entsprechender Gemütsverfassung befinde – die noch brennende Weihnachtsbeleuchtung deute das an.

Verpacken Sie diesen Hinweis in ein Hilfsangebot: Bieten Sie Ihre Unterstützung bei der Demontage der vermutlich aufwendigen Installation an. Ich gebe zu, dieses Vorgehen braucht etwas Mut. Aber wer weiss: Vielleicht sitzen Sie danach beim Kaffee zusammen und diskutieren, ob nun Mariä Lichtmess oder Dreikönigstag.

Doris Pfyl

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