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Ratgeber

Welche Anstandsregeln gelten bei der Handynutzung?

Ich beobachte oft, dass bei zwei miteinander intensiv sprechenden Personen die eine sich ständig vom Handy ablenken lässt. Das finde ich unhöflich. Wie sieht ein anständiger Handyumgang aus?
Michèle Ségouin*

Scheinbar hat heute im Alltag vieler Zeitgenossen das Smartphone alleroberste Priorität. Auf der Strecke zu bleiben droht darob die zwischenmenschliche Kommunikation.

Doch obwohl in einigen Schulen das Handy bereits als Lehr- und Lerninstrument ein­gesetzt wird, deuten einige Tendenzen darauf hin, dass auch eine Gegenbewegung im Anmarsch ist: Immer mehr Lokalitäten und Bildungseinrichtungen setzen auf eine handyfreie Be­gegnungszone – die zur Über­raschung vieler auch rege genutzt wird. Das kleine Gerät wird uns wohl in Zukunft auf Schritt und Tritt begleiten – umso mehr gilt es, im Umgang damit einige «Regeln» zu beherzigen.

Dass wir das Handy während eines Gesprächs zur Seite legen, hat mit Respekt zu tun: Er gebietet es, die Aufmerksamkeit dem Gegenüber zu widmen. Während eines Dialogs auf Augenhöhe soll das Handy das Feld räumen.

Für viele einfacher gesagt als getan! Anders als die Generation, die sich erst im Erwachsenenalter an die digitalen Alltagshelfer herantasten konnte, ist die Generation Z (die in den frühen 2000ern Geborenen) von Kindesbeinen an mit dem Handy verwachsen. Das Smartphone ist für sie weit mehr als ein Telefon, es ist der Kanal nach aussen schlechthin: Enzyklopädie und kompakte Erinnerungstruhe. Damit soll der Verlust der analogen Sprache keineswegs gutgeheissen werden, doch der Perspektivenwechsel schafft womöglich eine erste Verständnisbrücke zwischen den «Digital Natives» und jenen, für die das Handy nur Mittel zum Zweck ist. Auf Vorwürfe, die Zeit nur am Smartphone zu verbringen, reagieren Jugendliche wenig einsichtig. Da kann Ablenkung helfen: Einmal in ein interessantes Gespräch verwickelt, vergessen selbst «Hartgesottene» den Blick aufs Handy. Indem wir uns auf das Gegenüber fokussieren, kommunizieren wir Interesse und Wertschätzung.

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Besonders in der Öffentlichkeit gilt es, die Privatzone seiner Mitmenschen zu respektieren. Dazu gehört auch die auditive Umgebung. Wer im Zug via Handy gellend seine privaten Angelegenheiten diskutiert und damit Intimitäten mit den anderen Fahrgästen teilt, verletzt deren Bedürfnis nach Ruhe und deren Privatsphäre. Wenn der Flüsterton nicht ausreicht, sollen Privatgespräche auch im privaten Bereich geführt werden. Das Telefon soll zudem an Sitzungen, klassischen Konzerten oder Darbietungen nicht für Gespräche genutzt werden.

Handy beim Sport

Ein bislang wenig diskutierter, aber nicht minder aktueller Aspekt dreht sich um die Benutzung des Smartphones beim Rennen oder gar auf dem Velo. Nicht selten sind Beinahe-Kollisionen zu beobachten, weil das Augenmerk auf den Chat und nicht auf die Passanten gerichtet ist. Besonders hier gilt: Die reale Welt hat klar den Vortritt. In einer Fussgängerzone die Aufmerksamkeit dem digitalen Umfeld zu widmen, ist nicht nur gefährlich, sondern auch respektlos gegenüber jenen, die gezwungenermassen ausweichen müssen.

Dass die Benützung des Handys während des Lenkens eines Fahrzeugs verboten ist, sollte mittlerweile allseits bekannt sein. Und kluge Köpfe halten sich auch daran.

Wenn wir auch den ständigen Griff zum Handy rügen, ertappen wir uns oft selbst dabei, dass wir unbewusst danach greifen. Es hilft oftmals nur die Besinnung: Wer mit dem Smartphone kommuniziert, ist zwar den Entfernten nahe, den Nahen jedoch fern.

*Michèle Ségouin, Knigge-Trainerin und dipl. Hôtelière-Restauratrice HF. Infos: www.dieanstandsdame.ch

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