Ratgeber

Weshalb bin ich neuerdings dauernd verstopft?

Ich (w, 62) leide in letzter Zeit an Verstopfung und kann höchstens jeden zweiten Tag aufs WC. Ich fühle mich zwar gut, mache mir aber etwas Sorgen. Woran könnte meine Verstopfung liegen? Was kann ich tun?

Dr. med. Patrick Aepli*
Drucken
Teilen

In der Schweiz leidet rund jeder zehnte Erwachsene unter chronischer Verstopfung (Obstipation). Betroffen sind mehr Frauen als Männer und mehr Ältere als Jüngere. Als Faustregel gilt: Weniger als drei Stuhlgänge pro Woche deuten auf Verstopfung hin, wobei man erst ab einem Zeitraum von drei Monaten von chronischer Verstopfung spricht. Bei akuten Obstipationen, etwa auf Reisen oder bei Bettlägerigkeit, erübrigen sich die unten aufgeführten Abklärungen, da das Problem ja nur vorübergehend besteht.

Patrick Aepli.

Patrick Aepli.

Viele Betroffene von chronischer Verstopfung klagen auch über ein ständiges Völlegefühl mit geblähtem Bauch und über harten Stuhl. Andere verspüren eine Blockade des Enddarms mit erschwerter oder unvollständiger Stuhlentleerung. Die Diagnose einer Verstopfung fundiert also nicht nur auf der Quantität der Stuhlgänge, sondern auch auf der Qualität.

Prinzipiell lässt sich die Obstipation in eine primäre und eine sekundäre Form unterteilen. Bei den primären Ursachen liegt entweder ein träger Darm oder aber eine gestörte Enddarmentleerung vor. Mögliche Ursachen einer sekundären Obstipation sind etwa der mechanische Darmverschluss (z. B. durch Darmkrebs), Erkrankungen des Nervensystems (z. B. Parkinson) oder Störungen des Hormonhaushalts (z. B. Schilddrüsenunterfunktion). Nicht vergessen werden sollten Nebenwirkungen durch Medikamente wie Opiate oder Psychopharmaka.

Möglichen Darmkrebs nicht verpassen

Grundpfeiler zur Diagnosestellung sind allem voran eine gründliche Befragung (Anamnese) sowie eine Untersuchung des Darmausganges. Abhängig vom genauen Beschwerdebild, dem Patientenalter sowie möglichen Alarmsymptomen wie Gewichtsverlust, auffälliger Veränderung der Stuhlgewohnheiten oder Blut im Stuhl werden gegebenenfalls weitere Untersuchungen durch den Spezialisten vorgenommen: Darmspiegelung, Transitzeitbestimmung, Druckmessung vom Schliessmuskelapparat.

Grundsätzlich gilt: Je jünger der Patient und je typischer die Anamnese, desto weniger Abklärungen sind nötig. Bei allen Patienten über 50 Jahren mit Änderung der Stuhlgewohnheiten – wie zum Beispiel neu aufgetretener Obstipation – sollte jedoch unbedingt eine Darmspiegelung durchgeführt werden, um einen ursächlichen Darmkrebs nicht zu verpassen.

Die Therapie einer Obstipation ist abhängig von deren Ursache. Bei den sekundär bedingten Formen muss die entsprechende Grundkrankheit behandelt werden.

Mehr bewegen und mehr trinken

Bei den primären Formen empfehlen sich – ohne dass dies wissenschaftlich belegt ist – eine Steigerung der körperlichen Aktivität sowie der Trinkmenge und eine Umstellung der Ernährung auf eine ballaststoff- und faserreiche Kost (Vollkornbrot, Früchte, Gemüse). Verstopfungsfördernde Lebensmittel wie Weissbrot und Schokolade sollten gemieden werden.

Oftmals reichen diese allgemeinen Massnahmen nicht aus, sodass natürliche Stuhlregulatoren wie Lein- und Flohsamen zum Einsatz kommen. Erst beim Scheitern dieser Hilfsmittel müssen eigentliche Abführmittel (Laxanzien) zur Stimulation der Darmtätigkeit verschrieben werden. Es ist übrigens ein Mythos, dass stimulierende Laxantien längerfristig zu einer Darmschädigung führen. Im Falle einer Entleerungsstörung kann diese ursachenabhängig entweder mittels Biofeedback-Therapie oder einem operativen Eingriff angegangen werden.

* Dr. med. Patrick Aepli ist Chefarzt Gastroenterologie/Hepatologie am Luzerner Kantonsspital, www.luks.ch.

Ratgeber

Sind «Herr» und «Frau» bei der Anschrift veraltet?

Schreibt man heutzutage beim Adressaten auf dem Briefcouvert nur noch Vor- und Nachname, oder braucht es das «Herr/Frau» immer noch? Und wenn der Brief an mehrere Adressaten gerichtet ist («Herr und Frau» oder eben «Frau und Herr»)? Und bei Listen (zum Beispiel Teilnehmerlisten)? Was ist korrekt und respektvoll?
Lic. phil. Irène Wüest*
Ratgeber

Wie können wir uns gegen das Hundegebell wehren?

In unserer Nachbarschaft bellen drei Hunde der gleichen Besitzer den ganzen Tag bis teils tief in die Nacht hinein. Gibt es eine rechtliche Grundlage, womit diesem Ärgernis Einhalt geboten werden kann? Wie können wir dagegen vorgehen?
Dr. med. vet. Susi Paul*
Ratgeber

Kann man Hunden das Bellen «aberziehen»?

In unserer Nachbarschaft bellen zwei Hunde der gleichen Besitzer den ganzen Tag teils bis tief in die Nacht. Können Hunde nicht so erzogen werden, dass sie nicht ständig bellen? Gibt es eine rechtliche Grundlage, womit diesem Ärgernis Einhalt geboten werden kann?
Dr. med. vet. Susi Paul*
Ratgeber

Weste zum Anzug: Ist das wirklich spiessig?

Ich (m, 52) trage gerne Westen/Gilets zum Anzug. Nun liegt mir aber meine Frau in den Ohren, das sehe heutzutage spiessig aus, das würden nur noch ältere Herren tragen. Auch moniert sie, dass ich bisweilen nicht darauf achte, ob der Gürtel farblich zu den Schuhen passt. Mir ist das nicht so wichtig. Was sagt die Stilkundige dazu?
Doris Pfyl*
Ratgeber

Jobfrust meines Mannes belastet unsere Beziehung

Mein Mann (58) beklagt sich immer öfter über seine Arbeit. Mir scheint, er wartet nur noch aufs Wochenende, auf die Ferien und auf die Pensionierung. Das Ausharren macht ihn passiv und unzufrieden. Diese Stimmung führt auch zu Spannungen in der Beziehung. Wie kann ich ihn aus seiner passiven Haltung herauslocken?
Andrea Munz*