Ratgeber

Weshalb muss ich verschiedene Blutverdünner nehmen?

Mir wurde ein Stent ins Herz implantiert, zusätzlich leide ich unter Vorhofflimmern. Was ich nicht ­verstehe: Warum muss ich nun zwei Blutverdünner einnehmen? Erhöht das nicht die Gefahr für Blutungen.

PD Dr. med. Georg Fröhlich*
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Zur «Blutverdünnung» oder besser Gerinnungshemmung wurden unterschiedliche Medikamente entwickelt, welche entsprechend der vorliegenden Erkrankung eingesetzt werden.

PD Dr. med. Georg Fröhlich.

PD Dr. med. Georg Fröhlich.

Am weitesten verbreitet ist dabei Aspirin in sehr niedriger Dosis (100mg/Tag). Es führt zu einer Hemmung der Blutplättchen, welche eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung spielen. Aspirin wird als Dauertherapie nach verschiedenen Durchblutungsstörungen verwendet (z.B. nach Schlaganfall oder Stent-Implantation). Eine rein prophylaktische Gabe ohne Vorliegen einer relevanten Herz-Kreislauf-Erkrankung wird nur noch in Spezialfällen (etwa bei Diabetikern) empfohlen.

Nach einer Stent-Implantation in ein verengtes Herz­gefäss dauert es zirka sechs Monate, bis das Maschengitter eingewachsen ist und nicht mehr frei im Blutstrom liegt. Damit sich während dieser Zeit kein Blutgerinnsel auf dem metallischen Stent bildet, wird unter anderem der Wirkstoff Clopidogrel (Plavix) zur zusätzlichen Hemmung der Blutplättchen verordnet.

Bei der häufigsten Herzrhythmusstörung, dem Vorhofflimmern, kann es zu einer Bildung von Blutgerinnseln im Herzen kommen. Teile dieser Gerinnsel können mit dem Blutstrom ins Gehirn verschleppt werden und so Schlaganfälle auslösen. Hier kommen «Direkte orale Antikoagulantien» (DOAK) zum Einsatz. Diese Substanzen hemmen einen Blutgerinnungsfaktor, welcher in der Leber gebildet wird. Prominenteste Vertreter sind das Rivaroxaban (Xarelto) und das Apixaban (Eliquis).

DOAKs werden auch bei Blutgerinnseln im Bein (Venenthrombose) oder in Lungenarterien (Lungenembolie) angewendet. Mit dieser starken Blutverdünnung kann das Blutgerinnsel wieder aufgelöst und die Lungenstrombahn geöffnet werden.

Phenprocoumon (Marcoumar) ist ein altes Medikament, welches die Bildung von einigen Blutgerinnungsfaktoren in der Leber dosisabhängig einschränkt. Die Dosis muss zumindest alle vier Wochen mit einem Bluttest beim Hausarzt angepasst werden. Die DOAKs haben Marcoumar durch ein verbessertes Nutzen-Risiko-Verhältnis bis auf wenige Ausnahmen weitgehend abgelöst.

Nutzen ist meist grösser als das Risiko

Wird – wie bei Ihnen – beispielsweise ein Stent implantiert und besteht zusätzlich noch ein Vorhofflimmern, müssen für mehrere Monate zwei unterschiedliche Blut­verdünner (etwa Plavix und Xarelto) eingenommen werden. Dies erhöht zwar effektiv das Blutungsrisiko weiter, ist aber notwendig, um sowohl Herzinfarkt als auch Schlag­anfall zu verhindern.

Blutungskomplikationen wie etwa Magen-Darm-Blutungen können eine Blutarmut (Anämie) verursachen. Der Patient ist oft blass, fühlt sich schwach und kommt rasch ausser Atem. Unter Umständen sind dann weitere Abklärungen zur Blutungsursache erforderlich. Zur Prophylaxe erhalten diese Patienten oft einen Magensäure-Blocker.

Wichtig: Setzen Sie auf keinen Fall Medikamente eigenmächtig ab. Besprechen Sie Ihre Sorgen mit Ihrem Hausarzt oder Kardiologen.

* PD Dr. med. Georg Fröhlich ist Kardiologe in der Herz-Clinic, Hirslanden-Klinik St. Anna, Luzern; www.hirslanden.ch

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