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Ratgeber

Wie bringe ich meinen Nagelpilz endlich ganz weg?

Ich (w, 64) habe seit zehn Jahren immer wieder Fussnagelpilz an den beiden grossen Zehen. Ein Mittel (Curanel Amorolfinum) bringt den Pilz zwar zum Verschwinden, aber nach etwa zwei Monaten kommt er von neuem. Warum ist das so? Warum entstehen überhaupt Pilze? Was könnte dauerhaft helfen?
Dr. med. Anna Caroline Maassen *

Nagelpilz ist die häufigste Erkrankung der Nägel. Betroffen sind 20 bis 30 Prozent der über 40-Jährigen. Es ist also quasi eine Volkskrankheit. Sie wird zwar häufig nur als kosmetisch störend empfunden, ist jedoch nicht zu verharmlosen.

Für unseren Organismus gefährlicher als der Nagelpilz ist der Fusspilz, der typischerweise die Zehenzwischenräume betrifft. Diese Infektion wird oft zur Eintrittspforte für Bakterien.

Nagel- und auch Fusspilz ist immer ansteckend, zum einen von Mensch zu Mensch, zum anderen kann sich der Pilz, der anfangs oft unbemerkt von den Zehenzwischenräumen ausgeht, auf die Nägel, auf angrenzende Gebiete und sogar den gesamten Körper ausbreiten.

Erkrankungen mit Durchblutungsstörungen wie etwa Diabetes können einen Nagelpilz begünstigen. Auch physikalische Faktoren spielen eine Rolle, so etwa jahrelanges Tragen von eng anliegendem Schuhwerk. Oder eine Barrierestörung durch trockene oder zu feuchte Haut.

Regelmässiger Aufenthalt in öffentlichen Sportanlagen bedeutet eine weitere Ansteckungsgefahr für Fuss- und Nagelpilz. Und auch eine übertriebene Nagelkosmetik kann Pilzinfektionen Vorschub leisten, denn sämtliche Manipulationen an den Nägeln (von Nagellack über Gelnägel bis hin zu künstlichen Nägeln oder Piercing) bewirken naturgemäss eine Barrierestörung.

Nun zu Ihrem Problem: Da es sich anscheinend um einen hartnäckigen Verlauf handelt, ist eine eingehende Laboruntersuchung angezeigt (sie erfolgt im besten Fall gleich am Anfang). Anhand eines Stücks des befallenen Nagels kann der Pilz klassifiziert werden. Ausserdem gilt es, andere Nagelveränderungen auszuschliessen.

Sollte die Diagnose auf Nagelpilz hindeuten, würde man ihn – wie bei Ihnen bereits geschehen – zunächst äusserlich behandeln, sofern nicht mehr als die Hälfte des Nagels betroffen ist und kein Befall der Nagelwurzel vorliegt. Neu gibt es sogenannte antimykotische Lacke, die hervorragend in die Nagelplatte eindringen, ohne dass der Nagel vorher aufgeraut werden muss. Prophylaktisch sollte die angrenzende Haut, insbesondere die Zehenzwischenräume, mitbehandelt werden mit einer Crème gegen Fusspilz. Zudem sollte man Socken, welche nicht über 60 Grad gewaschen werden können, sowie Schuhe, die barfuss getragen werden, mit speziellen Mitteln präparieren. Grund: Pilze können Sporen bilden, die sich über viele Jahre auch in totem Gewebe halten und zu Reinfektionen führen können.

Führen diese Massnahmen nicht zu anhaltendem Erfolg, ist eine innerliche Therapie mit Tabletten zu erwägen, abgestimmt auf die jeweilige Pilzart (Fadenpilz, Hefepilz, Schimmelpilz). Diese Therapie muss aufgrund des langsamen Zehennagelwachstums über mehrere Monate durchgeführt werden. Immerhin kommen heute oft deutlich niedrigere Dosen zur Anwendung als früher.

Leider kann mit keiner Therapie eine 100-prozentige Heilung garantiert werden. Die beste Erfolgsquote hat die kombinierte äusserliche und innerliche Behandlung. Sie ist gegenüber der rein innerlichen Behandlung auch kostengünstiger, da sie deren Behandlungsdauer verkürzt.

* Dr. med. Anna Caroline Maassen ist Fachärztin für Dermatologie, Dermacenter AG,
Küssnacht, www.dermacenter.ch

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