Ratgeber

Wie kann ich meinen Lebenspartner begünstigen?

Ich (w, 55, geschieden) lebe seit drei Jahren mit meinem Lebenspartner zusammen. Ich habe eine erwachsene Tochter, mein Lebenspartner hat keine Kinder. Wir würden uns gerne gegenseitig in unseren Pensionskassen und bei unserem 3a-Konto begünstigen. Ist das möglich und wie wäre das Vorgehen?

Patricia Cachin*
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Patricia Cachin.

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Sie sind mit Ihrem Anliegen nicht allein. Im schweizerischen Sozialversicherungssystem sind die Todesfallleistungen mehrheitlich auf den Normalfall Ehe ausgerichtet. So erhalten Lebenspartner beim Tod ihrer Partnerin oder ihres Partners aus der ersten Säule (AHV) und der Unfallversicherung (UVG) keine Leistungen. Bei der Pensionskasse und der Säule 3a gibt es jedoch Spielraum, um dieser finanziellen Lücke entgegenzuwirken.

Unterschiede bei den Pensionskassen

Das Gesetz erlaubt den Vorsorgeeinrichtungen, den Lebenspartner im Todesfall zu begünstigen. Bietet die Vorsorgeeinrichtung eine Leistung für den Lebenspartner, muss dieser mit der versicherten Person in den letzten fünf Jahren bis zum Tod ununterbrochen eine Lebensgemeinschaft geführt haben oder für den Unterhalt mindestens eines gemeinsamen Kindes aufgekommen sein. Bezieht der überlebende Lebenspartner bereits eine Witwer- oder Witwenrente, ist die Leistung untersagt.

Verifizieren Sie darum im Vorsorgereglement Ihrer Pensionskasse, ob Leistungen für Ihren Lebenspartner vorgesehen sind und wenn ja, welche Anspruchsbedingungen gelten.

Beispielsweise zahlen bestimmte Vorsorgeeinrichtungen Leistungen nur dann, wenn die Anmeldung für die Lebenspartnerrente vor der Pensionierung und vor dem Todesfall via Formular vorgenommen wurde. Zum Teil muss der überlebende Lebenspartner auch nachweisen, dass die Lebensgemeinschaft in einem gemeinsamen Haushalt geführt wurde.

Im Vorsorgereglement der PK können auch Kapitalleistungen für den überlebenden Lebenspartner vorgesehen sein (z.B. Rückzahlung allfälliger Einmaleinlagen). In diesem Fall verlangen die Pensionskassen ein zusätzliches Formular.

Säule 3a bietet zahlreiche Möglichkeiten

Ist kein überlebender Ehegatte oder eingetragener Partner vorhanden, sieht das Gesetz vor, dass die Gelder aus der Säule 3a an folgende Personen zu gleichen Teilen ausbezahlt werden: Die direkten Nachkommen und die natürlichen Personen, die von der verstorbenen Person in erheblichem Masse unterstützt worden sind, oder die Person, die mit dieser in den letzten fünf Jahren bis zu ihrem Tod ununterbrochen eine Lebensgemeinschaft geführt hat oder die für den Unterhalt eines oder mehrerer gemeinsamer Kinder aufkommen muss.

Wenn Sie als Vorsorgenehmerin keine proportionale Aufteilung nach Anzahl der oben erwähnten Personen wünschen, können Sie via Formular deren Ansprüche (zwischen 0 und 100%) selber frei bestimmen. Hier können Sie also Ihren Lebenspartner ausdrücklich bevorzugen.

* Patricia Cachin ist Expertin für berufliche Vorsorge bei der Luzerner Kantonalbank in Luzern; www.lukb.ch

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