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Wie kann ich Streit unter den Erben vermeiden?

Ich (w, verw., 70) mache mir Gedanken über meinen Nachlass (Immobilien, Wertschriften, Bargeld etc.). Da sich unsere Familienverhältnisse schwierig gestalten, möchte ich sicherstellen, dass es keine Auseinandersetzungen gibt und mein Erbe nach meinem Willen aufgeteilt wird. Reicht es, wenn ich ein Testament mache?
Lic. Iur. Cyrill Lauper,
Die Banken wurden angewiesen, mehrere 10'000 Franken an ausländische Geldinstitute zu überweisen. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Die Banken wurden angewiesen, mehrere 10'000 Franken an ausländische Geldinstitute zu überweisen. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Es gibt die Möglichkeit, mit der Einsetzung eines Willensvollstreckers sicherzustellen, dass der Nachlass gemäss Ihren genauen Vorgaben verteilt wird. Der Willensvollstrecker wird durch den Erblasser in einer Verfügung von Todes wegen (Testament oder Erbvertrag) eingesetzt. Hier gilt es zu beachten, dass die Einsetzung des Willensvollstreckers in einem Erbvertrag jederzeit vom Erblasser einseitig abgeändert oder widerrufen werden kann.

Hilfe bei komplexem Erbe

Die Bestellung eines Willensvollstreckers empfiehlt sich, wenn Sie der Ansicht sind, dass der Regelung Ihres Nachlasses eine gewisse Komplexität der Vermögens- oder Familienverhältnisse zugrunde liegt. Da sich ein Willensvollstrecker zudem auch um alle finanziellen und administrativen Angelegenheiten kümmert, ist er in der Zeit der Trauer auf jeden Fall eine grosse Entlastung und Hilfe für die Hinterbliebenen und Erben.

Grundsätzlich können Sie als Willensvollstrecker jede handlungsfähige natürliche oder juristische Person bestimmen. Ich empfehle Ihnen aber, nicht ein Familienmitglied oder eine der Familie nahestehende Person auszuwählen. Es ist von Ihnen als Erblasserin unbedingt sicherzustellen, dass der Willensvollstrecker sein Mandat unabhängig ausübt und über die notwendigen rechtlichen Qualifikationen sowie über ausreichend praktische Erfahrung in diesem Gebiet verfügt. Oftmals wird für den Nachlass eine Vertrauensperson als Willensvollstrecker eingesetzt, welche sich berufsmässig mit Erbteilungen beschäftigt (Anwalt, Notar).

Die Aufgabe des Willensvollstreckers besteht darin, die Erbteilung gemäss den Anordnungen des Erblassers durchzuführen. Dazu gehört unter anderem:

— Feststellung des Umfangs des Nachlasses;

— Verwalten der Erbschaft;

— Begleichung von Schulden des Erblassers;

— Ausrichtung von allfälligen Vermächtnissen, welche im Testament oder im Erbvertrag angeordnet wurden;

— Teilung des Nachlasses gemäss den Anordnungen des Erblassers oder subsidiär nach den Vorschriften des Gesetzes.

Wie Sie sehen, sind die Befugnisse des Willensvollstreckers bezüglich der Verwaltung bzw. Verteilung Ihres Nachlasses umfassend. Er kann auch von den Erben in der Regel nicht abgesetzt werden.

Angemessenes Entgelt

Dabei hat der Willensvollstrecker bei sämtlichen Tätigkeiten Ihren letzten Willen und Ihre verbindlichen Anordnungen zu beachten. Im Idealfall kann so allfälligen Streitigkeiten unter den Erben präventiv entgegengewirkt werden.

Der Willensvollstrecker hat nach Bundesrecht Anspruch auf ein angemessenes Entgelt für seine Tätigkeiten. Das Honorar bestimmt sich in der Praxis nach dem Zeitaufwand. Für einen Willensvollstrecker mit Anwalts- und/oder Notariatspatent wird üblicherweise ein Stundenansatz von 230 bis 350 Fr. angenommen.

Lic. iur. Cyrill Lauper
Rechtsanwalt und Notar
Anwaltskanzlei Seidenhof, Luzern
<span style="font-size: 0.9375em;">www.advokatur.info</span>

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