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Wie kann man sein Immunsystem nachhaltig stärken?

Nicht erst seit das Corona-Virus für Schlagzeilen sorgt, beschäftigt mich (m, 66) die Frage, ob und wie man sein Immunsystem stärken kann. Trotz Vorsichtsmassnahmen habe ich jeden Winter Atemwegsprobleme. Nützen Saunabesuche etwas? Dient ein Sonnenhut-Präparat zur Vorbeugung von Erkältungen und Bronchitis?

Dr. med. Beat Oertli*
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Sofern keine spezifische Erkrankung des Immunsystems vorliegt, funktionieren unsere Abwehrkräfte grundsätzlich gut. Unser Lebensstil hat allerdings einen beträchtlichen Einfluss auf die Funktion des Immunsystems. Wer dem Körper nicht genügend Schlaf, Hygiene, Erholung und Bewegung gönnt, schwächt seine Abwehrkräfte. Besonders im Alter hat das Immunsystem wie viele andere Organe weniger Reserven. Dann ist es besonders wichtig, dass Sie auf einen gesunden Lebensstil Acht geben.

Dr. med. Beat Oertli

Dr. med. Beat Oertli

Schlafmangel und ungenügende Schlafhygiene gehören zu den zentralen Faktoren, die unser Immunsystem und auch alle übrigen Organe in ihrer Funktion beeinträchtigen. Es ist wichtig, einen regelmässigen Schlaf-Wach-Rhythmus einzuhalten, das Schlafzimmer nicht zu überheizen und ein trockenes Raumklima zu vermeiden. Zu einem gesunden Schlaf trägt zudem regelmässige körperliche Bewegung in der freien Natur bei – insbesondere im Winter. Wir halten uns während der kalten Jahreszeit vor allem in geheizten Räumen mit trockener Luft auf. Unsere Schleimhäute trocknen dadurch aus, sind anfällig für Verletzungen und erfüllen ihre Barrierefunktion nicht mehr. Deshalb sollte man einmal täglich für 30 Minuten an die frische Luft. Sport draussen mit der passenden Kleidung regt das Immunsystem an. Sport bei arktischen Temperaturen hingegen ist nur etwas für erfahrene Sportler.

Stress reduzieren und besser damit umgehen

Auch chronischer Stress, der über längere Zeit anhält, dämpft die Funktion des Immunsystems. Deshalb sollte man chronische Stressoren konsequent vermeiden oder wenigstens versuchen, sie zu reduzieren. Andererseits kann auch der Umgang mit Stress verbessert werden. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder regelmässiger Sport helfen dabei. Saunabesuche, nach vorgängiger Abklärung durch den Hausarzt, können ebenfalls zur Entspannung beitragen.

Eine gesunde Ernährung unterstützt das Immunsystem ebenfalls. Bereiten Sie Ihr Essen aus frischen Zutaten und mit viel Gemüse und Obst zu. Zusatzstoffe und zusätzliche Vitamine braucht es in der Regel bei einer normalen Ernährung nicht. Ausnahmen sind Vitamine, die bei ärztlich dokumentierten Mangelzuständen verordnet werden. Die Sonnenhut-Präparate, die Sie erwähnen, können in manchen Fällen in der Prävention helfen, ihr Effekt ist jedoch schwach.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Hygiene. Gründliches Händewaschen mit Seife mehrmals am Tag reduziert die Keimbelastung und verringert die Verbreitung von infektiösen Keimen. Zu guter Letzt hilft uns und unserer Umgebung das Impfen gegen Grippe. So kommen wir hoffentlich alle gut durch die kalte Jahreszeit – vielleicht nicht ganz ohne Infekte, aber gesünder.

* Dr. med. Beat Oertli ist Facharzt für Innere Medizin an der Hirslanden-Klinik St. Anna, www.hirslanden.ch/stanna

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