Ratgeber

Wie kommen wir zu einer günstigen Hypothek?

Wir (35 und 31) möchten ein Haus kaufen und haben dafür Eigenkapital angespart. Aufgrund der Kinder arbeiten wir derzeit aber nur Teilzeit und haben daher laut Banken ein zu geringes Einkommen, um die Hypothek zu tragen. Gibt es eine Möglichkeit, wie wir trotzdem zu einem Eigenheim kommen?

Sharam Shad*
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Shahram Shad.

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Ihre aktuelle Herausforderung trifft auf viele junge Familien zu. Der Grund ist bei den Immobilienpreisen zu finden, die in den letzten zehn Jahren im Durchschnitt über fünfmal mehr angestiegen sind als die Einkommen. Diese Entwicklung schliesst immer mehr potenzielle Käufer vom Immobilienmarkt aus.

Denn als Basis für die Berechnung für die Tragbarkeit dienen nicht die historisch tiefen Zinsen, sondern die kalkulatorischen Kosten, die sicherstellen sollen, dass die Tragbarkeit auch bei steigenenden Zinsen gewährleistet ist: Für ein Eigenheim betragen diese angenommenen Kosten üblicherweise 5 Prozent Hypothekarzins, plus 1 Prozent Amortisationen und 1 Prozent Nebenkosten. Die so berechnete Summe darf grundsätzlich nicht mehr als einen Drittel Ihres Haushaltseinkommens ausmachen. Die gute Nachricht ist, dass die Hypothekaranbieter dies erkannt haben und mit grösserer Flexibilität bei ihren Tragbarkeitskriterien auf diese Entwicklung reagieren.

Allerdings gilt nach wie vor: Je höher die Tragbarkeit ist, desto weniger Finanzierungspartner gewähren eine Hypothek. Gerade Versicherungen sind bei ihren Vergabekriterien sehr strikt und kaum bereit, über eine Tragbarkeit von einem Drittel hinaus zu finanzieren. Pensionskassen, Stiftungen und vereinzelte Banken zeigen hier mit individuelleren Tragbarkeitsberechnungsmodellen mehr Flexibilität.

Gerade für Erstkäufer ist es aber schwierig, die entsprechenden Anbieter zu finden. Aufgrund der fehlenden Transparenz am Hypothekarmarkt dürfte die Dunkelziffer der eigentlich finanzierbaren Fälle trotz erhöhter Tragbarkeit beträchtlich sein.

Attraktive Angebote

Gut zu wissen ist, dass Sie aufgrund der erhöhten Tragbarkeit nicht unbedingt mit höheren Zinsen rechnen müssen. Der Zinsaufschlag für eine Tragbarkeit zwischen 33 und 40 Prozent ist in der Regel marginal. Erst ab einer Tragbarkeit über 40 Prozent erhöhen die Anbieter ihre Risikoaufschläge, was sich dann merklich auf die Konditionen niederschlägt. Im aktuellen Niedrigzinsumfeld ist eine solche Hypothek aber immer noch sehr weit weg von den kalkulatorischen 5 Prozent Zins und damit bezahlbar.

Nicht zu schnell aufgeben

Sie sollten einen möglichst breiten Marktvergleich anstellen und verschiedene Anbietergruppen wie Banken, Versicherungen und Pensionskassen anfragen, bevor Sie die Flinte ins Korn werfen. Zudem könnte es eine Überlegung wert sein, ein Einstiegsobjekt zu erwerben, das zwar noch nicht voll und ganz Ihren Vorstellungen entspricht, aber Ihnen ermöglicht, von den aktuell sehr tiefen Hypothekarzinsen zu profitieren. Zu einem späteren Zeitpunkt kann dann mit dem zusätzlichen Ersparten das Traumobjekt finanziert werden.

* Sharam Shad ist Leiter Vertrieb Deutschschweiz Moneypark: www.moneypark.ch

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