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Ratgeber

Wie können wir den Tieren die Panik ersparen?

Wir haben zwei Katzen und einen Hund. Wenn ich an den 1. August denke, wird mir bange. Die Knallerei bereits ab den Morgenstunden ist für unsere Tiere der blanke Horror. Wir sind schon so weit, dass wir uns mit ihnen ins Ausland verziehen. Wie können wir unsere Tiere schützen? Helfen Schlafpillen oder eine Verhaltenstherapie?
Susi Paul*

Im Hochfrequenzbereich ist uns der Hund weit überlegen. Er nimmt Schwingungen bis 40 000 Hertz und mehr wahr, während wir uns mit rund 20 000 Hertz, im Alter gar nur noch mit 12 000 Hertz begnügen müssen oder dürfen. Das bedeutet, der Hund nimmt gewisse Töne viel lauter wahr, und dies vor uns.

Jedem sein eigenes Feuerwerk

Leider gehört heutzutage für viele zur Hochzeit oder zur Geburtstagsparty ein Feuerwerk dazu. Auch Seenachtsfeste gibt es nicht nur noch eines, sondern viele Gemeinden wollen ihr eigenes haben. Wieso um alles in der Welt müssen wir Menschen so laut sein? Wir vergessen, dass Hunde, Katzen, die Tiere im Wald alle viel besser hören als wir! Da mein Wunsch, wieder zu vernünftigen Massen zurückzukehren, wohl chancenlos ist, kann ich nur einige Hinweise geben, wie wir unseren Tieren das Geburtstagsfest der Schweiz minimal erleichtern können.

Massnahmen für die Katze

Katzen sollten am 1. August bereits nachmittags eingeschlossen werden, und zwar in Räumen, in denen sie sich wohlfühlen. Versehen Sie den Raum darüber hinaus mit einem Feliway-Stecker (Pheromon) und guten, beliebten Verstecken (etwa Kartonschachteln).

Suchen Sie Rat?

Schreiben Sie an: Ratgeber, Luzerner Zeitung, Maihofstrasse 76, 6002 Luzern. E-Mail: ratgeber@luzernerzeitung.ch Bitte geben Sie bei Ihrer Anfrage Ihre Abopass-Nummer an.

Massnahmen für den Hund

Hunde suchen oft selber gefangene Räume (ohne Fenster) auf und verstecken sich dort – lassen Sie das zu. Schliessen Sie die Läden, machen Sie das Radio und das Licht an, platzieren Sie einen Adaptil-Stecker und verabreichen Sie eventuell ein Medikament (Tierarzt). Warum?

— Läden zu, damit der Ton gedämpft wird.

— Licht an, damit die Raketenlichter nicht zu stark wahrgenommen werden.

— Radio an, um Raketengeräusche zu dämpfen bzw. zu stören.

— Adaptil ist ein Pheromon. Das ist ein Stoff, der über die Talgdrüsen zwischen den Gesäugeleisten der laktierenden Hündin ausgeschieden wird. Welpen lernen dadurch sehr früh, dass dieser Geruch zur Mutter führt, zur Milchquelle, zum Trost, zum Positiven. Dies wird auch von erwachsenen Hunden noch so «empfunden», und daher wirkt dieses Pheromon beruhigend.

Eine weitere unterstützende Hilfe gegen die Geräuschangst kann ein Thundershirt sein. Dies ist ein ganz enges «T-Shirt», das dem Hund umgewickelt wird und so fast wie eine Umarmung wirkt – ähnlich wie Kleinkinder in gewissen Kulturen eingewickelt werden. Das gibt Sicherheit.

Aber das alles hilft leider nur bei einem Teil der Hunde. Jene, die hochgradig leiden, brauchen trotz Adaptil noch eine stärkere Beruhigung. Dafür gibt es gute Medikamente – fragen Sie Ihren Tierarzt, er wird Sie beraten.

Wenn Sie auf Ihren Hund einreden und versuchen, ihn zu beruhigen oder zu trösten, bestätigen Sie nur seine Angst, und die wird sich dadurch verstärken. Ich weiss, es ist sehr schwer und kaum aushaltbar, sich zurückzuhalten und unbesorgt zu geben, aber die einzige Möglichkeit, das Angstniveau des Hundes nicht zu verstärken, sondern eventuell zu verringern.

Hilft das alles nicht, bleibt nur eine Verhaltenstherapie mit Medikamenten unter Anleitung eines Verhaltenstierarztes über mindestens ein halbes bis ein Jahr. Allen Tieren wünsche ich einen 1. August ohne Knallerei.

* Dr. med. vet. Susi Paul, Meggen Fachtierärztin für Verhaltensmedizin STVV

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