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Ratgeber

Wie können wir uns gegen das Hundegebell wehren?

In unserer Nachbarschaft bellen drei Hunde der gleichen Besitzer den ganzen Tag bis teils tief in die Nacht hinein. Gibt es eine rechtliche Grundlage, womit diesem Ärgernis Einhalt geboten werden kann? Wie können wir dagegen vorgehen?
Dr. med. vet. Susi Paul*

Hundelärm ist ein häufiger Streitpunkt unter Nachbarn. Die Frage ist, wo die Grenze zwischen zumutbarem und unzumutbarem Tierlärm (sogenannten Immissionen) liegt. Verboten ist eine Immission nämlich nur dann, wenn sie übermässig ist. Dabei wird grundsätzlich nicht auf die subjektive Wahrnehmung des vom Lärm Betroffenen abgestellt, sondern auf die Wahrnehmung eines Durchschnittsmenschen in der gleichen Situation.

Ortsgebrauch entscheidend

Die Abwägung der verschiedenen Interessen – also Tierhaltung gegen Ruhe- und Ordnungsbedürfnis – hängt sodann stark vom Einzelfall ab. Entscheidend ist vor allem der sogenannte Ortsgebrauch, also was am betreffenden Ort üblich ist und ob die Tiere in städtischen oder ländlichen Verhältnissen gehalten werden. Weil das ortsübliche Mass je nach Kanton und Gemeinde verschieden ist, können ähnliche Fälle je nach Gegend durchaus unterschiedlich beurteilt werden. Gemäss Bundesgericht ist in Wohnzonen die Haltung von drei erwachsenen Hunden pro Haushalt gerade noch zonenkonform. Zur weiteren Beurteilung können sodann die Grenzwerte der eidgenössischen Lärmschutzverordnung (LSV) oder allenfalls auch das jeweilige kantonale Hundegesetz herangezogen werden.

So heisst es etwa in der Verordnung über das Halten von Hunden des Kantons Luzern: «Die Halterinnen und Halter sowie die Inhaberinnen und Inhaber von Hundezwingern und Hundeheimen haben ihre Hunde so zu warten und zu beaufsichtigen, dass sie keine Personen durch unzumutbares Gebell, Geheul oder auf andere Weise belästigen.»

Gemäss Ihrer Schilderung dürfte in Ihrem Fall das Bellen als Lärmbelästigung eingestuft werden. Sicher tragen die Hunde daran keine Schuld, denn Bellen ist ein natürliches Ausdrucksverhalten, damit sich der Hund gegenüber Menschen, Hunden und anderen Tieren kundtun kann. Ich rate Ihnen, wie folgt dagegen vorzugehen: Machen Sie die Nachbarn möglichst emotionslos auf das Problem aufmerksam. Es könnte ja sein, dass die Leute berufstätig und den ganzen Tag abwesend sind. Eventuell wissen sie nicht, was sich in ihrer Abwesenheit abspielt. Geben sie den Hundehaltern eine Chance, die Situation für Sie und für die Hunde zu verbessern. Denn eines ist sicher: Hunde, die dauernd bellen, sind unglücklich, fühlen sich alleine gelassen.

Das Gespräch suchen

Sollten Ihre Nachbarn nicht einsichtig sein, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder Sie rufen die Polizei an, damit diese vor Ort einen Augenschein nimmt. Oder Sie melden sich direkt beim Veterinäramt. Dieses wird sich an Ort und Stelle eine Übersicht verschaffen und mit den Hundehaltern eine Lösung suchen. Das Tierschutzgesetz schreibt nämlich vor, wie lange Hunde alleine gelassen werden dürfen.

Wenn alles nichts nützt, müssten Sie vor Gericht klagen.

Hinweis: Zum tiermedizinischen Aspekt dieser Frage (Tierverhalten) ist am vergangenen Samstag, 15. Juni, ein Ratgeber-Beitrag erschienen.

*Dr. med. vet. Susi Paul, Meggen, ist Fachtierärztin für Verhaltens­medizin STVV

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