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Wie sag ich's nett, dass mich der Parfümduft betäubt?

Jemandem mitzuteilen, dass seine/ihre Parfümwolke Übelkeit auslöst und im Grossraumbüro eine Zumutung ist, ist ebenso schwierig, wie einen Ungewaschenen auf seinen «Duft» aufmerksam zu machen. Wie findet man den Kompromiss? Schliesslich hängt der Träger wohl an seinem Parfüm, hat Zeit in die Auswahl und Geld investiert.
Doris Pfyl
Die beiden Rumäninen flogen beim Parfum-Diebstahl auf. (Symbolbild/Neue LZ)

Die beiden Rumäninen flogen beim Parfum-Diebstahl auf. (Symbolbild/Neue LZ)

Wie feinfühlig von Ihnen, dass Sie trotz benebelnder Geruchsimmission in Ihrem Büro doch dem betriebenen Aufwand Respekt zollen. Den richtigen Duft zu finden, kann bezüglich zeitlicher und finanzieller In­vestition in der Tat eine ziemliche Aktion bedeuten.

Gerüche zielen direkt auf unser Gehirn. Das limbische System «verarbeitet» diese und löst in der Folge Instinkte wie Hunger, Müdigkeit, Sympathie, Behagen – oder eben Unbehagen – aus. Jemanden nicht rie­chen können, passiert also so­fort und erst einmal unbewusst.

Wohlriechende (Parfüm-)Düfte sollten in einem Abstand bis zu einer Armlänge wahrgenommen werden. Duften sie in einem grösseren Radius, wirken sie aufdringlich, ja penetrant. Dies gilt vor allem im geschäftlichen Bereich oder auch im Zusammenhang mit Mahlzeiten. Auch dort kann es äusserst störend sein, wenn der Duft einer Person den Geruchssinn der anderen Anwesenden derart «beschäftigt», dass der Geschmack der Speisen nicht mehr wahrgenommen werden kann.

Beim Parfümauftragen heisst der Grundsatz: Weniger ist mehr. Zwei bis drei Sprühstösse genügen in der Regel. Das gilt insbesondere bei einem neuen Duft, den man/frau noch nicht kennt und somit nicht einschätzen kann, wie lange er hält.

Am besten wird der Duft nach der morgendlichen Dusche aufgelegt. Die Poren sind dann geöffnet, die Parfümierung bleibt so länger auf der Haut. Empfohlen wird, den Duft dort aufzutragen, wo das Blut pulsiert, also etwa auf den Handgelenken, den Schläfen, dem Hals und den Ohrläppchen. Auch frisch gewaschenes Haar ist ein guter Parfümträger. Coco Chanel sagte einmal, man solle das Parfüm dorthin sprühen, wo man geküsst werden wolle. Ein schöner Gedanke.

Um eine Überparfümierung zu vermeiden, sollten zwei bis drei Düfte abwechselnd benützt werden. So ist die Gefahr geringer, dass sich die eigene Nase zu sehr an den Duft gewöhnt und ihn nicht mehr voll wahrnimmt.

Unbestritten ist es eine sehr delikate Angelegenheit, jemanden auf schlechte Körpergerüche aufmerksam zu machen – ebenso wie auf zu dominante Beduftung. Bedenken Sie, wie Sie behandelt werden möchten, wenn bei Ihnen etwas nicht gut läuft. Sicher erwarten Sie klare, aber respektvolle Aussagen.

Unter vier Augen

Sprechen Sie die Person unter vier Augen an und teilen Sie ihr mit, dass das von ihr verwendete Parfüm auf Sie sehr betörend, ja überbetörend wirke. Auch können Sie auf Ihren Geruchssinn hinweisen, der sehr aus­geprägt sei und mit schweren Düften insbesondere in geschlossenen Räumen einfach nicht klarkomme. Erwähnen Sie, dass Sie die gute Zusammenarbeit schätzen und es sehr bedauern würden, wenn sich durch Ihre offene Aussage daran etwas ändern würde. Vermutlich wird die Person erst etwas erstaunt oder verunsichert sein. Geben Sie ihr Zeit. Sie können auch erwähnen, wie viel Mut es Sie gekostet hat, dieses Thema anzusprechen. Doch Ihre Ehrlichkeit zeigt Souveränität.

Doris Pfyl

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