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Ratgeber

Wie schädlich sind Tattoos auf Dauer für die Haut?

Ich sorge mich, weil meine beiden erwachsenen Enkel sich laufend neue Tattoos stechen lassen. Was weiss man über die Langzeitwirkungen von Tattoos? Kann das später zu Hautschäden führen, vielleicht sogar zu Hautkrebs? Und was ist, wenn sie später diese Tattoos wieder entfernen wollen? Geht das überhaupt risikolos?
Dr. med. Max Ludwig Deubel*

Tattoos sind mittlerweile in allen gesellschaftlichen Schichten zu finden. In der jungen Altersgruppe der bis 35-Jährigen hat etwa jede vierte Person eine Tätowierung.

Dr. med. Max Ludwig Deubel.

Dr. med. Max Ludwig Deubel.

Beim Stechen eines Tattoos werden Farbmischungen mit Hilfe einer Nadel durch die oberste Schicht der Haut in die sogenannte Lederhaut eingebracht. Dabei wird die Haut verletzt und es besteht Blutkontakt. Bei mangelnder Hygiene führt dies zu einer Infektionsgefahr mit zum Beispiel Hepatitis oder HIV. Diese Gefahr lässt sich jedoch durch die Auswahl eines seriösen Tattoo-Studios weitestgehend minimieren.

Ob und welche gesundheitlichen Risiken von Tattoos selbst ausgehen, kann gemäss heutigem Kenntnisstand niemand definitiv sagen. Eine intensivere wissenschaftliche Forschung begann erst vor etwa 20 Jahren. Deshalb fehlt es noch an Langzeitbeobachtungen, die für Studien notwendig sind.

Gefärbte Lymphknoten sind keine Seltenheit

Bereits bekannt ist, dass Tätowierfarben nicht ausschliesslich in der Haut verbleiben, sondern sich ein Teil davon auch im Körper ausbreitet. Die Farb­pigmente werden unter anderem über die Lymphe abtransportiert und in den Lymphknoten eingelagert. So finden sich zum Beispiel im Rahmen einer Krebsdiagnostik immer wieder gefärbte Lymphknoten im Lymphabflussbereich von Tätowierungen. Zumindest experimentell finden sich Hinweise für eine Funktions­einschränkung der Lymph­knoten durch die Farbpartikel. Inwieweit die ebenfalls nach­gewiesenen Nanopartikel Auswirkungen auf die Zellfunktion haben, ist Gegenstand aktueller Forschungsarbeiten.

Weitgehende Klarheit herrscht darüber, dass Tätowierfarben allergische Reaktionen auslösen können. Am häufigsten ist dies bei roten Farbpigmenten zu beobachten. Auch ist bekannt, dass sich Ekzeme oder eine Schuppenflechte durch Tattoos verschlechtern können. Untersuchungen der Kantonslabors zeigen zudem, dass trotz Herstellungsrichtlinien ein Grossteil der verwendeten Farben verbotene Farbpigmente, Konservierungsstoffe oder Verunreinigungen enthält, welche das Krebsrisiko erhöhen können.

Lasern: Unklare Auswirkung der Spaltprodukte

Zur Entfernung: Kleine Tattoos können chirurgisch herausgeschnitten werden. Es bestehen dabei normale Risiken eines operativen Eingriffs. Grossflächigere Motive werden mit Hilfe von ultrakurzgepulsten Lasern entfernt. Bei dieser Prozedur ist bei sachgerechter medizinischer Anwendung das Risiko einer Narbenbildung oder Verfärbung der Haut gering.

Unklar ist, welche Auswirkungen die beim Lasern entstehenden Spaltprodukte auf den Körper haben. Seit längerem finden sich Hinweise, dass bei der Laserentfernung giftige, teilweise krebserregende Abbauprodukte entstehen. Um sichere Kenntnisse über die Langzeitauswirkungen von Tattoos und deren Entfernung zu haben, ist aber weitere Forschung notwendig.

* Dr. med. Max Ludwig Deubel, Facharzt für Dermatologie und Venerologie; Hirslanden-Klinik St. Anna im Bahnhof, Luzern, www.hirslanden.ch/stanna-im-bahnhof.

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