Ratgeber

Wie steht es um die Haltbarkeit von Wasser?

Aufgrund unserer Reisen in ferne Länder wissen wir, dass Wasser verdorben sein kann. Doch muss ich auch in der Schweiz für den Kaffee stets frisches Wasser nehmen? Und werden in der Schweiz dem Mineralwasser Zusätze für Haltbarkeit zugefügt? Und kann ich Leitungswasser abfüllen und aufbewahren?

Herbert Huber*
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Vor Jahren war ich an der Costa Blanca. Dort hatte es Quellen, zu denen die Leute fuhren, um dort «Gratiswasser» in Behältnisse abzufüllen. Dass solche Behältnisse hundertprozentig keimfrei sein müssen, versteht sich von selbst. Denn wurde in eine solche Flasche vorher Salatsauce oder eine andere Flüssigkeit abgefüllt, kann das zum Problem werden.

Herbert Huber

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Bild: Luzerner Zeitung

Ich persönlich würde auch in der Schweiz nie Leitungswasser in Flaschen abfüllen und aufbewahren. Wenn überhaupt, dann müsste das Wasser vor dem Trinken abgekocht werden. Aber welchen Grund gäbe es, Leitungswasser abzufüllen? Unser eigener Notvorrat besteht aus Mineralwasser – möglichst einem aus der Region.

In der Schweiz wird Leitungswasser aufbereitet. Entweder es wird chemisch (mit Chlor oder Ozon) oder physikalisch behandelt (ultraviolette Strahlen, sterile Filtration). Leitungswasser kann beliebig vermischt und verschiedenen Ursprungs sein (Quell-, Grund-, See- oder Flusswasser). Obschon das Leitungswasser im Wasserwerk hygienisch einwandfrei ist, kann es auf dem Weg zum Verbrauch zu mikrobiologischen oder chemischen Verunreinigungen kommen.

Beim unbehandelten Naturprodukt Mineralwasser garantieren strenge gesetzliche Auflagen und ständige Kontrollen eine immer gleich hohe Qualität bis auf den Tisch der Konsumenten. Im Gegensatz dazu können die Inhaltsstoffe des Leitungswassers starken Veränderungen unterworfen sein. Ein aktuelles Thema. Mineralwasser verfügt in der Regel über wesentlich mehr für die menschliche Gesundheit relevante Mineralstoffe und Spurenelemente als Leitungswasser.

Täglich neues Kaffeewasser

Was Ihre Frage zum Wasser für den Kaffee betrifft: Wir tauschen das Wasser (Hahnenwasser) in unserer Kaffeemaschine immer am Morgen gegen frisches Wasser aus. Anstatt Hahnenwasser können Sie für den Kaffee auch Mineralwasser ohne Kohlensäure verwenden. Kaffeemaschinen in Restaurants haben in der Regel einen direkten Wasseranschluss. Wichtig: Für die Kaffeezubereitung ist mittelhartes Wasser (2°-3°dH) am besten geeignet.

Zu Ihrer Frage nach etwaigen Haltbarkeitszusätzen: Nein, Mineralwasser ist ein Naturprodukt und Zusätze sind strengstens verboten. So auf jeden Fall in der Schweiz. Wasser enthält weder Eiweiss noch Zucker. Deshalb kann es nicht verschimmeln, vergären oder verrotten. Hersteller sind aber verpflichtet, ein Mindesthaltbarkeitsdatum für abgefülltes Wasser anzugeben. Bei Plastikflaschen beträgt die Haltbarkeit in der Regel ein Jahr, bei Glasflaschen sind es zwei Jahre. Danach ist das Wasser aber nicht schlecht. Solange es luftdicht und verschlossen gelagert wird, ist es praktisch unbegrenzt haltbar.

* Herbert Huber ist Gastronom und diplomierter Hotelier sowie Autor des Buches «Geschichten und Gekochtes. Tanz mit der Gastronomie», erschienen im Werd-Verlag. 

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