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Ratgeber

Wie wähle ich den richtigen Platz am Konferenztisch?

An unseren wöchentlich stattfindenden Teamsitzungen ist die Sitzordnung immer die gleiche. An dem mir zugeordneten Platz ist es mir nie wohl, weshalb ich gerne einmal wechseln möchte. Ich habe gelesen, dass es gute und schlechte Plätze an einem Konferenztisch gibt. Worauf muss ich beim Wechsel achten?
Doris Pfyl*

Tatsächlich gibt es Studien, die belegen, dass eine stimmige Sitzordnung entscheidend ist für den konstruktiven Verlauf eines Meetings. Interessant ist auch, dass die Sitzposition einiges über Verhalten und Charakter der Teilnehmenden verrät. Psychologen und Verhaltensforscher kümmern sich schon lange um diese Themen.

Man weiss, dass mit dem gewählten Sitzplatz Rang und Rolle markiert werden, die im Betrieb eingenommen werden oder eingenommen werden möchten. So bietet sich das Kopfende des Tischs für die Sitzungsleitung an. Meist handelt es sich um die ranghöchste Person. Im Idealfall hat sie die Wand im Rücken und die Tür im Blick. Notorisch Zuspät­kommende und vorzeitig Davonschleichende können so unverzüglich «überführt» werden. Selbstverständlich ist diese Sitzposition nicht «männlichen Patrons» vorbehalten! Auch weibliche bzw. anders­geschlechtliche Vorgesetzte geniessen diese starke Sitzposition. Gemeint sind also hier immer alle Geschlechter.

Vom oberen Kopfende aus betrachtet, nehmen laut Studien tendenziell auf der rechten Tischseite instinktiv Sitzungsteilnehmende Platz, die die Nähe zur vorgesetzten Person suchen. Sie profitieren gerne von deren Gunst und Aura. Die Gruppe und die Themen betrachten sie dabei eher als zweitrangig. Mit der Sitzposition auf der linken Tischseite wird ebenfalls Verbundenheit zur Sitzungsleitung signalisiert, allerdings deuten diese Plätze auf Personen hin, die unabhängig bleiben und eine eigene Sicht der Dinge behalten möchten.

Im «Mittelfeld» sitzen die eher extrovertierten Personen. Diese Position erlaubt es ihnen, mit allen bestens kommunizieren zu können. Häufig sehen sie sich in der Rolle der vermittelnden/moderierenden Person.

Die von der Sitzungsleitung weit entfernten Plätze werden tendenziell von den eher ruhigeren Teilnehmenden gewählt. Hier kann zurückgelehnt, beobachtet, zugehört und abgewartet werden. Oft handelt es sich dabei um analytisch Denkende ohne grossen Führungsanspruch. Sie sagen wenig. Bringen sie sich dann aber ein, sind die Aussagen meist gut durchdacht.

Auge in Auge

Der Gegenpol zur am Kopfende sitzenden Person hat den Anspruch, einen ähnlich grossen Überblick wie die Sitzungsleitung zu haben. Auch diskutiert diese Person gerne und kritisiert nicht selten am hartnäckigsten. Der statusniedrigste Platz ist jener mit dem Rücken zur Tür. Er verursacht Unsicherheit und Unwohlsein. Auch fungiert die hier sitzende Person nicht selten als Kurier, sollte im Sitzungszimmer etwas fehlen.

Sie merken: Es gibt tatsächlich unangenehme oder unpassende Plätze. Vielleicht sitzen Sie wirklich mit dem Rücken zur Tür? Wagen Sie einen Vorstoss: Erklären Sie, dass Sie das Sitzungszimmer einmal von einer anderen Seite betrachten und daher einen anderen Platz einnehmen möchten. Überlegen Sie aber vorher, welcher Ihnen tatsächlich entspricht.

*Doris Pfyl ist Knigge-Trainerin, Farb- und Modestilberaterin und Ausbildnerin des Schweizer Fachverbands FSFM, www.imagemodestil.ch

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