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Ratgeber

Wie weise ich ungewollte Ratschläge klug zurück?

Wie verhalte ich mich geschickt und rücksichtsvoll, wenn ich unerbetene Ratschläge oder gut gemeinte Hilfeleistungen von Freunden erhalte, die ich nicht will? Ich fühle mich dann bemuttert und reagiere daher oft trotzig.
Doris Pfyl*
Doris Pfyl

Doris Pfyl

Vielleicht kennen Sie die Aussage: «Ratschläge sind auch Schläge.» Darin steckt eine Menge Wahrheit. Spürbar wird das, wenn man etwa dem Gegenüber erzählt, dass man sich eben über die Arbeitskollegin geärgert hat, und dann zu hören bekommt, dass sie es bestimmt nicht böse gemeint hätte und man den Vorfall doch einfach abhaken solle. Eigentlich wollte man ja bloss den Frust loswerden – und nicht eine Belehrung kassieren.

Warum will ich nicht?

Sicher macht es Sinn, sich zu überlegen, warum man bisweilen ungerne Ratschläge entgegennimmt. Gerade von Menschen, die uns nahestehen, ertragen wir dauernde Verbesserungsvorschläge sehr schlecht. Sätze wie «Ich an deiner Stelle würde ...» hören sich dann nämlich nach Kritik und Anzweifeln unserer Kompetenz an. So sind gut gemeinte Ratschläge in einer Beziehung keineswegs ein Garant für ein harmonisches Zusammenleben. Im Gegenteil: Ratschläge werden dann nicht selten als Beleidigung aufgefasst. Es gilt jedoch zu bedenken: Ein Ratschlag ist kein Befehl, und er entsteht aus dem Bedürfnis heraus, zeigen zu wollen, dass man viel weiss und gerne hilft. Meistens sind Ratschläge gut gemeint und kein Belehrenwollen.

Fragen Sie nach, warum der andere auf die Idee kommt, Ihnen einen Rat zu erteilen. Haben Sie eventuell unsicher gewirkt oder signalisiert, dass Sie Hilfe brauchen? Manchmal sind es uns unbewusste Minimalsignale, die der andere aber liest – und dann handelt.

Ohne gleich das Haar in der Suppe zu suchen, empfehle ich Ihnen, sich zunächst für das «beherzte Eingreifen» zu bedanken. Fragen Sie dann nach, warum der andere den Eindruck hatte, Sie bräuchten seine Hilfe. Ihr Gegenüber merkt daran, dass sein Tipp gehört wurde, und Ihnen gibt es die Möglichkeit, zu analysieren, warum solche Situationen entstehen. Um gar nicht erst ungewollte Ratschläge zu erhalten, können Sie auch gleich zu Beginn mitteilen, dass Sie lediglich Ihren Kropf leeren möchten und darum keine Beratung brauchen/wollen.

Aber natürlich gibt es die «Schaum(rat)schläger» tatsächlich, die besserwisserisch daherkommen. Sie nerven und reizen zur Wut. Lassen Sie sich aber nicht provozieren. Sie geraten in eine Abwärtsspirale, die Ihnen nicht guttut. Üben Sie sich in Gelassenheit. Entspannen Sie sich und sagen Sie innerlich Ihr Mantra auf.

Spiess umdrehen

Sie können den Spiess auch umdrehen und den anderen aus der Ruhe bringen mit Fragen wie: «Wie kommst du darauf, mir diesen Ratschlag zu erteilen? Sprichst du aus Erfahrung und glaubst daher, mir sagen zu müssen, was ich tun soll?» Sprechen Sie aber ruhig und keinesfalls in gereiztem Ton, ansonsten hat Ihr Gegenüber eventuell genau das erreicht, was es wollte.

Eine weitere Möglichkeit ist es, sich auf Humor zu verlegen und eine Wette einzugehen. So können Sie den Besserwisser eventuell mit Ihrem eigenen Wissen übertrumpfen – und das tut richtig gut.

Den Ratgebern empfehle ich, nur beratend Stellung zu beziehen, wenn sie auch danach gefragt werden. Dann wird das Gegenüber für gut gemeinten Rat bereit sein und kann ihn auch annehmen.

*Doris Pfyl ist Knigge-Trainerin, Farb- und Modestilberaterin, Ausbildnerin des Schweizer Fachverbands FSFM, www.imagemodestil.ch

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