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Ratgeber

Wieso muss immer ich die Initiative für Sex ergreifen?

Meine Partnerin und ich (42/47) sind schon zehn Jahre zusammen. Wir haben regelmässig Sex, aber in letzter Zeit fällt mir auf, dass die Initiative immer von mir ausgeht. Wobei es ihr dann auch Spass zu machen scheint. Aber es wäre schön, wenn auch sie mal aktiv würde. Soll ich abwarten, auf die Gefahr hin, dass dann gar nichts passiert?
Eugen Bütler *

Ihre Frage ist nachvollziehbar. Beziehungen leben von beid­seitigem Interesse. Wenn etwa unter Freunden immer der gleiche zum gemeinsamen Ausgang anregt, ist das einseitig. Solange es beide nicht stört, braucht man das nicht zwingend zu ändern. Wenn das Gefühl der Einseitigkeit auftaucht, empfehle ich aber, dies anzusprechen.

Sie sollten also mit Ihrer Partnerin über deren fehlende Initiative reden. Es ist für die Beziehung kaum förderlich, wenn Sie sich zurückziehen und abwarten, bis Ihre Partnerin von sich aus Lust auf Sexualität zeigt. Vielmehr könnte es Sinn machen, sie in einem ruhigen Moment zu fragen, warum sie selten den Anfang macht.

Sagen Sie ihr das so, dass sie es nicht als Vorwurf versteht. Achten Sie darauf, wie Ihre Partnerin reagiert. Zeigt sie sich offen für Ihren Wunsch, dass sie den ersten Schritt macht? Ist sie erstaunt? Ist sie überfordert? Vielleicht erschweren vergangene Erfahrungen es ihr, die Initiative zu ergreifen.

Häufigkeit als Thema?

Führen Sie also das Gespräch ohne Forderungen und ohne feste Vorstellungen, und versuchen Sie, Ihre Partnerin zu verstehen. Natürlich dürfen Sie das auch umgekehrt von ihr erwarten. Möglicherweise stimmt Ihre Partnerin Ihnen zu und zeigt sich bereit, aktiver zu werden. Vielleicht ist es ihr aus obigen Gründen nicht oder nur schwer möglich. Es kann auch sein, dass die Häufigkeit für sie ein Thema ist und sie lieber einen anderen Rhythmus hätte. Wenn Sie liebevoll mit den gegenseitigen Anliegen umgehen, finden Sie eine Lösung.

Ich empfehle Ihnen, ganz generell über das sexuelle Zusammensein zu reden. Sie könnten im gleichen oder in einem anderen Gespräch Ihre Partnerin fragen, wie sie die Sexualität erlebt, was sie daran schätzt, welche Bedürfnisse sie hat. Dann könnten Sie Ihre Sicht schildern. Viele Paare versäumen es, offen über ihre Bedürfnisse und Wünsche zu sprechen. Dies ist auch in anderen Bereichen des gemeinsamen Lebens wichtig. Seelische wie körperliche Intimität entsteht auf der Basis des liebevollen Gesprächs. Wenn sich Ihre Partnerin tiefer verstanden fühlt, wird ihre Lust wohl von selber wach und die Chance, dass sie den Anfang macht, entsprechend grösser.

Geplante Gespräche

Eine gute Möglichkeit, das Gespräch zwischen Paaren zu fördern, ist das «partnerschaftliche Zwiegespräch»: Der eine Partner erzählt eine vorher vereinbarte Zeit über sich. Er schildert einfach, wie es ihm geht, was ihm wichtig ist und wie er sich momentan in Bezug auf sich selbst und die Beziehung fühlt. Der andere Partner hört einfach nur aufmerksam zu. Danach tauschen die Partner die Rollen. Wenn der zweite Partner die vereinbarte Zeit geredet hat, können beide einander mitteilen, was ihnen die Schilderungen des Partners ausgelöst hat. Welche Methode Sie auch wählen, liebevolles Sprechen miteinander und aufmerksames Zuhören tragen wesentlich zu einer erfüllenden Partnerschaft bei.

* Eugen Bütler, Luzern, ist Psychologischer Berater, dipl. Ergotherapeut, Theologe. Einzel- und Paarberatung: www.buetlercoaching.ch

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