Ratgeber

Wieso sind viele Menschen in Zeiten von Corona so unfreundlich?

In Zeiten des Coronavirus ist inzwischen wohl jedem klar, dass man Abstand halten muss. Ich finde es jedoch traurig, dass nun einige Menschen im öffentlichen Leben nicht mal mehr einen Blickkontakt herstellen oder freundlich «Grüezi» sagen. Sollte man in diesen schwierigen Zeiten nicht mehr soziale Kompetenz beweisen?

Doris Pfyl*
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Sie haben Recht. Mir ist auch aufgefallen, wie sehr sich der Umgang untereinander seit den Corona-Zeiten verändert hat. Die momentan herrschende Situation ist für uns alle herausfordernd und unbekannt. Schliesslich haben wir so etwas noch nie zu bewältigen gehabt. Das macht Angst. Diese ist bei einigen deutlich sicht- und spürbar.

Doris Pfyl

Doris Pfyl

Luzerner Zeitung

Die meisten halten sich an die vom Bund erlassenen Verhaltensregeln des «Social Distancing». Händeschütteln und Begrüssungsküsse sind tabu, die Interaktion ist auf ein Minimum reduziert. Doch der Mensch braucht soziale Kontakte. Er möchte gesellschaftlichen Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung spüren. Ein Miteinander der gesamten Gesellschaft ist gefragt. Das schafft Sicherheit und Vertrauen. Ansonsten droht physische und psychische Vereinsamung.

Natürlich helfen die sozialen Medien enorm, zwischenmenschliche Verbindungen nicht abreissen zu lassen. Auch wenn Facebook, WhatsApp, Instagram und Co keinen wirklich guten Ruf haben: Jetzt machen sie es uns unkompliziert möglich, mit der Familie, Freunden und Bekannten in regem Kontakt zu bleiben. Gleichzeitig verbreiten sich in den sozialen Netzwerken aber auch angstmachende Mitteilungen. Davor sollte man sich so gut wie möglich schützen und diese Informationen kritisch hinterfragen.

Lächeln hebt die Stimmung

Glücklicherweise dürfen wir noch immer unser Daheim verlassen, um Lebensmittel einzukaufen oder einen Spaziergang zu unternehmen. Bei diesen Gelegenheiten ist unsere soziale Kompetenz gefragt. Da kann mit wenig Aufwand viel bewirkt werden, was zwischenmenschliche Wärme anbetrifft.

Vielen fällt es wohl in dieser herausfordernden Zeit schwer, sich mit einem Lächeln auf dem Gesicht in der Öffentlichkeit zu zeigen. Aber genau das wäre wichtig. Es ist erwiesen, dass das Gegenüber ein Lächeln positiv aufnimmt, dieses reflexartig erwidert und sich so nicht nur dessen Laune verbessert, sondern auch die eigene. Lächeln hebt die Stimmung.

Auch wundert es nicht, dass der Gruss als Zauberwort gilt. Ein Gruss – auch aus zwei Metern Distanz – zeigt Aufgeschlossenheit, Sympathie und Wohlwollen. Deshalb gilt: Grüssen kann man nicht zu oft. Es fördert das Miteinander. Ein herzliches Zuwinken löst beim Empfänger ebenfalls viel aus. Das wissen wir schon aus «normalen» Zeiten.

Mir scheint wichtig, dass wir nicht bei jeder Begegnung den anderen als Ansteckungsgefahr wahrnehmen, sondern als Mensch mit Bedürfnissen. Trotz sozialer Distanz, die es zurzeit einzuhalten gilt, sollten wir die kleinen Nettigkeiten auf keinen Fall vergessen. Mit diesen zeigen wir den Mitmenschen unsere Verbundenheit. Auch auf diese Weise wird es für uns alle möglich, diese schwierige Zeit einigermassen unbeschadet zu überstehen.

* Doris Pfyl ist Knigge-Trainerin, Farb- und Modestilberaterin sowie Ausbildnerin des Schweizer Fachverbands FSFM. www.imagemodestil.ch

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