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Ratgeber

Woher kriege ich Geld, um eine Firma zu übernehmen?

Ich (42) arbeite als Informatiker in einem KMU (5 Angestellte). Der Betriebsinhaber will sich aus Altersgründen zurückziehen und bot mir an, die Firma zu kaufen. Die Firma floriert und interessiert mich, doch der Kaufpreis übersteigt meine vorhandenen Eigenmittel. Welche Finanzierungsmöglichkeiten bieten sich an?
Philipp Betschart*

Mit dem Entscheid der Firmenübernahme – sei es eine Personen- oder Kapitalgesellschaft – stellen sich etliche Weichen im Berufsleben neu. Gleichzeitig gilt es, diese Weichen bei der Finanzierung zu stellen. Als wesentliche Faktoren der Kapitalherkunft bei einer Nachfolgefinanzierung lassen sich der eigene finanzielle Handlungsspielraum, die Einbindung des bisherigen Eigners und Fremdkapitalgebers nennen.

Philipp Betschart.

Philipp Betschart.

Ihr Eigenkapital kann aus flüssigen Mitteln in Kontoform sowie der Liquidation von Vermögenswerten stammen. Hierbei ist hauptsächlich die Verflüssigung von bestehendem Vorsorgeguthaben der 3. Säule oder Pensionskasse zu erwähnen. Greifen Sie auf Altersguthaben zurück, so ist die Klärung der verbleibenden Kapitalien und künftigen Zahlungsflüsse ein Muss. Ebenso empfiehlt es sich, neben der veränderten Vorsorgesituation die Auswirkungen auf die Sozialabgaben und Steuern zu klären. Grundsätzlich empfiehlt sich bei diesen zentralen Schritten eine fundierte und proaktive Planung unter Einbezug von Experten. Reichen die eigenen Mittel nicht, so lässt sich möglicher- weise mit dem bisherigen Eigner eine Übereinkunft in Form eines Verkäuferdar­lehens schliessen.

Rolle des Verkäufers klären

Es braucht ohnehin eine klare Antwort auf die Frage, ob der ehemalige Inhaber in der Firma verbleibt – seinen Einfluss jedoch sukzessive reduziert – oder dessen Ausstieg geradewegs erfolgt. Eine Vielzahl von Strukturierungsoptionen erlaubt Parameter – wie etwa Steuern – zu optimieren. Als Basis der Finanzierung muss dieser Übergangsprozess klar definiert sein; oft ergibt sich daraus bereits die Finanzierungsstruktur.

Bei Nachfolgedarlehen erfreuen sich Modelle steigender Beliebtheit, bei welchen der Kaufpreis in Abhängigkeit von Erfolgszahlen tranchenweise abbezahlt wird. Vertragliche Bedingungen verhindern währenddessen, dass der Verkäufer sein Unternehmen zu gut darstellt. Dadurch trägt der Verkäufer das unternehmerische Risiko weiterhin mit, obwohl er die Entwicklung nicht mehr aktiv beeinflusst.

Mittel von Dritten

Lässt sich die Lücke zum Kaufpreis so nicht schliessen, können Sie diese mit Fremdkapital ausfüllen. Dies geschieht beispielsweise über Banken, Verwandte und Bekannte, Investoren oder über die Crowd – also Online-Sammelplattformen. Sind die Zukunftsperspektiven des Unternehmens intakt, finanzieren Banken teilweise über die Hälfte des Kaufpreises zu attraktiven Konditionen. Zur Sicherstellung der Kredite dienen Risikoversicherungen, die Verpfändung von privaten oder firmeneigenen Aktiva und Bürgschaften. Kurz: Ihre individuelle Ausgangslage und Ihre Ambitionen bei der Firmenübernahme sind massgebend für deren Strukturierung.

* Philipp Betschart ist Leiter Produktmanagement Finanzieren, Schwyzer Kantonalbank; www.szkb.ch

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