Ratgeber

Wohnungskauf: Wie sollen wir budgetieren?

Meine Ehefrau (32, in Teilzeit erwerbstätig) und ich (35, in Vollzeit erwerbstätig), zwei Kinder, wohnen in Miete und überlegen uns, ein Eigenheim zu erwerben. In diesem Zusammenhang machen wir uns Gedanken zu unserem Budget. Wie sieht eine geeignete Budgetaufstellung aus?

Eileen Häcki*
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Eileen Häcki.

Eileen Häcki.

Zuerst sollten Sie Ihre aktuelle Budgetsituation erfassen (siehe unten). Bringen Sie von Ihren Nettoeinkünften (120000 Franken) zuerst die fixen Grundauslagen in Abzug. Dazu zählen Ihre Mietkosten, die Steuern und die Krankenkasse, die gemäss Ihren Angaben total ca. 48 000 Franken ausmachen. Es resultiert ein Restbetrag von 72000 Franken. Davon gilt es nun, Ihren derzeit möglichen Sparbetrag inkl. Einzahlung in die Säule 3a abzuziehen (Annahme: 12000 Franken). Somit beläuft sich das Budget für Ihre variablen Lebenshaltungskosten (Nahrungsmittel, Mobilität, Kleider, Hobby, Ferien etc.) auf ca. 60000 Franken pro Jahr.

Aktuelles Budget, Nettoeinkommen Fr. 120000.-

in Franken
Total 120000
Wohnen/Miete 30 000
Steuern 10 000
Krankenkasse 8 000
Lebenshaltung 60 000
Sparen 3a 12 000

Dieser Betrag ist Teil Ihres «gewohnten Lebensstandards», den Sie auch nach Erwerb des Wohneigentums aufrecht­erhalten möchten. In dieser Kalkulation gehe ich davon aus, dass Sie zur Finanzierung Ihres Eigenheims (Kaufpreis 900000 Franken) Hypotheken von 600000 Franken zu einem durchschnittlichen Zinssatz von 1,50% aufnehmen. Die neue Situation ge­staltet sich wie folgt:

Nach Eigenheimerwerb

in Franken
Total 120000
Hypothek 9 000
Wohnen/NK 7 000
Steuern 12 000
Krankenkasse 8 000
Lebenshaltung 60 000
Sparen/3a 24 000

Unter diesen Voraussetzungen erhöht sich der potenzielle Sparbetrag netto um 12000 Franken. Sie haben zwar tiefere Wohnkosten, aber die Steuerbelastung ist wegen der Besteuerung des Eigenmietwerts um 2000 Franken höher.

Dieses Berechnungsbeispiel geht davon aus, dass Sie zur Finanzierung Ihres Eigenheims genügend Eigenmittel einbringen und dadurch keine Amor­tisationen leisten müssen. Zur Berechnung der Tragbarkeit nimmt die finanzierende Bank für die Hypotheken in der Regel einen kalkulatorischen Zinssatz von rund 4,5 % an. Die gesamten kalkulatorischen Wohnkosten sollten nicht mehr als einen Drittel Ihres Netto-Erwerbseinkommens betragen.

Damit das Eigenheim für Ihre Familie auch bei Invalidität oder im Todesfall tragbar ist, empfehle ich Ihnen dringend, zur Risikoabsicherung auch eine Vorsorgeanalyse durchzuführen. Ich empfehle Ihnen, die Differenz zwischen dem kalkulatorischen und dem effektiven Zinssatz als Rückstellung anzusparen.

* Eileen Häcki ist Expertin für Vorsorgeberatung, Luzerner Kantonalbank AG; www.lukb.ch

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