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Revolution unter der Motorhaube

Porsche bringt nach 2011 wieder einen neuen 911, will aber nicht von einem neuen Modell sprechen. Dabei tut sich seit 1997 zum ersten Mal wieder Revolutionäres, denn jetzt ist auch der 911 Carrera ein Turbo.
Jürg Wick
Ein gediegener Sportwagen mit hoher Alltagstauglichkeit: der neue Porsche 911 Carrera, hier in der Cabriolet-Version.Bilder Werk (Bild Werk)

Ein gediegener Sportwagen mit hoher Alltagstauglichkeit: der neue Porsche 911 Carrera, hier in der Cabriolet-Version.Bilder Werk (Bild Werk)

Jürg Wick

Die Revolution hat unter der tangaartig geschnittenen Motorhaube stattgefunden: Hinten sorgt jetzt ein von 3,8 auf 3 Liter Hubraum reduzierter 6-Zylinder-Boxermotor für noch bessere Fahrleistungen, weil beidseitig an die je 3 Zylinder ein Turbolader und ein Ladeluftkühler angeflanscht wurden. Und auch der normale Elfer wird zum Turbo, ohne so heissen zu dürfen. Dieses Privileg bleibt dem 911 Turbo vorbehalten. Und weil der Carrera dem Turbo leistungsmässig näher rückt (Carrera S von 400 auf 420 PS; 911 Turbo 520 PS), kann es nicht lange dauern, bis auch am «richtigen» Turbo erneut an der Leistungsschraube gedreht wird.

Es ist etwas kompliziert, weil alles marketingoptimiert ist: Porsche ist der profitabelste Autohersteller der Welt. Was sich im gefahrenen Exemplar auch schnell erklärt: Carrera S statt Carrera (plus 50 PS) ab 116 400 Franken (17 200 Fr.), neu mit optionaler Vierradlenkung (plus 2760 Fr.; Wendekreis um 0,5 Meter reduziert), ebenfalls mit neuem Vorder­achs­liftsystem (4 Zentimeter mehr Bodenfreiheit/plus 2760 Fr.) und Sportabgasanlage (plus 3180 Fr.; stimuliert das Klangerlebnis) sowie vielen zusätzlichen Optionen.

Wer mit den 911 vertraut ist, wird es sofort merken: Die Installation der Turbolader beschleunigt den Carrera noch überirdischer, vor allem aber dämpft es die Motorgeräusche. Aus dem schrillen Boxeraggregat ist ein domestiziertes Triebwerk geworden, und nur über die Sportabgasanlage hört man die schrille Charakteristik heraus. Der höhere technische Aufwand ist den gesetzlichen Vorgaben nach tieferem Verbrauch und CO2-Ausstoss sowie den drohenden neuen Lärmnormen geschuldet. Versprochen wird ein um rund 1 Liter geringerer Verbrauch auf 7,7 Liter auf 100 km beim Carrera S mit PDK-Getriebe, das bislang von rund 90 Prozent der Kunden statt der serienmässigen 7-Gang-Schaltung geordert worden ist (Aufpreis 4280 Fr.).

Weg vom Haudegen-Image

Man hat es beim 911 Carrera eben schon länger nicht mehr mit einem Haudegen zu tun, sondern kriegt einen gediegenen Sportwagen mit hoher Alltagstauglichkeit, der ganz nebenbei als Carrera S erstmals die prestigeträchtigen Marken (300 km/h Spitze) und die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 4 Sekunden knackt. In der Schweiz gefragt ist vorwiegend der Carrera 4S mit Allradantrieb und verbreiterter Karosserie. Er ist ab 142 600 Franken zu haben, 5500 Franken mehr als der Vorgänger. Der Preis für den turboaufgeladenen Fortschritt, der aus dem ehemals kreischenden Sportwagen einen noch besseren Reisewagen macht.

52 Jahre Porsche 911

52 Jahre Porsche 911 und optisch bei grosszügiger Interpretation immer noch ganz der Alte. 1975 wurde der erste 911 Turbo vorgestellt und dem Standard-Elfer der Beinamen Carrera angeheftet. 1988 kam es zur ersten richtigen Revolution, als aus dem intern G-Modell genannten Haudegen der domestizierte 964 mit elektronischem ABS und Servolenkung wurde, wahlweise erstmals sogar mit Allradantrieb. 1997 dann die zweite Revolution mit dem 996 und der Umstellung von Luft- auf Wasserkühlung. Zwei weitere Generationen (2004: 997; 2011: 991) gingen ohne Sensationen ins Land. Jetzt stellt Porsche eine Evolution vor, bleibt aber bei der internen Bezeichnung 991 – offiziell 911 Carrera – und äusserlich bei kleinen Retuschen.

Äusserlich hat sich beim neuen Porsche 911 Carrera wenig verändert. (Bild Werk)

Äusserlich hat sich beim neuen Porsche 911 Carrera wenig verändert. (Bild Werk)

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