Schlafen
Wie Schweizerinnen und Schweizer schlafen – die Tessiner sind die Nachteulen des Landes

Eine Schlafstudie hat die Gewohnheiten und Probleme im Bett untersucht. Viele brauchen Schlafmittel, um zur Ruhe zu kommen.

Bruno Knellwolf
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Bauchlage oder Seitenlage. Die meisten starten die Nacht seitlich.

Bauchlage oder Seitenlage. Die meisten starten die Nacht seitlich.

Flashpop / Stone RF

Wie man sich bettet, so liegt man, sagt ein altes Sprichwort. Ob dem so ist, hat das Forschungsinstitut Link mit einer Befragung von über 1000 Personen aus der ganzen Schweiz geklärt – im Auftrag einer Schweizer Firma, die einen tiefen und gesunden Schlaf verspricht.

85 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer legen sich gemäss der Studie für ihren Schlaf auf einen Lattenrost mit Matratze gleich welcher Marke. Der kleine Rest – am meisten im Tessin – legt sich auf Boxspringbetten. Das sind Betten mit fixer, dicker Matratze.

Jeder Fünfte hat Probleme beim Einschlafen

Und auf welcher Bettenart auch immer – zwei von drei Menschen in diesem Lande schlafen in Seitenlage ein. Jeweils gut zehn Prozent liegen auf dem Rücken, auf dem Bauch oder wechseln ab. Über die Schlafqualität sagt das noch nichts aus. Die Befragung zeigt aber, dass jeder Fünfte Probleme hat beim Einschlafen. Etwa 23 Prozent der Frauen nehmen ein Schlafmittel dagegen. Die einen selten, die anderen gelegentlich oder häufig. Bei den Männern ist dieser Anteil um die Hälfte kleiner.

Nur rund 28 Prozent schlafen gemäss der Bico-Studie innerhalb von fünf bis zehn Minuten ein. Jeder Sechste braucht etwa eine halbe Stunde. Es gibt mehrere Faktoren, die das Einschlafen und den Schlaf stören. Am meisten stören Verspannungen, gefolgt von Stress und drittens Nervosität. Der gestresste Schlaf führt dazu, dass Körper und Geist sich nicht erholen und die Betroffenen am nächsten Tag müde sind und damit noch anfälliger auf negativen Stress. Ein Teufelskreis.

Der typische Schweizer geht zwischen 22 und 23 Uhr ins Bett, am Wochenende eine Stunde später. Die Tessinerinnen und Tessiner sind dabei die deutlichsten Nachteulen und gehen öfter als der Rest der Schweiz auch nach Mitternacht ins Bett. Unser Schlaf hat dabei verschiedene Phasen während der Nacht und nur zehn Prozent der Befragten haben angegeben, immer durchzuschlafen.

Schlafritual mit einem Buch ist das beliebteste

Als Mittel gegen Einschlafstörungen liest ein Viertel der Befragten ein Buch. 15 Prozent versuchen es mit Atem- und Entspannungsübungen, zwölf Prozent mit Fernsehen. Hat der Schlaf dann gesiegt, schlafen die Schweizerinnen und Schweizer im Durchschnitt sieben Stunden pro Nacht. Das wird von den Ärzten als Minimum empfohlen, neun Stunden wären optimal. Am Wochenende gönnt sich ein Fünftel der Befragten zwei Stunden Schlaf mehr.

Etwa ein Zehntel der Bevölkerung legt sich zusätzlich auch am Mittag aufs Ohr. Die Welschen etwas häufiger als die Deutschschweizer. Das kann den Nachmittag durchaus erträglicher machen. Wer aber am Abend chronische Einschlafstörungen hat, sollte eher darauf verzichten.

Einen Viertel stört das Schnarchen

Bleibt noch das leidige Schnarchthema, auch diesem hat sich die Studie angenommen. Schnarchen ist für ein Viertel der Befragen ein Störfaktor des Schlafs, hinter den Verspannungen, dem Schwitzen und den Rückenschmerzen.

Nach dem Schlaf kommt der Wecker: Ein Viertel der über 30-Jährigen steht vor 5 Uhr auf, die meisten, etwa 60 Prozent, zwischen 7 und 9 Uhr.

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