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SCHOTTLAND: Wo sich Kate und William kennen lernten

Das Küstenstädtchen St. Andrews ist nicht nur für seine Golftradition berühmt, sondern auch für seine pittoresken Steinhäuser. Und es bietet Verbindungen zum britischen Königshaus.
Der Old Course vor der Kulisse von St. Andrews in Schottland. Berühmt ist das königliche Städtchen nicht nur für den altehrwürdigen Golfplatz, sondern auch für seine Universität, die 1413 gegründet wurde. (Bild: Adrian Lobe)

Der Old Course vor der Kulisse von St. Andrews in Schottland. Berühmt ist das königliche Städtchen nicht nur für den altehrwürdigen Golfplatz, sondern auch für seine Universität, die 1413 gegründet wurde. (Bild: Adrian Lobe)

Text und Bilder Adrian Lobe

Am späten Nachmittag, wenn die Sonne hinter einem silbrigen Chiffon durchblinzelt und die viktorianische Häuserfront am Meeresufer in ein warmes Licht taucht, verwandelt sich St. Andrews in ein kleines Idyll. Möwen kreischen, die Gischt der Nordsee rauscht leise im Hintergrund, eine leichte Brise weht über die Promenade.

Ein paar Leute nutzen die Ebbe zu einem Strandspaziergang, die letzten Golfer auf dem Old Course packen ihre Schlägertaschen in ihre SUVs. Wer hier golft, hat die Ehre, auf einem geschichtsträchtigen Ort zu spielen: Der Old Course ist der älteste Golfplatz der Welt. Die Ursprünge des Sports reichen bis in das 16. Jahrhundert zurück.

Seit 2014 auch für Frauen

Der Old Course ist bis heute ein öffentlicher Golfplatz, der für jedermann zugänglich ist. Und doch ist der 1754 gegründete «Royal and Ancient Golf Club of St Andrews» ein exklusiver Club älterer honoriger Herren. Erst 2014 erlaubte die Gesellschaft Frauen offiziell den Zutritt.

Zwar durften Frauen schon immer golfen. Bilder zeigen Frauen in langen Gewändern beim Putten. Doch die Mitgliedschaft blieb ihnen lange verwehrt. «Nun ist es Zeit, Frauen willkommen zu heissen», beschloss der Club. Der «Royal and Ancient Golf Club of St Andrews» veranstaltet jedes Jahr das Open Championship, besser bekannt als «British Open», in deren Siegerlisten sich Stars wie Tiger Woods und Nick Faldo eintrugen. Im Old Course Hotel sind die Legenden auf überlebensgrossen Porträts verewigt. Der Sieger des 144. Open wird am nächsten Sonntag feststehen.

Vom Parkplatz zurückchippen

Golf ist in St. Andrews omnipräsent. Es gibt mehrere Plätze, das Grün des Old Course wird besser gepflegt als jeder englische Vorgarten. Der Rasen ist akkurat getrimmt, ohne Makel, als hätte jemand mit der Nagelschere jeden einzelnen Grashalm gestutzt. An diesem Tag tummeln sich auch einige Ama­teure und semiprofessionelle Golfer auf dem Old Course; der Golfball landet bisweilen auf dem Parkplatz und wird dann möglichst diskret – zurückgechippt.

Die Anlage wird von einem kleinen Weg durchkreuzt, über den Autos und Fussgänger passieren können. Ein Hinweisschild warnt vor vorbeifliegenden Golfbällen. «Golf in Progress Look before Crossing» heisst es in schönstem Beamtenenglisch. Die Besucher leben gefährlich. Und auch die Bewohner. Die Anwohner der umliegenden Häuser, so erzählt man sich hier, haben hohe Versicherungsprämien für ihre Scheiben – es kommt mitunter schon mal vor, dass durch einen Querschläger eine Scheibe zu Bruch geht.

Drittälteste britische Universität

St. Andrews ist aber nicht nur Golf. Die kleine Stadt an der Nordseeküste ist berühmt für ihre traditionsreiche Universität. Die 1413 gegründete «University of St Andrews» ist nach Oxford und Cambridge die drittälteste Universität Grossbritanniens. Zu ihren berühmten Absolventen gehören König Jakob II., der französische Revolutionär Jean Paul Marat sowie der ehemalige schottische Regierungschef Alex Salmond. Und natürlich: Prinz William und Kate. Das «Cafe Northpoint» in der South Street, in dem die beiden sich kennen lernten, wirbt heute mit dem Schriftzug «Where Kate Met Wills», in Klammern ergänzt um den Zusatz: «For coffee!».

Mediterranes Flair in Schottland

Bekanntlich blieb es nicht beim Kaffee, hier nahm die Liaison ihren Ursprung, an der sich heute Millionen Menschen entzücken. Der schüchterne William soll sich in den ersten Vorlesungen auf der hintersten Bank mit ins Gesicht gezogener Baseballcap versteckt haben.

An diesem Tag sitzen Studenten aus aller Herren Länder in dem kleinen Café mit den knallroten Fensterrahmen, es ist laut und riecht nach Kaffee und Kuchen. St. Andrews ist ein kleines Städtchen mit 16?000 Einwohnern (gut ein Drittel sind Studenten) mit pittoresken, mittelalterlichen Steinhäusern und charmanten Gässchen. Die South Street lädt zum Flanieren ein. Der Banker in der Royal Bank of Scotland ist zu einem Plausch über Fussball aufgelegt, in «Jannettas Gelateria» schlecken College-Schüler in Schuluniform Glace, und der Highland Chocolatier bietet auserwählte Schokoladenmischungen und Pralinés feil. Ein Hauch von mediterranem Flair weht über das kleine schottische Küsten­städtchen.

In den versteckten Garten

Tour-Guide Kenneth Hanley führt durch die Kleinode von St. Andrews. Hanley, den alle nur «Kenny» nennen, ist ein Schotte vom Scheitel bis zur Sohle: Er trägt einen Kilt mit grünem Muster, eine graue Schiebermütze auf dem schütteren Haar und einen blauen Pulli. In seinen Kniestrümpfen hat er ein Taschenmesser versteckt für alle Fälle.

Der Guide entführt die Gruppe in einen unscheinbaren Garten, der sich in einer Nische zwischen viktorianischen Häusern versteckt. Eigentlich ist der kleine Garten für Besucher zu dieser Zeit geschlossen. Doch Kenny macht eine Ausnahme. «Pssst», sagt er verschwörerisch und stösst vorsichtig das gusseiserne Tor auf. Durch einen Torbogen, an dem sich Rankpflanzen entlangschlängeln, führt ein Pflasterweg in einen verwunschenen Garten. Blumen und Zierbäume blühen, es duftet nach Rosen und frischen Kräutern. Auf der Terrasse eröffnet sich eine herrliche Sicht auf die Nordsee. Möwennester krallen sich an den Felsvorsprung, die Gischt umspült die Felsen. In einer achteckigen, verglasten Laube steht ein Ohrensessel aus schwerem Holz. Man kann sich richtig vorstellen, wie hier eine betagte Lady an einem lauen Tag in einem Klassiker schmökert. Kenny liebt diesen Ort. Immer, wenn er in St. Andrews ist, kommt er hier vorbei. «Man ist an der frischen Meeresluft und bekommt den Kopf frei», sagt er mit schottischem Akzent und dem markanten rollenden «r».

... ausser ein guter Single Malt

Kenny ist schon viel herumgekommen in der Welt. In den 1970er-Jahren tuckerte er als Fernfahrer durch Europa, für einen Wohltätigkeitszweck will er mit dem Rennvelo von London nach Paris fahren. Seit 1986 ist er zertifizierter Reiseführer und ganz nebenbei auch noch offizieller Whisky-Botschafter Schottlands. Gibt es etwas Schöneres, als in einem lauschigen Garten auf die See zu blicken? «Nur ein guter Single Malt», sagt Kenny und lacht.

Hinweis

Dieser Bericht erfolgte aufgrund einer Pressereise, zu das schottischen Fremdenverkehrsamt eingeladen hatte.

Abschlag am 18. Loch. Der Platz ist fast immer ausgebucht. (Bild: Adrian Lobe)

Abschlag am 18. Loch. Der Platz ist fast immer ausgebucht. (Bild: Adrian Lobe)

Im «Northpoint» haben sich Kate und William angeblich getroffen. (Bild: Adrian Lobe)

Im «Northpoint» haben sich Kate und William angeblich getroffen. (Bild: Adrian Lobe)

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