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Selfie, wo ist dein Sieg?

Fauxpas im Blumenfeld: Hollands Tulpen leiden unter den Selfiejägern.
Susanne Holz

Mit der Digitalisierung hat für die Menschheit auch das Zeitalter der Visualisierung begonnen: Weil alles bildlich so einfach und schnell festgehalten werden kann, muss es das in der Folge auch. Vom ersten Maiglöckchen im Garten über den ersten Kuss eines neuen Paares über die neuen Schuhe nach altbekanntem Liebeskummer über die neue Frühjahrsdeko der Nachbarin über das Sonderangebot im Supermarkt über das wundervolle Panorama in den Ferien. Dass bei solcher Fotografierwut auch irgendwer oder irgendwas zu Schaden kommt, verwundert überhaupt nicht.

In den Niederlanden sehen sich aktuell Gärtnereien gezwungen, Schilder vor ihren Tulpen aufzustellen: «Geniesst die Blumen, respektiert unseren Stolz», so steht darauf, in Englisch und Chinesisch. Züchter beklagen sich über Touristen, die durch ihre Felder springen und Blumen zertrampeln, auf der Suche nach dem schönsten Selfie ... Arme Tulpen, arme getriebene Fotojäger. Tipp: Handy einpacken, Blume anschauen, fertig.

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