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«Liebeskummer ist ein Arschloch»: Social-Media-Star Senna Gammour rät dazu, unglückliche Beziehungen rascher zu beenden

Social-Media-Star Senna Gammour redet den Frauen ins Gewissen: Liebeskummer lohnt sich nicht. Ihr Buch ist ein Ratgeber für mehr weibliches Selbstbewusstsein. Und so frech geschrieben, dass man jeden Kummer bald vergessen hat.
Susanne Holz
Wie geht es dir, mein Herz? Wer spielt mit dir, mein Herz? Genug ist genug – und jetzt mal Schluss mit dem Schmerz. (Bild: Getty)

Wie geht es dir, mein Herz? Wer spielt mit dir, mein Herz? Genug ist genug – und jetzt mal Schluss mit dem Schmerz. (Bild: Getty)

Liebeskummer. Wer kennt ihn nicht. Er kann von leichter Trübnis bis hin zum beängstigenden Gefühl, dass ein Herz tatsächlich brechen kann, so einiges an Emotionen mit sich bringen. Emotionen, auf die man allesamt gut und gern verzichten will. Liebeskummer lässt Menschen mitunter bis zum Äussersten gehen, und auch wenn es nicht ganz so schlimm kommt, so leiden viele doch unmässig lange still vor sich hin.

Senna Gammour.

Senna Gammour.

Senna Gammour hat von diesem Leiden die Nase voll. Die 39-Jährige – Social-Media-Star, Entertainerin und bekannt geworden Mitte der 2000er-Jahre als Mitglied der Girlgroup Monrose – findet in ihrer so herzlichen wie handfesten Art folgende Worte dafür: «Liebeskummer ist ein Arschloch.»

Diese Worte sind auch der Titel ihres soeben erschienenen Buchs, auf dessen Rücken in dicken Lettern daran erinnert wird, mit welcher Einstellung sich selbst gegenüber man Liebeskummer von vornherein vermeidet: «Du bist keine Option. Du bist eine Priorität.»

Überzogene Erwartungen

Das klingt erst mal super. Doch wie kommt man zu so viel Abgeklärtheit? Selbst Senna gibt zu, dass Verliebtsein etwas sehr Schönes ist: «Das Minus auf dem Konto macht einem nichts mehr aus, das Aufstehen am Morgen auch nicht – man hat einfach eine richtig schöne Zeit.» Verständlich, dass man sich diese Zeit erhalten will, auch wenn man schon bald nicht mehr die erste Priorität des Partners ist … Und selbst Senna gibt zu, dass es manchmal einfach überzogene Erwartungen sind, die eine Beziehung scheitern lassen:

«In unserem Kopf bauen wir uns was auf, das am Ende des Tages nicht erfüllt werden kann.»

Wobei sie – aufgepasst – aus der Sicht der Frauen schreibt, der eigenen also. Was die Männer betrifft, so dürfte aber nicht nur Senna Gammour davon ausgehen, dass diese sich beim ersten Date eher kaum ausmalen, wie es wäre, mit dieser Frau Kinder zu bekommen, ein Haus zu bauen und einen Garten zu gestalten.

Ein launiger Beitrag in Zeiten von #MeToo

Kurz zusammengefasst: Verliebt zu sein, macht Spass, Frau hat oft überzogene Erwartungen, und Mann tickt einfach anders. Ist es da wirklich sinnvoll, alles sofort hinzuschmeissen, sobald einen das Gefühl beschleicht, keine Priorität mehr zu sein? Senna findet, ja.

«Wir spielen die Hauptrolle, die Nebenrolle spielt der Mann.»

Und sie betont: «Liebeskummer lohnt sich nie. Für beide Partner nicht. Ist einer unglücklich, macht eine Beziehung keinen Sinn.»

Senna Gammour: «Liebeskummer ist ein Arschloch. Nie wieder Fuckboys». Ullstein Buchverlage, Februar 2019, 208 Seiten, 12.–.

Senna Gammour: «Liebeskummer ist ein Arschloch. Nie wieder Fuckboys». Ullstein Buchverlage, Februar 2019, 208 Seiten, 12.–.

Mit ihrer Feststellung, dass Frauen oft und gerne die Welt sowie den Partner auf den Kopf stellen würden, um eine Beziehung zu retten, trifft Schwester Senna, wie sie im Netz auch genannt wird, wohl den Nerv vieler Geschlechtsgenossinnen. Wieso sonst sollten die Hallen ausverkauft sein, wenn sie mit ihrem Programm «No More Fuckboys» auf Tour geht?

Und so manche Frau wird sich auch darin wiedererkennen: «Vergiss dich selbst nicht. Mach dich auch mal interessant. Warum gehst du sofort ans Handy, wenn er anruft, obwohl du gerade zwei Einkaufstüten und ein Baby trägst? Du würdest weder rangehen, wenn deine Mutter dran wäre, noch wenn deine beste Freundin dran wäre. Warum bei ihm sofort rangehen?»

Senna Gammours Buch mag aus reiner Frauensicht geschrieben sein, und es mag das Klischee des egoistischen Mannes bedienen. In Zeiten von #MeToo ist es aber ein launiger Beitrag zum neuen Selbstbewusstsein der Frau. Und man ertappt sich beim Wunsch, es der Tochter zum Lesen zu geben – für deren Selbstbewusstsein. Und es macht schlicht Spass, in Sennas unverblümte Sprache einzutauchen – die freche Sprache der Jugend, die man kennt und liebt – und die keinen Kummer, sondern stark macht. F***

Hinweis: Ihre aktuelle Tour «No More Fuckboys» führt Senna Gammour am 4. März 2019 auch ins Volkshaus Zürich. Die Vorstellung ist ausverkauft. Alle Tourdaten unter www.ticketcorner.ch

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