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Sommer, Sonne, Deodorant

Gerade jetzt in der warmen Jahreszeit stellt sich wieder mal die Frage: Deodorant oder Antitranspirant? Da Letzteres Aluminiumsalze enthält, ist es etwas in Verruf geraten. Zu Recht? Oder dürfen wir wieder ohne Angst gut riechen?
Susanne Holz
Das Deo soll's richten: keine Schweissränder, kein Geruch.

Das Deo soll's richten: keine Schweissränder, kein Geruch.

Letzten Sommer hatte ich es mal versucht, meine Tochter auch: Wir beschlossen, kein Deodorant mehr zu kaufen, auf dem «antitranspirant» steht, sprich, das Aluminiumsalze gegen Schweissbildung enthält. Schliesslich ­waren diese Salze in Verdacht geraten, möglicherweise mit dem Vorkommen von Brustkrebs in Verbindung zu stehen.

Also griffen wir in den Regalen mit den Deos nur noch zu solchen, auf denen ein Kleber mit der Aufschrift «ohne Aluminiumsalze» prangte. Wir probierten verschiedene Marken aus, von Nivea bis Weleda. Der Effekt war immer der gleiche: Schlussendlich roch man nicht so gut. Nicht, dass man ein «Antitranspirant» bevorzugt hätte, weil man besonders viel Schweiss produziert – nein, man stellte einfach fest: Die Deos mit den potenziell gefährlichen Aluminiumsalzen verhindern Schweissgeruch zuverlässiger – man riecht schlicht und ergreifend besser.

Manchmal muss es einfach das bewährte Deo sein

Recht schnell stieg ich deshalb wieder von den diversen Produkten «ohne» auf meinen bewährten Rexona-Roller mit der Aufschrift «anti-transpirant» um. Doch welchen Unterschied machen die Aluminiumsalze eigentlich aus? Anna Caroline Maassen vom Dermacenter Küssnacht erklärt: «Aluminiumsalze in Deos bewirken eine vorübergehende Verstopfung der Schweissdrüsenausführungsgänge und somit eine verminderte Schweissabsonderung. Damit wird das Problem der Geruchsbildung bereits an der Wurzel gepackt. Zudem wirken Aluminiumsalze antibakteriell.»

Die Dermatologin weiss aber auch um die Gefahren von Aluminium: «Bei übermässiger Aufnahme kann Aluminium Nervenschädigungen hervorrufen.» Aluminium begegne uns in der Umwelt ständig: in Trinkwasser, Nahrungsmitteln, Kochgeschirr, Medikamenten und auch in Pflegeprodukten wie Zahnpasta, Sonnencreme, Antitranspirant.

Aluminium wird nur zu 0,01 Prozent aufgenommen

Und wie verhält es sich damit, Aluminiumsalze könnten Brustkrebs befördern? Anna Caroline Maassen: «Glücklicherweise wird Aluminium, als Inhaltsstoff von Deos auf die Haut aufgetragen, bei intakter Haut nur zu 0,01 Prozent aufgenommen, bei vorgeschädigter Haut zu 0,06 Prozent. In einer rückblickenden Studie mit Brustkrebspatientinnen (kleine Fallzahl, ohne Kontrollgruppe) erkrankten Patientinnen, die früh mit dem Einsatz von Antitrans­pirantien direkt nach der Rasur begonnen hatten, in jüngerem ­Alter an Mammakarzinom.» Die Dermatologin beruhigt jedoch: «Andererseits liegen zahlreiche Studien vor, in denen kein Zusammenhang zwischen der Anwendung von aluminiumsalz­haltigen Antitranspirantien und Brustkrebs nachgewiesen werden konnte.»

"Deos mit Aluminiumsalzen nicht direkt nach der Rasur auftragen."

Anna Caroline Maassen empfiehlt «gesundheitsbewussten Menschen mit empfindlicher Haut», aluminiumhaltige Deodorants nicht täglich zu gebrauchen. «Eher zu bestimmten Anlässen, und möglichst nicht direkt nach der Rasur.» Um unangenehme Schweissgerüche zu vermeiden, sei es viel wichtiger, die Achselhöhlen ­regelmässig mit einem Syndet, sprich einer hautverträglichen Waschlotion, zu reinigen. «Diese regelmässige Körperhygiene gewährleistet, dass die für den Schweissgeruch verantwortlichen Bakterien reduziert werden.» Auch lockere Baumwollkleidung und leichte Ernährung ohne scharfe Gewürze beugten Schweissgeruch vor.

"Ich möchte auf Nummer sicher gehen"

Sandra Hofer, Stylistin und Inhaberin der Beauty & Style Academy in Zürich, hat keine Scheu, Deos mit Aluminiumsalzen zu verwenden: «Die Aluminiumsalze in Deos sind sehr effektiv. Sie verschliessen die Poren der Schweisskanäle und verhindern, dass Schweiss austritt. Da ich oft Workshops leite, möchte ich auf Nummer sicher gehen und trotz schweisstreibender Temperaturen keine Angst haben müssen, Schweissflecken unter den Armen zu bekommen.»

Was ein mögliches EU-weites Verbot von Aluminiumsalzen in Deos betrifft, sagt Marcel Langenauer, Technischer Direktor bei Louis Widmer: «Im Oktober 2016 wurden neue wissenschaftliche Daten dem SCCS (scientific committee on consumer safety) vorgelegt, die zeigen, dass Aluminiumsalze in ­ Deos sicher sind. Das SCCS ­verlängerte daraufhin den ­Termin auf Juni 2019 für die ­Eingabe von weiteren Stellungnahmen.»

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