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Sommerdrink 2018: Ein Flirt mit dem Biercocktail

Sie waren lange verpönt. Das ändert sich jetzt: Innovative Barmänner servieren Drinks mit Pils, Weizen und Pale Ale, spielen mit Schokoladen- und Fruchtaromen der Biersorten. Eine erfrischende Alternative zu Aperol Spritz.
Melissa Müller
Man kann es auch einfach so trinken. (Bild: Getty)

Man kann es auch einfach so trinken. (Bild: Getty)

Immer nur Hugo und Aperol Spritz zu trinken, ist langweilig. Wo bleibt der Sommerdrink 2018, der den Gaumen mit einem neuen Erlebnis überrascht? «Probieren Sie mal einen Biercocktail», schlägt Bartender Adriano Volpe vom Basler Luxushotel «Les Trois Rois» vor. Er meint damit nicht etwa die viel zu süssen Limo-Frauenbiere mit glitzernden Etiketten.

Der preisgekrönte Barkeeper wandelt Klassiker mit Bier ab. Er serviert zum Beispiel Mojito mit Weizenbier – «das passt bestens zu den Zitrusnoten». Den Caipirinha giesst er mit Lagerbier auf. «Das ist nicht so kompliziert, aber doch ein bisschen innovativ.» Bier passe auch zu Whisky. Fast jeder Cocktail-Klassiker lasse sich mit dem Gerstensaft variieren.

Bier kommt bei Longdrinks als «Filler» hinzu, wo sonst Soda, Ginger Ale oder Fruchtsäfte verwendet werden, und gibt einem Cocktail eine leichte, spritzige Note. Wichtig dabei: Das Bier kommt nicht in den Shaker und erst zum Schluss, langsam und ganz vorsichtig, damit die Kohlensäure nicht aufschäumt und sich nicht verflüchtigt.

«Was hat ein schnödes Bier im edlen Cocktail verloren?»

Lange waren Biercocktails verpönt. Bierfans wollten ihr heiliges Reinheitsgebotsbierchen am liebsten pur. Und auch Cocktail-Liebhaberinnen rümpften die Nase: Was hat ein schnödes Bier in einem extravaganten Drink verloren?

«Man sollte Bier nicht unterschätzen. Es ist geschmacklich sehr spannend, durstlöschend und isotonisch», sagt Mixologe Phi­lipp Grob, der mit Gallus-Bier schon einen Biersirup als Grundlage für einen Drink hergestellt hat.

Bier ist im Zuge der Craft-Szene edler geworden. Die Zahl der kleinen Bierbrauereien steigt. Sie erschaffen mit Handwerk, Fantasie und Mut neue Geschmackserlebnisse. ­ Es gibt inzwischen weit über ­ 70 Bierstile; das eröffnet neue Kombinationsmöglichkeiten. Innovative Mixologen experimentieren mit Zutaten und Aromen, servieren ein bitter-fruchtiges Pale Ale mit der Schärfe von Ingwer. Oder fügen Whisky zu einem dunklen, komplexen Bier mit Röstaromen wie Kaffee, Caramel und Schokolade zusammen. Überraschende Kreationen kommen teils auch bei Nicht-Bier-Trinkern gut an.

Biersommeliers lernen alles über Biercocktails

«Biercocktails sind ein Zweig des Bierthemas, der am erblühen ist», sagt Christoph Lienert, Biersommelier und wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Schweizer Brauerei-Verband. Darum ­gehöre die Zubereitung solcher Drinks auch zur Ausbildung des Biersommeliers. «Sie sind spritzig, leicht und erfrischend.»

Die meisten Biertrinker sind aber nach wie vor skeptisch. «Auch Weincocktails können sich viele Weinliebhaber nicht vorstellen, dabei ist ein Sangria nichts Geringeres als ein Cocktail», relativiert Barkeeper Adriano Volpe. Spirituosen wie Wodka und Gin kämen am besten in einem Cocktail zur Geltung. Warum also nicht auch Bier?

In Amerika sind Biercocktails ein Renner

Der «Americano perfetto».

Der «Americano perfetto».

Obschon der 36-jährige Cocktail-Virtuose hinter dem Tresen mit Infusionen aus Rosenblüten, Kurkuma und ­Gemüsesäften experimentiert, sagt er: «Die einfachsten Dinge sind die besten.» Zum Beispiel der Biercocktail «Americano perfetto»: 3 cl Campari, 3 cl Wermut, 15 cl Fassbier in ein Glas geben, mit einer Orangenzeste garnieren und geniessen. «Ein toller, unkomplizierter Drink, perfekt für eine Grillparty mit Freunden.»

In Amerika sind Biercocktails schon lange ein Renner. Hierzulande sind die Bars, in denen man Biercocktails bestellen kann, jedoch rar. In Zürich sind dies etwa das «Old Crow» und das «Grain». «Dabei kann man mit ein bisschen Bier und Kreativität viel machen», sagt Bartender Adriano Volpe, der seine Stammgäste in Basel längst auf den Geschmack gebracht hat.

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