Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Stare überblicken die Welt

Das «Mein Bild» ist diesmal ein Mix aus Wolken, Vögel, Berge und Blau.
Susanne Holz
Spätsommer-Komposition: Wolken, Stare, Berge vor einem Wow-Blau. (Bild: Karl-Josef Hildenbrand/Keystone (Görisried, 23. September)

Spätsommer-Komposition: Wolken, Stare, Berge vor einem Wow-Blau. (Bild: Karl-Josef Hildenbrand/Keystone (Görisried, 23. September)

Mitten in den Himmel gespannt scheinen diese Stromleitungen – vor leuchtendem Spätsommerblau, ein Wow-Blau. Die Leitungen kommen aus dem Irgendwo im Westen und führen ins Irgendwo nach Osten, oder umgekehrt. Darunter die Alpen, und Wolken, graublau. Über den Leitungen ein breiter Streifen klares, lichtes Blau, darüber Wolken, dick und schön und weiss.

Stare sitzen auf den Stromleitungen wie Weltbeobachter, klein und schwarz und ruhig und klug. Eine so perfekt schöne Bildkomposition, dass einem nicht etwa «Bird on the Wire» dazu in den Sinn kommt, das berühmte Lied vom freien Vogel, 1968 von Leonard Cohen auf sein Drahtseil gesetzt: «Like a bird on the wire / Like a drunk in a midnight choir / I have tried in my way to be free.»

Der freie Vogel auf dem Drahtseil passt auch gut, ist aber nicht so hypnotisch schön wie der Song, an den man beim Anblick dieser «Stromleitung-durchzieht-Himmel-Komposition» unwillkürlich denken muss: «Telegraph Road», 1982 von den Dire Straits als erster Track auf dem Album «Love over Gold» veröffentlicht.

Ein Wow-Song von Weltbeobachter Mark Knopfler. Beginnend mit einem Crescendo, dann folgt das Keyboard und dann der Bass, dann folgt das Schlagzeug, und dann der Text: «Then came the churches, then came the schools / Then came the lawyers, then came the rules / Then came the trains and the trucks with their load / And the dirty old track was the Telegraph Road.»

Ein Lied wie ein Gedicht, so hinreissend wie dieses Bild, aufgenommen vergangenen Sonntag im Ostallgäu. Hört man Mark Knopfler vom Aufbau und Niedergang einer Landschaft singen, davon, wie die Telegrafenmasten in den Himmel wachsen und das Leben auch, stellt man sich zur Poesie dieser Rockmusik gern eine wild wirbelnde Ballerina vor.

Eine Performance, welche die Stare gelassen beobachten würden, von oben, Vergangenheit und Zukunft im Blick. Bald fliegen sie davon. Mark Knopfler: «And the birds up on the wires and the telegraph poles / They can always fly away from this rain and this cold ...»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.