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«Tatort»: Start für zwei Alpha-Frauen

Kommissarin Charlotte Lindholm ist nach Göttingen strafversetzt worden. Ihre neue Kollegin dort ist Kommissarin Anaïs Schmitz, gespielt von Florence Kasumba.
Susanne Holz
Maria Furtwängler und Florence Kasumba. (Bild: PD)

Maria Furtwängler und Florence Kasumba. (Bild: PD)

Das gibt es nun nicht alle Tage: Eine Darstellerin aus den Hollywood-Blockbustern «Avengers: Infinity War» (2018) und «Black Panther» (2018) spielt eine deutsche «Tatort»-Kommissarin. Eigentlich ist das die Sensation, und nicht die Tatsache, dass Florence Kasumba schwarz ist. Nichtsdestotrotz ist die in Uganda geborene und im Ruhrgebiet aufgewachsene Schauspielerin und Mixed-Martial-Arts-Kämpferin tatsächlich die erste schwarze «Tatort»-Kommissarin. Als «moderne Kriegerin» beschreibt sie Regisseurin Franziska Buch.

Das erinnert an ihre Superheldinnenrollen und passt auch gut zu den beruflichen Kämpfen, die Kasumba alias Kommissarin Anaïs Schmitz mit ihrer neuen Kollegin, Kommissarin Charlotte Lindholm, ausfechten muss. Lindholm, von Maria Furtwängler souverän gespielt wie immer, wurde von Hannover nach Göttingen strafversetzt. Dieser Degradierung begegnet sie mit reichlich Arroganz und Unsicherheit.

Lindholms Fauxpas

Es ist ein harter Start für Lindholm in Göttingen, weil sie, kaum angelangt an ihrem ersten Tatort dort, die schwarze Kollegin für eine Putzfrau hält: «Sie wollen doch hier jetzt nicht putzen?» Ein demütigender Fauxpas. Und auch der Start in die Kriminalhandlung ist hart: Eine 15-Jährige entbindet alleine und verzweifelt ein Baby. In der Konsequenz suchen die neuen Kolleginnen sowohl nach dem verschwundenen Teenager als auch nach dem Baby und dem möglichen Vater dazu.

«Das verschwundene Kind» thematisiert reale Not: Jährlich gibt es in Deutschland rund 1600 verdrängte Schwangerschaften – mit immer wieder tödlichem Ausgang für die Neugeborenen. Der trotzig-­triste Satz der Klassenkameradin im Krimi, gefragt, warum sie die Schwangerschaft der Freundin nicht bemerkt habe: «Mit 15 werden viele fett», ist da wohl gar nicht so weit hergeholt.

«Tatort» aus Niedersachsen: «Das verschwundene Kind». Heute, Sonntag, 20.05 Uhr, SRF 1.

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