Statistik
Massiv mehr Todesfälle durch Corona als durch die Grippe im März 2020

Erstmals hat das Bundesamt die Auswirkung des ersten Pandemie-Monats auf die Todesfälle in der Schweiz untersucht. Deutlich wird: An Grippe starben in den Wintermonaten damals zehn mal weniger Personen.

Sabine Kuster
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Als im März 2020 die ersten Leute an Corona starben, verhängte der Bundesrat einen Lockdown.

Als im März 2020 die ersten Leute an Corona starben, verhängte der Bundesrat einen Lockdown.

Keystone, 20. März 2020, Basel

Im März 2020 hat die Weltgesundheitsorganisation WHO wegen der Corona-Pandemie Covid-19 als Klassifikation bei den Todesfällen eingeführt. Diese Zahlen weist das Bundesamt für Statistik (BFS) nun ebenfalls erstmals aus für den März 2020, also den ersten Monat mit Corona-Sterbefällen in der Schweiz: 547 Personen starben an Covid-19 als Hauptursache, 29 als Begleitursache.

Die häufigsten beiden Sterbegründe generell waren im März mit 1840 Fällen Herzkreislauferkrankungen und in 1427 Fällen Krebs. Bei Unfällen und Gewalteinwirkungen starben 303 Personen.

Grippetote gab es deutlich weniger viele

Das BFS weisst aber auch andere virale Erkrankungen als Todesursache aus. So starben im März 2020 43 Personen an Grippe. Es könnte sein, dass diese Atemwegsinfektionen schon etwas zurückgedrängt worden waren durch die Mitte März beschlossenen Pandemiemassnahmen. Doch im Januar und Februar waren die Zahlen ähnlich: Im Februar 2020 gab es 62 Grippetote, im Januar 19.

Das BFS stellt gemäss Mitteilung eine «hohe Übereinstimmung der BFS-Todesursachenstatistik mit dem BAG-Meldesystem» fest: Die Todesursachenstatistik des BFS stützt sich auf die ärztlichen Todeszertifikate jedes Sterbefalles. Demgegenüber meldet das BAG die Covid-19-Todesfälle nicht auf Basis der Todesursachenzertifikate, sondern aufgrund eingegangener Meldungen von laborbestätigten Covid-19-Infektionen. Für März 2020 meldete das BAG 482 Covid-19-Tote - also etwas weniger als die 547 vom BFS aufgrund des Todeszertifikates registrierten.

Ein Grund für den Unterschied ist: 7 Prozent aller Covid-19-Todesfälle des BFS wurden vom Arzt oder von der Ärztin rein aufgrund des klinischen Krankheitsbilds und dem zeitlichen Zusammenhang mit der Epidemie diagnostiziert, ohne Testnachweis.